Gesellschaft Immer mehr Hundertjährige leben in Deutschland

Die Zahl der über 100 Jahre alten Menschen in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. 2020 waren es mehr als 20.000. Die meisten der Hochbetagten sind Frauen. Forscher erwarten, dass die Zahl weiter steigt.

Eine 100 Jahre alte Frau
Immer mehr Deutsche werden 100 Jahre und älter. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Über-100-Jährigen in Deutschland hat sich deutlich erhöht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren im vergangenen Jahr 20.465 Menschen 100 Jahre oder älter. Das waren trotz Corona-Pandemie 3.523 Menschen mehr als 2019.

Rund 80 Prozent der Hochbetagten sind Frauen. Der Anteil der Über-100-Jährigen an der Gesamtbevölkerung stieg ebenfalls auf aktuell 0,25 Promille. In Sachsen lebten 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1.080 Menschen, die 100 Jahre und älter waren. In Sachsen-Anhalt waren es 415 und in Thüringen 482.

So viel Hundertjährige wie seit zehn Jahren nicht

Nach Angaben der Wiesbadener Statistiker gehörten in den vergangenen zehn Jahren nie so viele Menschen zur Altersgruppe 100 plus. Sie gehen davon aus, dass es auch davor nicht mehr Über-Jährige gab. Sie verweisen darauf, dass vor zehn Jahren die Daten bereinigt wurden und deshalb nicht weiter zurückreichen.

Die Gründe dafür, dass die Menschen immer älter werden, führen die Statistiker auf den medizinischen Fortschritt und steigenden Wohlstand zurück.

Trend zur Langlebigkeit geht weiter

Der Trend zur Langlebigkeit dürfte sich weiter fortsetzen – falls nicht Epidemien und andere Katastrophen die Lebensspanne verkürzen. Nach Berechnungen des Rostocker Max-Planck-Instituts für demografische Forschung könnte inzwischen in Deutschland jedes dritte neugeborene Mädchen das hundertste Lebensjahr erreichen. Bei den Jungen sei es jeder zehnte.

Hundertjährige geistig fitter als erwartet

Die sogenannte Heidelberger Hundertjährigen-Studie ergab 2003 und 2012, das Hundertjährige zwar häufig körperliche Einschränkungen haben. Ihre geistige Leistungsfähigkeit war aber besser als erwartet. Die Befragten hatten im Schnitt vier bis fünf chronische Krankheiten. Die meisten erhielten Hilfe im Alltag. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer litt unter Demenz. Allerdings zeigte auch fast ein Drittel keine kognitiven Einschränkungen.

Nach Angaben von Studienleiterin Daniela Jopp sind über 100-Jährige psychisch sehr stabil. Über 80 Prozent der Befragten seien mit ihrem Leben zufrieden. Drei Viertel sagten, das Leben mache auch mit über 100 noch Sinn.

Hochbetagte sind oft extrovertiert und optimistisch

Außerdem seien die Hochbetagten oft extrovertiert, was es ihnen erleichtere, Kontakte zu knüpfen und zu erhalten. Und sie seien optimistisch. Jopp sagte, die Hochbetagten seien gesundheitlich stark belastet. Aber wenn man sie frage, wie es ihnen gehe, sagten sie: „Mir geht es gut! Alle anderen sind ja schon gestorben.“

Quelle: MDR, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 03. August 2021 | 11:15 Uhr

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