Dresden AfD-Parteitag entscheidet nicht über Spitzenkandidatur

Die AfD will jetzt noch keine Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bestimmen. Auf dem Bundesparteitag in Dresden wurden zwei Anträge für eine Wahl vor Ort wieder zurückgezogen. Stattdessen sollen zu einem späteren Zeitpunkt die Mitglieder der Partei entscheiden.

erste Delegierte kommen am Morgen in die Dresdener Messehalle zum Parteitag der AfD
AfD-Parteitag auf der Messe Dresden Bildrechte: dpa

Die AfD will jetzt noch keine Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bestimmen. Auf dem Bundesparteitag in Dresden wurden zwei Anträge für eine Wahl vor Ort wieder zurückgezogen. Stattdessen sollen zu einem späteren Zeitpunkt die Mitglieder der Partei entscheiden.

Sieben Landesverbände, darunter alle fünf Ostdeutschen, hatten für eine Klärung schon auf dem Parteitag geworben. Der sächsische AfD-Chef Jörg Urban sagte, es sei ein Gebot der Vernunft, die kurze Zeit bis zur Bundestagswahl zu nutzen, die Spitzenkandidaten bekannt zu machen.

Antrag zur Abwahl von Meuthen gescheitert

Ein Antrag zur Abwahl von Co-Parteichef Jörg Meuthen wurde von den Delegierten abgelehnt. Der Antrag schaffte es nicht als Tagesordnungspunkt auf die Liste, er wurde nicht zugelassen. Am Sonntag könnte jedoch über den Vorschlag abgestimmt werden, die Wiederwahl von Bundesvorstandsmitgliedern in Zukunft nur noch zweimal zu ermöglichen. Damit dürfte Meuthen bei der für Ende November geplanten Neuwahl der Parteispitze nicht mehr antreten.

Jörg Meuthen (Bundessprecher AfD)
Jörg Meuthen spricht in Dresden Bildrechte: dpa

Meuthen feierte in seiner Eröffnungsrede den Parteitag mit mehr als 570 anwesenden Delegierten dafür, dass die AfD – "anders als andere Parteien" – auf einer Präsenzveranstaltung bestanden hatte. Die Partei wolle "zeigen, dass diese Verbotsorgien, dieses Einsperren, diesen Lockdown-Wahnsinn, dass es all das nicht braucht, wenn man den Menschen vertraut".

Proteste gegen Parteitag

Rund 150 Menschen hatten am Sonnabendvormittag in Dresden gegen den Bundesparteitag protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen allein 100 Menschen an einem Fahrradkorso zum Messegelände teil. Später blockierten sie eine Zufahrtsstraße, so dass Teilnehmer des Parteitags einen Umweg in Kauf nehmen mussten. Unmittelbar vor der Messehalle hatten sich etwa zwei Dutzend Demonstranten aufgestellt und lautstark gegen die Politik der AfD protestiert. Zu denn Aktionen hatte unter anderem das Bündnis "Dresden Nazifrei" aufgerufen.

Bildergalerie AfD-Bundesparteitag von Protesten begleitet

In Dresden hält die AfD an diesem Wochenende ihren Bundesparteitag ab. 600 Delegierte kommen zu der Präsenzveranstaltung der Messe zusammen. Die Ankunft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde von Protesten begleitet.

Proteste gegen AfD-Parteitag - Polizeiautos sperren eine Straße ab
Das Tagungsgelände der AfD wurde von der Polizei abgesperrt. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Proteste gegen AfD-Parteitag - Polizeiautos sperren eine Straße ab
Das Tagungsgelände der AfD wurde von der Polizei abgesperrt. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Proteste gegen AfD-Parteitag - Polizeifahrzeuge sperren eine Straße ab
Zugleich sind die Beamten im Einsatz, um das ebenfalls in der Messe befindliche Impfzentrum abzusichern. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Proteste gegen AfD-Parteitag
Insgesamt 720 Polizistinnen und Polizisten sind im Einsatz. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Proteste gegen AfD-Parteitag - zwischen Bäumen hängt ein Plakat, auf der Straße stehen Polizisten und Polizeiautos
Ein Demonstrant verschanzte sich im Baum. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Protest gegen AfD-Parteitag
Nach mehreren Stunden kam er unverletzt wieder nach unten. Bildrechte: Erik Hoffmann
Proteste gegen AfD-Parteitag - Polizisten stehen vor einer Sitzblockade
Die Gegendemonstranten hatten Sitzblockaden gebildet. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Proteste gegen AfD-Parteitag - Demonstranten stehen hinter einer Mauer, daran hängen Plakate
In Sichtweite des AfD-Parteitages hängten sie ihre Transparente auf... Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Proteste gegen AfD-Parteitag - Demonstranten in schwarzen Jacken stehen hinter einer Mauer und heben die Mittelfinger
... und übten mit Gestik Kritik. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Protest gegen AfD-Parteitag
150 Demonstranten waren vor Ort. Bildrechte: Erik Hoffmann
Protest gegen AfD-Parteitag
Ankunft der AfD-Delegierten. Bildrechte: Erik Hoffmann
Protest gegen AfD-Parteitag - mehrere Personen gehen eine Straße entlang
Kritik gab es daran, dass sie teilweise in Gruppen ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz zum Tagungsort liefen. Bildrechte: Erik Hoffmann
AfD-Parteitag - mehrere, meist ältere Menschen, laufen eine Straße entlang
Insgesamt reisten 600 Delegierte an. Bildrechte: MDR/xcitePRESS
Alle (12) Bilder anzeigen

Der Parteitag in Dresden dauert zwei Tage. Die AfD geht mit dem Slogan "Deutschland. Aber normal" in den Wahlkampf.

MDR/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. April 2021 | 16:00 Uhr

189 Kommentare

JanoschausLE vor 32 Wochen

Klar, schon in der ersten Woche im Januar wanderten umgerechnet 4,3 Milliarden von der Insel auf den kontinent. Zusätzlichen Wirtschaftsejnbruch, außer durch Corona, sind auch zu verzeichnen. In der Wichtigkeit des Handels mit der EU ist GB gleich um bald ein halbes Dutzend Plätze abgerutscht. Johnson hoffte unter Trump auf nen Wirtschafts Deal, kam nicht zustande. Biden setzt auf transpazifischrn und Handelspakt mit der EU, nicht aber mit GB, allein London hat 700 tsd Einwohner verloren, auch Steuerzahler... Läuft mit der Wirtschaft in GB (Sarkasmus), aber, die Briten können auch selbstironisch. Das Lachen, das Sie da sehen wollen, könnte sehr wohl ein selbstironisches oder trauriges Lächeln sein.

Jana vor 32 Wochen

Welche Erfolge hat denn die AfD bitte schön eingefahren?
Dass eine im Kern fremdenfeindliche Partei im Zuge der Flüchtlinsgkrise aus der Versenkung wieder aufgetaucht ist und vor allem in Ostdeutschland rassitische Ressentiments aktivieren konnte, ist ja wohl kein Erfolg.

Das in Dresden verabschiedete und für Deutschland weitgehend sinnfreie Parteiprogramm (Grenzbefestigungen, EU / Euro Austritt, Stop von Zuwanderung, zurück zu Kohle und Atom, Verweigerung gesetzlicher garantierter Rechte beim Familiennachzug) ist allenfalls für Russland ein Erfolg, dass ja eine Dstabilisierung Europas auf seiner strategischen Agenda hat.

W.Merseburger vor 32 Wochen

Die oben im Artikel genannten Kernpunkte des Wahlprogrammes der AfD würden bei Realisierung zur geopolitischen Destabilisierung des westeuropäischen Kontinentes führen. Deswegen sind diese Forderungen sowohl vom patriotisch deutschen als auch vom europäischen Standpunkt vorsichtig ausgedrückt eigentümlich. Damit wird die nächste Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine erste Resonanz des Wählers auf diesen politischen Kurs sein. Ich bin sehr gespannt darauf!?

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