Empfehlung Drei Wochen Isolation nach Affenpocken-Infektion

In mehreren Bundesländern sind erste Fälle der sogenannten Affenpocken nachgewiesen worden, darunter in Sachsen-Anhalt. Das RKI und das Bundesgesundheitsministerium empfehlen Betroffenen und Kontaktpersonen nun, sich 21 Tage zu isolieren. Gesundheitsminister Lauterbach hat bereits 40.000 Dosen Impfstoff bestellt. Zugleich betonte er jedoch, es handele sich nicht um den Beginn einer neuen Pandemie.

Positives Testergebnis für Affenpocken-Infektion
Jetzt gibt es eine bundesweit einheitliche Empfehlung für die Eindämmung der Affenpocken. Bildrechte: IMAGO/Christian Ohde

Wer sich mit den sogenannten Affenpocken infiziert hat, soll sich mindestens 21 Tage isolieren. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte am Rande des Deutschen Ärztetages in Bremen, diese Empfehlung sei zusammen mit dem Robert Koch-Institut entwickelt worden.

Dem SPD-Politiker zufolge müssten auch alle Symptome ausgeheilt sein, bevor die Isolation beendet werden könne. Auch für Kontaktpersonen von Infizierten gelte die "dringende Empfehlung", sich für 21 Tage in Quarantäne zu begeben. Lauterbach betonte zugleich, es handele sich nicht um den Beginn einer neuen Pandemie. Es gebe gute Chancen, den Erreger zu stoppen.

Wir haben gute Chancen, diesen Erreger zu stoppen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.

Karl Lauterbach Bundesgesundheitsminister

Bis zu 40.000 Dosen Pockenimpfstoff bestellt

Lauterbach teilte zudem mit, dass für den möglichen Fall einer weiteren Ausbreitung der Affenpocken in Deutschland bereits "bis zu 40 000 Dosen" Pockenimpfstoff bestellt worden seien. Es gehe darum, vorbereitet zu sein auf eventuell nötige Impfungen von Kontaktpersonen von Infizierten (Ringimpfungen). Bei dem georderten Präparat handle es sich um das Vakzin Imvanex, das bereits in den USA gegen Affenpocken zugelassen sei. Der Impfstoff könne genutzt werden, um eine Ansteckung zu verhindern - aber auch, um bei bereits Angesteckten den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern oder zumindest zu verzögern.

Seit 2013 ist Imvanex in der EU gegen die Pocken zugelassen. Eine Zulassung zur Vorbeugung von Affenpocken hat das Mittel in der EU nicht.

Mehrere bestätigte Fälle in Deutschland

Bis zum Montag waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts fünf Affenpocken-Fälle übermittelt worden. Auch ein Mann aus Sachsen-Anhalt ist betroffen. Er war zuvor von einer Reise zurückgekehrt. Proben zahlreicher weiterer Menschen werden analysiert, zudem suchen Behörden nach Kontaktpersonen nachweislich Infizierter. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind außerhalb von Afrika inzwischen mehr als 250 Fälle gemeldet worden. Das Risiko für die Öffentlichkeit wird allerdings als gering eingeschätzt.

Meist milde Symptome

Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Folgen einer überstandenen Infektion können Narbenbildung und selten auch Erblindung sein. Eine Übertragung ist generell bei engem Kontakt und über kontaminierte Materialien möglich.

dpa, AFP (aju/dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Mai 2022 | 13:30 Uhr

4 Kommentare

dimehl vor 4 Wochen

Es ist zumindest erstaunlich, wie genau Manche schon immer vorhersagen können, was später dann auch passiert:
Affenpocken:
"Auf der Münchener Sicherheitskonferenz wurde eine Pandemie-Simulation mit Affenpocken durchgespielt.", "im Frühjahr vergangenen Jahres"
(Quelle: mdr)
"Im Mai 2022 kam es zu einem größeren Ausbruch von Affenpocken außerhalb der Endemiegebiete in Afrika: Es wurden Fälle (hauptsächlich in städtischen Gegenden) im Vereinigten Königreich,[34] in Spanien und Portugal,[35] in den USA, Kanada, Belgien und Schweden[36], Deutschland[33][37], Österreich[38] und der Schweiz[39] dokumentiert."
(Quelle: wikipedia)
Bei Corona war es ähnlich:

MDR-Team vor 4 Wochen

Bisher gibt es hinsichtlich der Infektionen nur Handlungsempfehlungen: https://www.mdr.de/wissen/affenpocken-aerzte-warnen-keine-panik-100.html

Germinator aus dem schoenen Erzgebirge vor 4 Wochen

Gilt es bei den Pocken auch, wenn man nicht geimpft ist und in Quarantäne muss, dass es dann keine Lohnfortzahlung gibt?

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