"CovPass" Digitaler Impfpass ab sofort in Apotheken

CovPass heißt die App des Robert Koch-Instituts für den digitalen Corona-Impfpass. Den nötigen QR-Code für die Anwendung können Geimpfte ab sofort in Apotheken erhalten. Flächendeckend funktioniert das aber noch nicht.

Eine Mitarbeiterin der Apotheke Stadelhofen übergibt einen Beutel mit fünf Antigen-Schnelltests.
In Apotheken sollen ab dieser Woche ausgedruckte QR-Codes für den digitalen Impfnachweis über den Tresen gehen. Bildrechte: dpa

Wer seinen gelben Impfpass lieber wieder in irgendeiner Schublade verschwinden lassen will, kann in Zukunft auf den digitalen Pass setzen. Die Apps hierfür sind startklar, müssen jetzt aber noch mit Nachweisen befüllt werden. Mehr als 20 Millionen Menschen sind schon vollständig geimpft und können ihre Impfnachweise nachträglich digitalisieren lassen. Ab dem heutigen Montag geht das auch in Apotheken.

Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte an, dass sich die Apotheken schrittweise den impfenden Stellen anschlössen. Die ersten hätten schon begonnen und könnten das digitale Impfzertifikat erstellen.

QR-Code für zu Hause

Damit das digitale Impfzertifikat erstellt werden kann, müssen in der Apotheke Impfpass und Personalausweis vorgezeigt werden. Die Apothekerinnen und Apotheker überprüfen die Echtheit und schicken die Daten dann digital ans Robert Koch-Institut. Nach einem Datenabgleich wird dort ein digitaler Code erstellt und an die Apotheke zurückgeschickt. Nach wenigen Minuten sollen die Geimpften einen ausgedruckten QR-Code mit nach Hause bekommen. Dieser QR-Code lässt sich dann mit dem Handy einscannen und kann entweder in der Impfpass-App der Bunderegierung oder in der Corona-Warn-App gespeichert werden.

Portal soll Auskunft geben

Allerdings werden zum Start längst nicht alle Apotheken dabei sein. Ein Internetportal soll zeigen, wo Nachweise digitalisiert werden, sagt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: "Gucken Sie einfach über das Portal mein-apothekenmanger.de nach, wo in ihrem Umkreis eine Apotheke ist, die das für Sie leistet, gegebenenfalls können Sie dann da Kontakt aufnehmen und fragen, wie gerade der Andrang ist." Am Sonntag war die Funktion für die entsprechende Suche aber noch nicht verfügbar.

Wer seine Impfung im Impfzentrum bekommen hat, muss die Apotheke zumeist ohnehin nicht stürmen. Viele Bundesländer beginnen jetzt damit, die QR-Codes per Post zu verschicken. Auch in Arztpraxen soll bald der digitale CovPass ausgestellt werden, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn: "Innerhalb der nächsten Wochen sind dann alle dabei, sodass – so ist die Zielmarke – bis Ende Juni der CovPass in Deutschland für alle, die wollen, zur Verfügung steht."

So bekommen Sie den QR-Code in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

In Sachsen-Anhalt soll bis Monatsende ein Web-Portal zur Verfügung stehen. Dort soll der Impfnachweis online abrufbar sein. Der Postversand findet nur in Ausnahmen statt.

In Thüringen wird nach der vollen Impfung ein Link zum Impfnachweis zugesandt. Alternativ kann die Bescheinigung über das Impfportal heruntergeladen werden. Wurde keine E-Mail-Adresse oder Handynummer hinterlegt, kommt die Bescheinigung per Post.

Sachsen setzt dagegen auf die Apotheken. Nachträglich sollen Geimpfte den QR-Code dort erhalten. Eine Zusendung per Post ist nicht geplant.

Bis Geimpfte in allen Arztpraxen und Impfzentren direkt ihren digitalen Pass ausgestellt bekommen, wird es noch einige Wochen dauern. In der Zwischenzeit werden wahrscheinlich Millionen Corona-Impfungen nachträglich digitalisiert.

Kosten von 50 Millionen Euro

Direkt bezahlen müssen Geimpfte hierfür nicht. Die Apothekerinnen und Apotheker bekommen 18 Euro pro Nachweis. Bezahlt vom Bund. Kritik dazu kommt von Reiner Holznagel vom Bund der Steuerzahler: "Und deswegen kommen noch mal Zusatzkosten von über 50 Millionen Euro auf die Steuerzahler zu, nur weil das Gesundheitsministerium hier zu spät an den Start gegangen ist."

Der Gesundheitsminister betont, dass die Bundesregierung auf eine europäische Lösung gesetzt hat. Die EU-Länder hatten sich auf einheitliche Vorgaben für den digitalen Impfpass geeinigt. Ab Juli soll er das Reisen in der EU für alle einfacher machen, sofern alle Mitgliedsländer rechtzeitig fertig sind. Spahn: "Ziel ist aber, dass dann auch in Helsinki, Amsterdam oder auf Mallorca genau dieses digitale Impfzertifikat gelesen werden kann."

Zur Pflicht wird der digitale Impfpass nicht. Auch in Zukunft behält der gelbe Impfausweis auf Papier seine Gültigkeit.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 14. Juni 2021 | 08:05 Uhr

13 Kommentare

Guendor vor 7 Wochen

Na der Steuerzahler nutzt das doch und vielen Steuerzahlern geht es nicht schnell genug. Hat irgendjemand mal gefragt ob er Masken, Tests, Pass oder Impfung bezahlen darf? Ich zahle auch Steuern!

Steffen1978 vor 7 Wochen

immer CDU 18 € + 6 € = 24 € bekommen Apotheker für Ausgedruckte Corona Impfzertifikate berichtete ARD + ZDF heute in den Spätnachrichten. Angemessen den es musste Hard und Software beschafft werden, bei jedem Kunden muss Legitimation und gelber Impfpass kontrolliert und Daten zum Robert-Koch-Institut geschickt und von dort Code zurückgesendet werden. Das alles auf verschlüsselten Datenwegen, damit sie nicht abgefangen und missbraucht werden.

Thuringia vor 7 Wochen

es ist wieder einmal bezeichnend:
Große Ankündigung das die Apotheken heute den digitalen Cod für den Impfpass generieren. In Heilbad Heiligenstadt war das jedoch nicht möglich, wir und viele andere standen umsonst an, nicht einmal eine Information gab es das es noch nicht funktioniert und das nicht nur in einer Apotheke!!! Wunderland Deutschland mit so einen digitalen Fortschritten. Danke dafür!!

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