Arbeitslosigkeit im Dezember Arbeitsmarkt robust – mehr Kurzarbeit

Die Arbeitslosenzahlen in Deutschland sind im Dezember nur gering gestiegen. 2,33 Millionen Menschen waren ohne Job, deutlich weniger als vor einem Jahr. Jedoch gab es zuletzt wieder mehr Kurzarbeit, vor allem in Sachsen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist von November auf Dezember um 12.000 auf 2,33 Millionen gestiegen. Das waren 378.000 weniger als im Dezember vor einem Jahr. Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg ermittelte aktuell eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent.

Scheele: Deutlich mehr Kurzarbeit

BA-Chef Detlef Scheele zufolge setzte sich damit die Erholung der letzten Monate fort.

Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA)
BA-Chef Detlef Scheele Bildrechte: dpa

Allerdings werfe die Corona-Pandemie einen Schatten: Die Anzeigen für Kurzarbeit seien im Dezember kräftig gestiegen. Bis zum 27. Dezember wurde demnach für 286.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angekündigt, vor allem im Gastgewerbe und Handel.

Im zweiten Corona-Jahr bewertete Scheele die Lage insgesamt positiv. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung seien "merklich" gesunken. Die Arbeitslosenquote habe sich im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Punkte auf 5,7 Prozent reduziert.

Sachsen: Stabile Quote dank Kurzarbeit

Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen stieg im Dezember binnen Monatsfrist um 3.400 auf fast 112.300 Männer und Frauen an. Im Vorjahresvergleich waren jedoch knapp 16.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote stieg von 5,1 Prozent im November auf 5,3 Prozent. Der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen, führte die relativ stabilen Zahlen vor allem auf die pandemiebedingte Kurzarbeiterregelung zurück. In den vergangenen drei Monaten hätten 7.000 Unternehmen im Freistaat neu Kurzarbeit für etwa 70.000 Beschäftigte angezeigt. Betroffen seien vor allem Gastronomie, Beherbergung, persönliche Dienstleistungen und Einzelhandel. Hintergrund sind die strengen Corona-Regeln in Sachsen.

Sachsen-Anhalt mit 6,7 Prozent Arbeitslosenquote

Auch in Sachsen-Anhalt stieg die Arbeitslosigkeit zum Jahresende saisonal bedingt an. Im Dezember waren rund 74.100 Menschen arbeitslos gemeldet – 2.900 mehr als im November, aber 9.200 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember 2021 auf 6,7 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als im November, aber deutlich weniger als die 7,5 Prozent vor einem Jahr.

Thüringen liegt unter fünf Prozent

Nach zuletzt rückläufigen Zahlen nahm die Arbeitslosigkeit in Thüringen saisontypisch wieder zu. Im Dezember waren im Freistaat 54.600 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen meldete ein Plus um 1.500 binnen Monatsfrist. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht auf 4,9 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen lag damit jedoch um gut 10.000 unter dem Wert von Ende 2020.

Quellen: DPA, AFP, Reuters, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Januar 2022 | 11:00 Uhr

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