Bundesregierung Wie hilfreich ist die Ausbildungsprämie für Firmen?

Damit trotz Corona-Krise die Lehrstellen hierzulande keine leeren Stellen werden, hat die Bundesregierung am Freitag eine Ausbildungsprämie auf den Weg gebracht. Damit sollen kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, wenn sie trotz Corona-Krise weiterhin Lehrlinge ausbilden. Die Prämie können Firmen mit bis zu 249 Beschäftigten erhalten, sie ist zeitlich befristet und der Bund macht dafür insgesamt 500 Millionen Euro locker. Wie kommt das bei den Unternehmen an?

Der Unternehmer Andreas Barth ist Hotelier und Gastronom voller Leidenschaft. Seit 30 Jahren betreibt er in Meerane das Romantik-Hotel "Schwanefeld" sowie eine Schokoladen-Manufaktur und in Meißen den Burgkeller. 120 Mitarbeiter beschäftigt Barth in seiner Unternehmensgruppe, und er bildet jedes Jahr 15 Lehrlinge aus.

Corona erschwert Ausbildung

Die Corona-Krise war für ihn wie ein Albtraum. Sieben Wochen mussten seine Häuser zwangsläufig geschlossen bleiben. Noch immer ist die Hälfte seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit, genauso wie die Azubis.

Dass er jetzt für jeden Ausbildungsvertrag eine Prämie vom Staat bekommen kann, begrüßt er: "Es ist eine Unterstützung für den Betrieb und ich finde es gut, dass in junge Leute investiert wird, dass die nicht weggehen. Es ist schön, dass man zusätzlich etwas bekommt, das hilft sicherlich auch, aber wenn man in die Zukunft denkt, müssen wir ja ausbilden. Wir sind ja im Zugzwang. Man kann ja gar nicht sagen, wir machen es nicht, dann hast du keine jungen Leute mehr."

Der Umsatz hat sich bis jetzt nach dem Lockdown gerade mal auf 50 Prozent des Vorjahresniveaus eingepegelt. Grundsätzlich positiv wie der Unternehmer Andreas Barth bewertet auch der Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) die Ausbildungsprämie.

2000 Euro pro Lehrjahr

Allerdings bringe sie erheblichen Aufwand mit sich, wie der sächsische Landespräsident Jochen Leonhardt erklärt: "Es ist zunächst mal sehr bürokratisch, denn Mittelständler, die ja die größten Ausbilder im Land sind, müssen nachweisen, dass sie von der Krise in erheblichem Umfang betroffen sind."

In diesem Sinne stehe der bürokratische Aufwand in keinem adäquaten Verhältnis zur Höhe der Prämie. 2000 Euro kann jede Firma pro Ausbildungsplatz für ein Lehrjahr erhalten. 3000 Euro gibt es für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag, etwa wenn Azubis übernommen werden, die zuvor ihren Ausbildungsplatz pandemiebedingt verloren haben.

Noch viele Fragen offen

Bei der IHK Chemnitz sieht man darüber hinaus vor allem den Zeitdruck kritisch, denn das neue Lehrjahr beginnt schon am 1. August und bisher sind viele praktische Details noch offen.

Dazu Christiane Matthes-Uber, die bei der IHK Chemnitz das Ausbildungs-Referat leitet: "Wir hoffen, dass es möglichst schnell geht und dass wir wenigstens in drei, vier Wochen schon fertige Richtlinien plus auch die Umsetzung haben, wie das laufen soll. Offen ist jetzt vor allen Dingen: Wie sieht denn so ein Antrag aus? Wo muss ich den Antrag stellen? Bis wann muss ich den Antrag einreichen? Ist das Ausbildungsverhältnis abgeschlossen? Es muss über die Probezeit hinweg noch bestehen. Das sind dann die Sachen, die wir als IHKs noch zuarbeiten müssen. Wie da dann der Ablauf ist, das muss noch geklärt werden."

Außerdem ist noch nicht bekannt, welche Behörde die Anträge bearbeitet und inwieweit die Kammern daran beteiligt werden. Immerhin bewertet auch die IHK die Prämie als gutes wichtiges Instrument, denn im Kammerbezirk Chemnitz sind im zurückliegenden Mai 14 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als im Vorjahresmonat.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Juni 2020 | 08:05 Uhr

10 Kommentare

Peter vor 51 Wochen

Leachim-21: Was echauffieren Sie sich so maßlos? Ich habe Sie lediglich darauf hingewiesen, dass nicht die Konzerne, wie Sie behaupten, sondern insbesondere Handwerksfirmen von den Zuschüssen der Bundesregierung profitieren.
Und Sie faseln von Nazis und Rassisten.
In nun fangen Sie noch an, die Aktionäre zu beschimpfen. Wahrscheinlich wissen Sie nicht, dass Millionen Deutsche mittelbar über Fonds und Lebensversicherungen Aktien halten und somit von Dividenden profitieren. Ich gehe also auch davon aus, dass diese Bürger Ihren Rundumschlag aufmerksam zur Kenntnis genommen haben und keineswergs begeistert sein werden, wenn Sie ihnen als Vertrater einer bestimmten politischen Ecke Raffgier unterstellen.

Leachim-21 vor 51 Wochen

@Wessi : was das Volk denkt wissen Sie genauso wenig wie ich , Fragen Sie das Volk durch eine wirkliche Volksbefragung und nicht nur 1000 Personen, dann können Sie von Mehrheit reden und noch was ich habe für mich gesprochen und nicht fürs Volk das hat ein eigenes Gehirn. das Sie versuchen genau wie die etablierten Parteien andere Meinung nicht zu akzeptieren zeugt davon das Sie das sind was Sie mir unterstellen. Volk und Wirtschaft gehören zusammen sagen Sie , Frage warum reden dann die Aktionäre ihre Firmen dann nicht selber haben über 40-50 Jahre genug gewinne eingesteckt dann können Sie diese auch jetzt reden und nicht der normale Steuerzahler mit Steuergeldern. auch ja ich will keine andere Republik sondern ein Land wo Recht und Gesetz eingehalten wird ohne Ausnahme und jeder Rechtsbruch sofort zu ahnten ist und wird. das alles hat nichts mit rechte Ecke oder Nazis oder Rassismus zutun sondern mit Rechtsstaatlichkeit und wirklicher Demokratie

Wessi vor 51 Wochen

@ Leachim-21 ...schon wieder diffamieren Sie die Mehrheit mit dem abschätzenden Begriff "mainstream".Allein das indiziert Sie zu dem,was Sie von sich nicht hören wollen.Mindestens wollen Sie eine andere Republik.Dagegen stehen die Mehrheiten.Volk+Wirtschaft gehören in einer Krise zusammen.Und man muß beide unterstützen.Das hat die Regierung getan.Dazu zählt auch diese Prämie, die dazu dient Menschen auszubilden.Ich behaupte einfach mal, daß es Sie nur ärgert, daß die Regierung erfolgreich ist.Hören Sie einfach auf fürs Volk zu reden.Das denkt nämlich, mehrheitlich, nicht wie Sie+das ist gut so!

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