Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben

MDR AKTUELL-InterviewRamelow: Ost-Erfahrungen für Reformen im Gesundheitswesen nutzen

19. Juni 2024, 10:26 Uhr

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Bundesregierung aufgefordert, Erfahrungen aus dem Osten für die Reformen im Gesundheitswesen zu nutzen. Bei MDR AKTUELL nannte der Linken-Politiker als Beispiele die Gemeindeschwester und das Landambulatorium, die es früher in der DDR gab.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Bundesregierung aufgefordert, Erfahrungen aus dem Osten für die Reformen im Gesundheitswesen zu nutzen. Der Linken-Politiker sagte MDR AKTUELL, bei den Themen Gesundheitsreform und Altenpflege gebe es Osterfahrungen, die in den gesamtdeutschen Reformprozess eingebracht werden könnten. So könnten Menschen im Osten das Gefühl entwickeln, dass sie dabei seien, wenn sich das Land verändere, dass ihre Erfahrungen eine Bereicherung für ganz Deutschland seien.

Gemeindeschwester und Landambulatorium

Als Beispiel nannte Ramelow die Gemeindeschwester, die es früher in der DDR gab. Der Linken-Politiker sagte, wenn im ländlichen Raum Landärzte aufhörten und die Frage nach der Zukunft der Krankenhäuser gestellt werde, müsse das verbunden werden.

Gemeindeschwestern waren in der DDR fester Bestandteil des Gesundheitswesens. Bildrechte: picture-alliance/ dpa | Jens Büttner

Landambulatorium und Gemeindeschwester könnten eine Antwort sein, die gesamtdeutsch helfe. Weiter erklärte Ramelow: "Der Osten ist mehr als Ampelmännchen und Grüner Pfeil."

Momentan werde wieder das Zerrbild über den Osten erzählt, dass alles blau gefärbt sei, dass am Ende der ganze Osten verloren sei. In Wirklichkeit sei es aber so, dass 30 Prozent die AfD gewählt hätten. Die "Bestimmer" seien aber über 70 Prozent, die nicht AfD gewählt hätten.

Unterstützung für Haseloffs "Landeskinder"-Quote

Der Linken-Politiker stellte sich zugleich hinter die Forderung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), ostdeutsche Landeskinder beim Medizinstudium nicht mehr schlechter zu stellen als westdeutsche. Derzeit bilde man im Osten zu viele Menschen aus, die gar nicht bleiben wollten, sagte Ramelow. Beim Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hätten die Ost-Ministerpräsidenten sehr deutlich gemacht, "dass wir diejenigen, die wir halten wollen, auch viel früher gezielt fördern". Deswegen müssten Quotenregelungen geöffnet werden, oder man müsse beim Medizinstudium an ostdeutschen Hochschulen diejenigen bevorzugen, die auch hier bleiben wollten.

MDR

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 19. Juni 2024 | 07:35 Uhr