Bund-Länder-Beratungen Corona-Gipfel: Ein kostenloser Schnelltest pro Bürger und Woche

Gut neun Stunden haben Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Am Ende stand fest: Der Lockdown wird bis 28. März verlängert, doch es gibt Lockerungen. Aber auch eine Notbremse. Und es gibt einen kostenlosen Schnelltest pro Bürger und Woche ab 8. März.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt neben Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, zur Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Vize Olaf Scholz. Bildrechte: dpa

Der Corona-Lockdown wird um zwei Wochen bis zum 28. März verlängert, aber es gibt Lockerungen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten bei ihrer Videokonferenz beschlossen.

Nach den mehr als neunstündigen Beratungen kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel vorsichtige Öffnungsschritte in Abständen von je 14 Tagen an. Diese Zeit soll demnach vor jedem weiteren Öffnungsschritt vergehen, um Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen zu überprüfen.

Lockerungen ja, aber mit "Notbremse"

In einem ersten Schritt sollen etwa Blumenläden, Buchhandlungen und Gartenmärkte bundesweit öffnen. Bei einer Inzidenz unter 50 dürfen nach den Worten Merkels ab dem 8. März auch Einzelhandel und Einrichtungen wie Zoos oder Museen wieder öffnen. Ab dem 22. März seien dann Öffnungen der Theater, Kinos, Opernhäuser oder der Außengastronomie möglich. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100, können diese Bereiche mit vorheriger Terminbuchung beziehungsweise durch ein "Click & Meet"-System öffnen.

Diese Lockerungen können aber auch wieder zurückgenommen werden. Liege die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, werde die "Notbremse" gezogen. Dann gelten Merkel zufolge die Corona-Beschränkungen aus der Zeit vor dem 8. März.

Auch Kontaktregeln werden entschärft

Auch die strenge Begrenzung privater Kontakte im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird gelockert. Vom kommenden Montag an dürfen sich wieder bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgerechnet werden.

Merkel sieht Übergang in neue Pandemiephase

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie sehe Deutschland aktuell an der Schwelle zu einer neuen Phase der Pandemie, in die man nicht sorglos, "aber doch mit berechtigten Hoffnungen hineingehen" könne.

Der Frühling 2021 wird anders sein als der Frühling vor einem Jahr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Kostenlose Tests für Bürger

Die geplanten Lockerungen des Corona-Lockdowns sollen Merkel zufolge mit massenhaften Schnell- und Selbsttests abgesichert werden. Diese Tests zeigten "mit guter Genauigkeit, ob jemand tagesaktuell ansteckend ist", sagte die Kanzlerin. Jeder Bürger solle sich einmal pro Woche kostenlos testen lassen können. "Dieses Angebot gilt ab dem 8. März und die entsprechenden Testzentren werden vor Ort dafür zur Verfügung gestellt." Die Kosten dafür übernehme der Bund.

Schnelltests für Schulen und Kitas

In Schulen und Kitas sollten auch die einfacher anzuwendenden Selbsttests genutzt werden. Zur Beschaffung dieser Tests werde eine Taskforce gegründet. Ob Arbeitgeber Tests für ihre Mitarbeiter bezahlen müssen, ist noch nicht endgültig geklärt. Die Bundesregierung werde die Gespräche dazu am Freitag fortsetzen, kündigte Merkel an.

Auch Hausärzte dürfen ab April impfen

Um das Impftempo zu beschleunigen, sollen auch Hausärzte ab April Impfungen gegen Corona in ihren Praxen verabreichen können. Dazu will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der kommenden Woche eine Pilotphase starten. Die rund 60.000 Hausärzte sollen aber erst im April mitimpfen, wenn ausreichend Impfstoff für die Verteilung auch in der Fläche zur Verfügung steht. Zudem können Impfzentren künftig auch im Mehrschichtbetrieb arbeiten.

Astrazeneca bald auch für höhere Altersgruppen

Um möglichst viele Menschen impfen zu können, soll zudem der Abstand zwischen erster und zweiter Impfdosis auf das zulässige Maximum ausgedehnt werden. Das Vakzin von Astrazeneca werde bald auch für höhere Altersgruppen zugelassen, sagte Merkel.

Ostern bleibt unklar

Das nächste Treffen von Bund und Ländern ist am 22. März vorgesehen. Dann soll über die Regeln an Ostern beraten werden und über Bereiche, die keine Öffnungsperspektive erhallten haben, wie Hotels, Reiseunternehmen und die Gastronomie. 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. März 2021 | 06:00 Uhr

321 Kommentare

Leachim-21 vor 9 Wochen

Wessi : Sie s schreiben in eine Demokratie entscheidet die Mehrheit , da gebe ich ihnen Recht nur stellt sich dann die frage warum diese Regierung gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung Deutschland in eine Schuldenunion führt obwohl 80% dagegen sind laut letzter Umfrage. die Verträge Lissabon und Maastricht . keine Schulden Aufnahme durch Brüssel, keine Schuldenhaftung durch die Mitgliedsstaaten und so weiter und sofort.

Leachim-21 vor 9 Wochen

das GG. habe ich und schaue öfters nach. 1. Artikel : die Menschenwürde ist unantastbar und 2. Artikel recht auf persönliche Entfaltung. oder Gleichheit vor dem Gesetz. und und. das habe ich aus Ihren Kommentar so verstanden könnte aber auch anders sein.

Sonnenseite vor 9 Wochen

Im Übrigen hat Spahn in der Pressekonferenz wieder mehrfach von einer europäischen Lösung und gemeinsame europäisches Zusammenarbeiten usw usw gesprochen.

Das ist schlichtweg falsch, erstens haben von Anfang an nicht alle mitgemacht und es steigen auch immer wieder welche aus, zuletzt Österreich. ☝️



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