Bundespräsidentenwahl Linke schickt Trabert gegen Steinmeier ins Rennen

Die Linkspartei geht mit einem eigenen Kandidaten in die Bundespräsidentenwahl. Der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert tritt gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier an. Trabert gilt als chancenlos – es ist eine symbolische Bewerbung.

Gerhard Trabert
Will mit seiner Kandidatur auf soziale Missstände aufmerksam machen: Der Sozialmediziner Gerhard Trabert Bildrechte: dpa

Die Linke will den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert als Kandidaten in die Wahl des Bundespräsidenten schicken. Das teilte ein Parteisprecher am Sonntagabend mit. Der 65-jährige Trabert soll gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier antreten.

Symbolische Kandidatur

Die Kandidatur gilt als aussichtslos, da Steinmeier sowohl von der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP als auch von CDU und CSU unterstützt wird und auf eine breite Mehrheit hoffen kann. Trabert selbst spricht von einer symbolischen Bewerbung, um auf soziale Missstände hinzuweisen.

Ich möchte die Kandidatur nutzen, um auf die Armut und soziale Ungerechtigkeit in diesem Land hinzuweisen, und um als Fürsprecher von Menschen aufzutreten, die zu wenig gehört werden.

Gerhard Trabert Süddeutsche Zeitung

Trabert unterstützt Seenotrettung

Trabert engagiert sich seit langem für Obdachlose, Arme und geflüchtete Menschen. Der Mediziner ist Gründer und Vorsitzender des Vereins "Armut und Gesundheit in Deutschland". Er nahm wiederholt an zivilen Einsätzen zur Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer teil.

Gerhard Trabert im Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer an Bord der «Nadir»
Gerhard Trabert (re.) im Mittelmeer an Bord des Seenot-Rettungsschiffs "Nadir" Bildrechte: dpa

Bei der Bundestagswahl im September hatte Trabert im Wahlkreis Mainz als parteiloser Direktkandidat der Linken für den Bundestag kandidiert, wurde aber nicht gewählt. Eine offizielle Vorstellung Traberts als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist für Dienstag geplant.

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die am 13. Februar zusammentritt. Die Bundesversammlung wird 1.472 Mitglieder zählen – die 736 Abgeordneten des Bundestags und eine gleich große Zahl von Menschen, die die 16 Landtage entsenden. Auch die AfD erwägt eine eigene Kandidatur.

DPA, (ans) 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Januar 2022 | 22:00 Uhr

11 Kommentare

Tamico161 vor 24 Wochen

Also meine Stimme hätte der Herr Trabert. 1000 x besser als die bereits im Amt befindliche Alternative. Aber sicher werde ich nicht zur Bundesversammlung eingeladen. Ein Amt das so unnötig ist wie ein Kropf!

Ralf Richter vor 24 Wochen

Was reden/schreiben Sie eigentlich für wirres Zeug?
Sie schwadronieren über die "polit. Rechte" und hinterfragen den Nickname des User, der "tief blicken läßt".
Was hat das eine mit der vermutl. Anlehnung an den kommunist. RFB zu tun?
Zum Thema:
Die mangelnde Akzeptanz des Amtes ist der Art und Weise der Wahl geschuldet. Der vergleichbare BP Österreich's wird im Unterschied zu Deutschld. direkt vom Volk gewählt.
Merken Sie den Unterschied?

hansfriederleistner vor 24 Wochen

Wenn man die Kosten, die eine Reihe pensionierter Bundespräsidenten verursachen, betrachtet würde der /die Bundestagspräsident /in diese protokollarische Aufgabe auch ausfüllen können.

Mehr aus Politik

Karl Lauterbach (Bundesminister für Gesundheit, SPD) und Marco Buschmann (Bundesminister der Justiz) mit FFP2-Masken bei Plenarsitzung im Bundestag 3 min
Bildrechte: IMAGO / Christian Spicker

Mehr aus Deutschland

Mehrere Körbe Erdbeeren liegen auf einem Tresen. 4 min
Bildrechte: MDR/Carolin Büscher
Eine Frau hält in einem Fahrradabteil ein 9-Euro-Ticket. 3 min
Bildrechte: IMAGO / Kirchner-Media