Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Dem Wald geht es schlecht - das soll sich aber ändern. Bildrechte: dpa

WaldgesetzGesetzesänderung zum besseren Schutz der Wälder

von MDR AKTUELL

Stand: 16. Mai 2022, 21:48 Uhr

Damit die Wälder in Deutschland geschützt werden und erhalten bleiben, soll das Bundeswaldgesetz angepasst werden. Dabei sollen Bestimmungen, die zum Teil über 40 Jahre alt sind, modernisiert werden. Hintergrund ist der schlechte Zustand des Waldes.

Den deutschen Wäldern geht es schlecht. Auf der Suche nach Verbesserungen haben die Agrarminister der Länder eine Anpassung des Bundeswaldgesetzes an den aktuellen Zustand beschlossen. Einige der Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr greifen. Hauptprobleme für den Zustand des Waldes sind Stürme, Trockenheit mit daraus resultierenden Bränden und der Borkenkäferbefall.

Bundesagrarminister Cem Özdemir sagte nach Beratungen mit seinen Länderkollegen, damit die Wälder in Deutschland geschützt werden und erhalten blieben, solle das in Teilen über 40 Jahre alte Gesetz modernisiert werden. Damit solle ein deutschlandweiter Standard für Waldbewirtschaftung geschaffen werden. Die Änderungen würden auch Einfluss auf die Ländergesetze haben.

Leistungen für Waldbeseitzer

Außerdem sollen nach Angaben von Özdemir zusätzliche Leistungen für Waldbesitzer für den Klimaschutz und die Biodiversität auf den Weg gebracht werden. Dazu sei ein Modell mit verschiedenen Modulen entwickelt worden. Eine Maßnahme sind dem Minister zufolge geringere Eingriffe des Menschen in Wälder, die einen besonders hohen Wert für die Biodiversität haben.

Für die Honorierung von Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen sollen bis zum Ende der Legislaturperiode 900 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Geteilte Reaktionen

Brandenburgs Forstminister Axel Vogel sprach von einer guten Botschaft, um den Waldeigentümern für den nachhaltigen Waldumbau die erforderliche Rückendeckung zu geben. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus sagte dagegen, angesichts der Schäden sei dieser Betrag wohl nicht das, was sich die Waldbesitzer vorgestellt hätten.

Die Waldeigentümer begrüßten die zugesagte Unterstützung – allerdings mit Einschränkungen. Angesichts der Klimakrise sei es ein gutes Signal für die Waldbesitzenden, dass der Wald bei Bund und Ländern in den Fokus gerückt sei, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände, Andreas Bitter. Die finanziellen Hilfen zur Anpassung des Waldes an den Klimawandel müssten jetzt aber schnell bei den Waldbesitzenden ankommen.

Eindämmmung der Waldbrandgefahr

Ein weiteres Thema der Agrarministerkonferenz waren die Waldbrandgefahr und mögliche Präventionsmaßnahmen. In der Trockenheit komme es vermehrt zu Waldbränden, sagte Sachsen-Anhalts Forstminister und der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Sven Schulze. Erst am vergangenen Wochenende hatte es zum wiederholten Mal im Harz gebrannt. Schulze forderte, man müsse bei der Erkennung und auch bei der Bekämpfung von Waldbränden länderübergreifend zusammenarbeiten.

Quellen: dpa (isc)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 16. Mai 2022 | 19:30 Uhr