Bundeswehr Eliteeinheit KSK bleibt bestehen

Nach mehreren rechtsextremistischen Vorfällen war die Eliteeinheit der Bundeswehr massiv in die Kritik geraten. Sogar ein Auflösung stand im Raum. Jetzt steht fest, die Einheit bleibt bestehen. Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer bescheinigt ihr, Reformen umgesetzt zu haben. Die Einheit bekommt aber einen neuen Kommandeur.

Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr demonstrieren während eines Videodrehs zum Tag der Bundeswehr die ܜberwältigung einer Zielperson aus einem Auto.
Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat dem KSK eine positive Entwicklung bescheinigt. Sie hält deshalb an der Eliteeinheit fest. Bildrechte: dpa

Die nach mehreren rechtsradikalen Vorfällen in die Kritik geratene Bundeswehr-Einheit Kommando Spezialkräfte (KSK) bleibt erhalten. Es bekommt aber einen neuen Kommandeur. Darüber informierte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer den Verteidigungsausschuss des Bundestages.

Kramp-Karrenbauer bescheinigt positiven Wandel

Kramp-Karrenbauer erklärte, mit der Umsetzung zahlreicher Reformen habe beim KSK ein positiver Wandel stattgefunden, der vom überwiegenden Teil der Soldaten mitgetragen werde. Sie stellte zudem klar, dass sich der Verband keine weiteren Vorfälle mehr leisten könne und die Reformen weitergehen würden. Kramp-Karrenbauer betonte aber auch, dass Deutschland die einzigartigen militärischen Fähigkeiten brauche, die im KSK vorhanden seien.

Kommandeur wird ausgetauscht

Kramp-Karrenbauer tauscht aber den Kommandeur der Eliteeinheit aus. Zum 1. September wird Brigadegeneral Ansgar Meyer die Spitzenposition beim KSK übernehmen. Er ist aktuell Kontingentführer der deutschen Soldaten in Afghanistan.

Gegen den derzeitigen KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr wird intern ermittelt. Außerdem untersucht die Staatsanwaltschaft Tübingen eine umstrittene Amnestie für die Rückgabe verschwundener Munition.

Ermittlungen wegen umstrittener Amnestie

Kreitmayr soll Soldaten im vergangenen Jahr die Möglichkeit gegeben hatte, unerlaubt gehortete Munition ohne weitere Strafen zurückzugeben. Von Ende März bis Ende April 2020 waren so offenbar mehrere tausend Schuss Munition und wohl auch Handgranaten zusammengekommen, mehr als bis dato vermisst wurden.

KSK seit 2017 in den Schlagzeilen

Der Wirbel um das KSK hatte 2017 mit der sogenannten Schweinekopf-Party für einen scheidenden Offizier begonnen und endete bislang mit dem Fund eines Waffenlagers im Garten eines KSK-Soldaten.

Im vergangenen Sommer hatte Kramp-Karrenbauer die zweite Kompanie des Verbandes aufgelöst, nachdem dort mehrere rechtsextremistische Vorfälle bekanntgeworden waren. Außerdem leitete sie eine Umstrukturierung des KSK ein und verpflichtete die Einheit zu Reformen.

Quelle: MDR, dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Juni 2021 | 12:15 Uhr

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