Absolute Mehrheit CDU-Mitglieder wollen Friedrich Merz als Parteichef

Friedrich Merz wird aller Voraussicht nach neuer CDU-Parteivorsitzender. Bei einer Mitgliederbefragung erreichte er die absolute Mehrheit. Offiziell muss Merz noch von einem Parteitag gewählt werden.

Friedrich Merz, Kandidat für den CDU Vorsitz, stellt sich in einer Townhall-Veranstaltung mit seinen Mitbewerbern im Konrad-Adenauer-Haus den Fragen der Parteimitglieder.
Friedrich Merz hat es im dritten Anlauf geschafft und wird Vorsitzender der CDU. Bildrechte: dpa

Im Dreikampf um den CDU-Vorsitz dürfte die Entscheidung gefallen sein: Friedrich Merz erhielt bei einer Mitgliederbefragung 62,1 Prozent der Stimmen. Die absolute Mehrheit von 50 Prozent übertraf der 66-Jährige damit deutlich. Das Ergebnis gab CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Freitagnachmittag bekannt. Für Norbert Röttgen als neuen CDU-Chef sprachen sich 25,8 Prozent aus, für Helge Braun 12,1 Prozent.

Keine Stichwahl notwendig

Mit diesem Ergebnis ist eine Stichwahl um die Nachfolge von Armin Laschet überflüssig geworden. Offiziell muss Merz noch von den 1.001 Delegierten eines digitalen Parteitags am 21./22. Januar gewählt werden. Anschließend muss die Wahl per Briefwahl bestätigt werden.

An der Befragung beteiligten sich nach Angaben der CDU vom Donnerstag knapp zwei Drittel der rund 400.000 Mitglieder. Demnach stimmten genau 248.360 Mitglieder ab – 64,3 Prozent aller Parteibuchbesitzer.

Unterschiedliche Profile

Die drei Bewerber zeigten im parteiinternen Wahlkampf viele Übereinstimmungen. Dennoch stehen sie für unterschiedliche Richtungen in der CDU. Ex-Unionsfraktionschef Merz gilt nach wie vor als Liebling der Konservativen und des Wirtschaftsflügels. Seine Anhänger erhoffen sich von ihm eine Rückbesinnung auf ein klares konservatives Profil, das bei der damaligen Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel vermisst worden war.

Der Außenpolitiker Röttgen gilt seien Anhängern als modern und politisch eher in der Mitte verortet. Ebenfalls zu den Vertretern der politischen Mitte zählt der frühere Kanzleramtschef Helge Braun – dem von internen Kritikern angelastet wird, er stehe für eine Fortsetzung der Politik Merkels.

Röttgen und Merz hatten bereits Anfang des Jahres für den Vorsitz kandidiert – und damals auf einem Parteitag gegen Laschet verloren. Für Merz ist es sogar der dritte Anlauf auf den Parteivorsitz, nachdem er nach dem Rückzug von Merkel vom Chefamt im Dezember 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verloren hatte.

CDU personell und inhaltlich neu aufstellen

Auf den neuen CDU-Vorsitzenden kommen zahlreiche Aufgaben zu. Neben der personellen Neuaufstellung der kompletten Parteispitze bei dem Online-Parteitag im Januar dürfte zu den wichtigsten Aufgaben des neue Parteichefs die inhaltliche Profilierung der CDU zählen. Auch intern wurde im Zusammenhang mit dem Wahlkampf bemängelt, dass die Partei nach den 16 Jahren von Merkel im Kanzleramt inhaltlich ausgezehrt wirkte.

Quelle: dpa/MDR (ala)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 17. Dezember 2021 | 14:30 Uhr

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