Reaktionen Applaus für Merz von der CDU in Mitteldeutschland

Die CDU-Mitglieder haben sich mit großer Mehrheit für Friedrich Merz als neuen Parteichef ausgesprochen. Aus den Landesverbänden in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt kommt Applaus, Merz war seit Längerem ihr Favorit. Offiziell gewählt werden soll Merz vom  Bundesparteitag im Januar.

Reiner Haseloff, Friedrich Merz und Michael Kretschmer
Die ostdeutschen CDU-Landesverbände erwarten Rückenwind mit einem Bundesvorsitzenden Friedrich Merz. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Thüringer CDU: Merz war Kandidat der Basis

Die Thüringer CDU freut sich, dass ihr Wunschkandidat Friedrich Merz die Mitgliederbefragung für den Parteivorsitz für sich entschieden hat. Landeschef Christian Hirte sagte, Merz sei der Kandidat der Mitglieder. Er genieße seit Jahren hohe Zustimmungswerte, besonders in Thüringen.   

Wir brauchen an der Spitze unserer Partei jetzt jemanden, der mit klarer Kante vorangeht.

Thüringens CDU-Chef und Bundestagsabgeordneter Christian Hirte
Mario Voigt, CDU-Fraktionschef, spricht im Plenarsaal des Thüringer Landtags.
Thüringer CDU-Fraktionschef Mario Voigt. Bildrechte: dpa

Landtagsfraktionschef Mario Voigt sagte dem MDR, mit Merz an der Spitze könne die Union quasi aus dem Stand in die Oppositionsaufgabe starten – meinungsstark, wortgewaltig und als klare Alternative zur Ampel-Regierung. Voigt, der sich zuletzt im Zweikampf Laschet-Merz noch für Laschet ausgesprochen hatte, sagte, die Zeiten hätten sich geändert.

Die Südthüringer Landtagsabgeordnete Beate Meißner nennt Merz den Kandidat der Herzen – bereits bei seinen beiden vorangegangenen Anläufen.

Sachsen: Mit Merz die CDU wieder zur Volkspartei machen

Der Generalsekretär der sächsischen CDU, Alexander Dierks, lobte die hohe Beteiligung bei der CDU-Mitgliederbefragung. 62 Prozent Zustimmung für Friedrich Merz seien ein wichtiges Zeichen der Geschlossenheit und des Aufbruchs. Dierks sprach von einem großen Vertrauensvorschuss für Merz. Er sieht auch den Auftrag, alle Strömungen der Partei zusammenzuholen und ein starkes Team zu formen, um im Bundestag eine starke Oppositionsrolle einzunehmen und die CDU wieder als Volkspartei zu etablieren.

Dierks zufolge war bereits während der Mitgliederbefragung in den Kreisverbänden eine kleine Eintrittswelle spürbar. Menschen hätten gesagt, dass sie mitentscheiden wollten, wie sich die Union für die Zukunft aufstelle. Er verspricht sich mit Merz einen großen Motivationsschub für die Union, von dem auch die sächsische CDU profitieren könne.

Sachsen-Anhalt: Merz kennt den Osten

Auch Sachsen-Anhalts CDU-Landeschef Sven Schulze zeigte sich über das Ergebnis der Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz erfreut. Schulze sagte dem MDR, das sehr deutliche Ergebnis zeige, dass Friedrich Merz der richtige Kandidat für den Parteivorsitz sei. Der sachsen-anhaltische Landesverband habe Merz bereits bei den letzten Wahlen unterstützt.

Sven Schulze, Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt, spricht in der CDU-Landeszentrale zu den Medienvertretern.
Vorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt: Sven Schulze Bildrechte: dpa

Aus Sicht von Schulze kennt Merz im Vergleich zu seinen Mitbewerbern Norbert Röttgen und Helge Braun am besten die ostdeutschen Themen. Merz habe sich dazu auch mit Ministerpräsident Reiner Haseloff ausgetauscht, wie man sie angehen könne. Die CDU müsse jetzt die Oppositionsrolle in Deutschland schnell annehmen und dürfe da nicht mehr hadern.

Merz erzielte nach CDU-Angaben bei der Mitgliederbefragung 62,1 Prozent und damit klar die notwendige absolute Mehrheit. Der Außenpolitiker Norbert Röttgen kam auf 25,8 Prozent der Stimmen, Ex-Kanzleramtschef Helge Braun auf 12,1 Prozent. Die Beteiligung an der ersten Mitgliederbefragung in der CDU-Geschichte lag bei 66 Prozent.

DPA, MDR, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Dezember 2021 | 17:00 Uhr

116 Kommentare

Wessi vor 33 Wochen

Ja richtig geraten @ O.B. ..Frau Merkel ist im Ruhestand, aber ihre konservativen Anhänger wollen ihre, gute Politik behalten.Und von denen gibts viele im CDU/CSU-Wählerlager. Merz wird integrieren müssen, so sehr das Leuten wie Ihnen auch nicht passt.Da klafft ein Riesenunterschied zwischen Parteibasis und Wählerschaft.Aber das weiß Merz, sonst hätte er sich nicht so geäussert wie er es tat.Und denken auch Sie an den Fall des Maaßen...(-:...man will offensichtlich keine nationalkonservative Politik.

O.B. vor 33 Wochen

" ... ein ganz normales Teil der geimpften Mehrheit ..."
🤣🤣 das sehe ich auch so 👍
Was haben Sie ZITAT "teil" eigentlich vor bzw ohne Corona gemacht?

O.B. vor 33 Wochen

Wessi, Frau Merkel ist im Ruhestand 💡!? Wählt noch jemand nach Schröders Ansinnen oder gar nach Kohls? Die Ära Merkel ist zu Ende und der ein oder andere Mitläufer wird nun ganz schnell seine Gesinnung an den Tag legen ohne politische Konsequenzen fürchten zu müssen.

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