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Bislang war die sogenannte Booster-Impfung vor allem für Ältere und Risikopatienten empfohlen. Bildrechte: dpa

CoronavirusBooster für Booster-Impfungen

von MDR AKTUELL

Stand: 29. Oktober 2021, 18:39 Uhr

Booster-Impfungen sollen in den kommenden Wochen bei der Eindämmung der neuesten Coronavirus-Welle helfen. Sachsen und Thüringen geben die Auffrischungsimpfungen ab November für alle frei.

Angesichts stark zunehmender Infektionen mit dem Coronavirus sollen wesentlich mehr Menschen als bislang Auffrischungsimpfungen erhalten. Jeder, der eine sogenannte Booster-Impfung mache, "tut auch was dafür, dass wir sicher durch den Winter kommen", sagte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag im rbb-Inforadio.

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SPD: Mehr Tempo machen

Die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar forderte mehr Tempo bei den Drittimpfungen. Die Politikerin sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei offenkundig, "dass wir zu langsam sind". Ende April 2021 seien knapp sechs Millionen Bürger zweimal geimpft gewesen. Das bedeute, dass diese nun ein halbes Jahr später eine Auffrischungsimpfung bekommen sollten. "Statt dieser sechs Millionen zählen wir aber erst 1,9 Millionen Menschen mit Booster-Impfung", kritisierte Dittmar. Die Menschen in Deutschland müssten besser aufgeklärt werden.

Thüringen und Sachsen gehen voran

In Mitteldeutschland ergriffen die Landesregierungen von Sachsen und Thüringen am Freitag bereits entsprechende Maßnahmen. Das Dresdner Sozialministerium teilte mit, dass sich in Sachsen ab 1. November alle über 18-Jährigen eine dritte Impfung holen könnten. Man folge damit einer Empfehlung der Sächsischen Impfkommission. Neueste Daten würden eine Risikoreduktion für alle Altersgruppen eindrucksvoll belegen.

Auch Thüringens Sozialministerium kündigte an, die Booster-Impfungen ab November für alle Altersgruppen freizugeben. "Wer eine dritte Impfung möchte, soll eine dritte Impfung bekommen", wird Ministerin Heike Werner in einer Mitteilung zitiert.

Ob es auch in Sachsen-Anhalt entsprechende Pläne gibt, ist noch unklar. Das Gesundheitsministerium beantwortete eine Anfrage von MDR AKTUELL vom Freitagnachmittag noch nicht.

Empfehlung für Menschen ab 70

Bislang hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischungsimpfungen lediglich für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Zudem soll Bewohnerinnen und Bewohnern von Altenheimen sowie Pflegepersonal eine dritte Impfdosis angeboten werden. 

Die Gesundheitsminister von Bund und Länder empfahlen darüber hinaus jüngst auch allen über 60-Jährigen sowie Menschen mit Vorerkrankungen eine Booster-Impfung. Den Angaben nach ist die Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff frühestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung möglich.

Das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt in seinem aktuellen Wochenbericht, bei den gegenwärtigen Sieben-Tage-Inzidenzen bestehe "eine zunehmende Wahrscheinlichkeit infektiöser Kontakte". Daher werde dringend empfohlen, das Impfangebot einschließlich der Möglichkeit zur Auffrischung zu nutzen.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL Radio | 29. Oktober 2021 | 13:30 Uhr