Intensivmediziner mit Bilanz der 2. Corona-Welle Kortison und blutverdünnende Mittel am erfolgreichsten bei COVID-19-Behandlung

Kortison und blutverdünnende Medikamente haben bei der Behandlung von COVID-19-Patienten maßgeblich dazu beigetragen, dass eine Überlastung der Intensivstationen verhindert werden konnte. Medikamentöse Hoffnungsträger wie Remdesivir haben hingegen nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Das sagte Prof. Christian Karagiannidis dem MDR-Magazin "Hauptsache gesund".

Auf der Covid-19-Station, einem Bereich der Operativen Intensivstation vom Universitätsklinikum Leipzig, stehen der Leiter der Klinik, Prof. Dr. Sebastian Stehr (2.v.l) mit dem Oberarzt Dr. Sven Laudi dem Stationsarzt Dr. Alexander Leitner und der Leitenden Bereichsleitung Sylvia Köppen (r-l) am Bett eines schwerkranken Patienten.
Dank die Behandlung mit Krtison und blutverdünnenden Mitteln konnte in der zweiten Corona-Welle eine Überlastung der Intensivstationen verhindert werden. Bildrechte: dpa

"Kortison hat uns sicherlich sehr geholfen, dass einige Patienten nicht auf die Intensivstation mussten", erklärte der Arzt. Karagiannidis ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN). Zusammen mit Prof. Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin hat er die Studie "Große Unterschiede bei der Aufnahme auf der Intensivstation während der ersten und zweiten COVID-19-Welle in Deutschland“ verfasst. Nach Auskunft von Karagiannidis ist deren Veröffentlichung für den 6. März 2021 geplant.

Mit Kortison gegen Überreaktion des Immunsystems

Der Erfolg von Kortison liegt nach Auskunft von Karagiannidis darin, dass es bei den meisten Patienten nicht allein um die Bekämpfung des Virus geht, sondern um die Eindämmung einer Überreaktion des Immunsystems.

Prof. Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin
Prof. Christian Karagiannidis hat Erkenntnisse bei der erfolgreichen Behandlung von COVID-19 in einer Studie zusammengefasst. Bildrechte: MDR/Felix Schmitt

"In den ersten zehn Tagen der Erkrankung fällt die Viruslast relativ schnell ab. In der Regel kommen Patienten an Tag acht bis zehn ins Krankenhaus. Dann steht also gar nicht mehr so sehr das Virus im Vordergrund, sondern vielmehr die Überreaktion des Immunsystems", so der Mediziner. Das Kortison könne diese Überreaktion zu einem gewissen Grad dämpfen: "Und dadurch überleben einfach mehr Patienten."

Mit Blutverdünner gegen Coronasymtom Blutgerinnsel

Die erfolgreiche Behandlung mit blutverdünnenden Mitteln erklärte Karagiannidis wie folgt: "Wir haben gelernt, dass die Corona-Erkrankung dazu neigt, dass sich viele Blutgerinnsel im Körper bilden und dass eine Blutverdünnung, wenn man sie frühzeitig einsetzt, auch einen guten Effekt hat."

Die Erkenntnisse der Studie werden nach Aussage von Karagiannidis in die nationale COVID-19-Leitlinie für die Behandlung von Patienten in den Krankenhäusern übernommen.

Dieses Thema im Programm: Haupsache Gesund | 04. März 2021 | 21:00 Uhr

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