Proteste Corona-Demos in Mitteldeutschland

In mehreren Städten Mitteldeutschlands sind am Abend erneut Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren. In Sachsen war die Polizei in Freiberg, Bautzen, Dresden und Pirna im Einsatz, um Menschenansammlungen aufzulösen. In Sachsen-Anhalt fanden Proteste beispielsweise in Magdeburg, Halle, Querfurt und Naumburg statt. In Thüringen gab es unter anderem in Ilmenau, Apolda, Erfurt und Rudolstadt Aktionen.

Mehrere Polizeibeamte in voller Schutzmontur stehen Demonstranten in Chemnitz gegenüber.
Demonstranten und Polizisten am Montagabend in Chemnitz. Bildrechte: Harry Härtel

Proteste in Sachsen

An mehreren Orten in Sachsen ist die Polizei am Abend gegen Proteste von Gegnern der Corona-Maßnahmen vorgegangen. Nach Angaben der Einsatzkräfte kam es unter anderem in Freiberg, Bautzen, Dresden und Pirna zu unerlaubten Menschenansammlungen. Größere Aufzüge konnten demnach verhindert werden.

In Freiberg gestaltete sich das schwierig: Laut Polizei wurden dort zunächst rund 150 Menschen in der Nähe eines Supermarktparkplatzes eingekesselt. Aufgrund der Nähe zu den Geschäften sei jedoch nicht festzustellen gewesen, ob es sich bei den Personen um Teilnehmer oder um Kunden der Märkte handelte, sagte ein Sprecher der Polizei.

Im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz gab es zahlreiche weitere Protestaktionen, unter anderem in Zwönitz, Mittweida und Stollberg. Rund 1.000 Polizistinnen und Polizisten waren dort im Einsatz. Unterstützt wurden die regionalen Beamten von Kräften aus Nordrhein-Westfalen, der Bundespolizei und der Bereitschaftspolizei.

Sachsenweit wurden zahlreiche Ordnungswidrigkeitsverfahren und Strafanzeigen aufgenommen. Zudem wurden Platzverweise ausgesprochen und Bußgelder verhängt.

Proteste in Sachsen-Anhalt

In einigen Städten in Sachsen-Anhalt haben am Abend insgesamt mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Allein in Magdeburg beteiligten sich 3.500 Menschen an der Aktion in der Innenstadt. Nach Aussage der Polizei verliefen die Demonstrationen störungsfrei.

In Halberstadt beteiligten sich demnach 1.500 Menschen an einer Demonstration, in Wittenberg mehr als 1.300. In Halle waren laut Polizei etwa 750 Demonstranten unterwegs, in Naumburg etwa 650 Demonstranten, in Querfurt waren es 400. Weitere Demonstrationen wurden aus Schönebeck, Aschersleben, Zeitz, Weißenfels, Dessau und Stendal gemeldet.

Proteste in Thüringen

In Thüringen haben am Montagabend an verschiedenen Orten insgesamt rund 6.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Der Polizei waren am Abend rund 26 Versammlungen bekannt, wie ein Sprecher sagte. Größtenteils seien es illegale Zusammenkünfte gewesen.

Mehrfach seien der Einsatz von Pyrotechnik sowie Rangeleien festgestellt worden. Insgesamt leitete die Polizei demnach 500 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein und stellte 30 Strafanzeigen. Bei Angriffen gegen Polizeikräfte seien sieben Beamte verletzt worden, einer davon war nicht mehr dienstfähig.

In der Landeshauptstadt Erfurt versammelten sich an mehreren Orten Hunderte Menschen, die sich nach einiger Zeit zusammenschlossen, wie die Polizei in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Die Sicherheitskräfte hätten die Aufzüge schließlich gestoppt. Hierbei sei es "erneut zu massiven Angriffen gegen die eingesetzten Polizeibeamten und zu Durchbruchversuchen" gekommen, deshalb seien Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Demonstranten eingesetzt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 13. Dezember 2021 | 21:45 Uhr

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