Eigenverantwortung gefordert Ärztepräsident für Ende der Maskenpflicht im Gesundheitswesen

Bundesärztepräsident Reinhardt fordert ein Ende der gesetzlichen Maskenpflicht im Gesundheitswesen. Man brauche keine generelle Pflicht zum Masketragen mehr. Die Praxen sollten selbst darüber entscheiden.

Klaus Reinhardt
Bundesärztepräsident Reinhardt: "Brauchen in medizinischen Einrichtungen keine generelle, gesetzliche Maskenpflicht mehr." Bildrechte: dpa

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, plädiert für ein Ende der gesetzlichen Maskenpflicht im Gesundheitswesen. "Wir brauchen in medizinischen Einrichtungen keine generelle, gesetzliche Maskenpflicht mehr. Nicht jede Einrichtung hat mit Hochrisikopatienten zu tun", sagte er der Zeitung "Die Welt". Die Situation zum Beispiel beim Psychotherapeuten sei eine ganz andere als bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder in einer Infektsprechstunde.

Praxen sollen selbst entscheiden

Nach Ansicht von Reinhardt sollten über das Tragen einer Maske die Praxen selbst entscheiden und dabei Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) berücksichtigen. "Menschen, die gesundheitlich besonders gefährdet sind, sollten eigenverantwortlich eine Maske aufsetzen oder mit dem Arzt vereinbaren, dass sie zu Randzeiten der Sprechstunde vorbeikommen", empfahl der Bundesärztepräsident.

Derzeit gilt für Kliniken, Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen die Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen. Zum Teil sind zusätzlich noch Corona-Tests vorgeschrieben. Die Vorgaben gelten nach derzeitigem Stand bis zum 7. April. Im öffentlichen Personennahverkehr wurde die Maskenpflicht in einigen Bundesländern bereits abgeschafft. Ab dem 2. Februar entfällt die Regelung auch für den Fernverkehr der Deutschen Bahn sowie für den Nahverkehr in den übrigen Bundesländern. In Flugzeugen wurde die Maskenpflicht bereits im vergangenen Jahr beendet.

RKI soll unabhängiges Institut werden

Ärztekammerpräsident Reinhardt sprach sich ferner dafür aus, das RKI zu einem unabhängigen Institut zu machen. Derzeit ist es dem Gesundheitsministerium unterstellt. Als solches könne es sich schwer aus politischen Debatten heraushalten, monierte Reinhardt. "Wenn die Politik also tatsächlich wissenschaftlich unabhängigen Rat einholen will, braucht es hierfür auch ein politisch unabhängiges Institut."

Das RKI war ursprünglich aus dem politisch unabhängigen Bundesgesundheitsamt hervorgegangen, das 1994 durch Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) aufgelöst worden war.

MDR AKTUELL/dpa/AFP (dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Januar 2023 | 06:00 Uhr

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