Corona-Pandemie Diese Wissenschaftler gehören dem Corona-Expertenrat an

Die Bundesregierung hat zur Pandemie-Bekämpfung ein Gremium eingerichtet, das ihr beratend zur Seite stehen soll. Dem neuen Corona-Expertenrat der Bundesregierung gehören die Virologen Christian Drosten und Hendrik Streeck an sowie 17 weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschafttler.

Der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck
Anders als Christian Drosten war der Virologe Hendrik Streeck unter Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht zu Corona-Beratungen hinzugezogen worden. Bildrechte: dpa

Ein neues Expertengremium soll die wissenschaftliche Beratung der Bundesregierung auf eine breitere Basis stellen. Die Pandemiebekämpfung solle sich stärker auf wissenschaftliche Expertise stützen, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach dazu am Wochenende. "Wir werden bereits Dienstag zusammenkommen und das weitere Vorgehen beraten." Bundeskanzler Olaf Scholz sagte dem ARD-Hauptstadtstudio: "Wir wollen erreichen, dass dort auch Konsense formuliert werden."

Expertenrat soll Entscheidungshilfe geben

Lauterbach kündigte an, für ihn werde die enge Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Rates Grundlage seiner Politik. "Wir kennen uns schon lange", erklärte Lauterbach. Scholz erwartet von dem Expertenrat nach eigenen Worten Vorschläge, die die Regierung ihren Entscheidungen mit zugrunde legen kann.

Die "Welt am Sonntag" berichtete, dem sogenannten Wissenschaftlichen Expertengremium gehörten unter anderem Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité, sowie Hendrik Streeck, Leiter des Virologischen Instituts der Uniklinik Bonn, an. Beide Experten hatten sich in der Vergangenheit teils sehr unterschiedlich zur Bewältigung der Krise geäußert.

Melanie Brinkmann
Die Virologin Melanie Brinkmann soll ebenfalls dem Expertengremium angehören. Bildrechte: dpa

Neben dem Virologen-Duo sollen unter anderem Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, die Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen und der Intensivmediziner Christian Karagiannidis dem Expertenrat angehören.

Prof. Jörg Dötsch Arzt bei Markus Lanz 7 min
Bildrechte: imago images/teutopress

Wer noch alles zum Expertenrat gehört

Neben den Genannten gehören dem Expertenrat außerdem an:

  • Christine Falk (Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie)
  • Alena Buyx (Vorsitzende des Deutschen Ethikrates)
  • Michael Meyer-Hermann (Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung)
  • Leif Erik Sander (Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfforschung der Charité)
  • Johannes Niessen (Leiter Gesundheitsamt Köln)
  • Reinhard Berner (Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Dresden)
  • Cornelia Betsch (Inhaberin der DFG Heisenberg-Professur of Health Communication an der Universität Erfurt)
  • Jörg Dötsch (Präsident Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin)
  • Ralph Hertwig (Direktor des Forschungsbereichs Adaptive Rationalität am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung)
  • Lars Kaderali (Institut für Bioinformatik an der Universitätsmedizin Greifswald)
  • Heyo Kroemer (Vorstandsvorsitzender der Berliner Charité)
  • Stefan Sternberg (Landrat von Ludwigslust-Parchim)


dpa,afp

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 14. Dezember 2021 | 19:30 Uhr

45 Kommentare

Wessi vor 6 Wochen

aber @ Dermbacherin das muß doch alles nicht öffentlich diskutiert werden.Man sollte den Expertenrat ersteinmal arbeiten lassen, bevor man in geradezu hysterischer Hektik gleich mal wieder irgendetwas fordert.Ausserdem sieht es so aus, als stiegen die Infektionszahlen zum Winter+sinken zum Frühjahr.Also ist die Formulierung "derzeitiger Anstieg" schon goldrichtig.Die Aussage:"wir werden das ...nicht mehr verschwinden lassen" ist Ihrerseits eine völlig unbelegte Mutmaßung die den Aussagen der Wissenschaftler widerspricht+man muß immer vom Istzustand ausgehen.Daß Streek das Gremium schnell verlassen wird, ist durch nichts belegt.Streek hat, im Gegensatz zu den Ungeimpften, Verantwortungsbewusstsein dem Volk gegenüber!

DermbacherIn vor 6 Wochen

Ich halte die Fragestellung für falsch. Wir hatten jetzt schon mehrfach einen "derzeitigen Anstieg der Coronazahlen". So sehen auch die Lösungsansätze aus: kurzfristig bis zum nächsten Frühjahr gedacht. Und niemand macht sich ehrlich: Wir werden das Coronavirus nicht mehr verschwinden lassen können. Wir werden lernen müssen, mit ihm zu leben. Das erfordert eine langfristige Strategie, wozu auch gehört, dass sämtliche Infrastrukturen der grundlegenden Daseinsvorsorge den Profitinteressen weniger entzogen werden müssen.

DermbacherIn vor 6 Wochen

"Wir kennen uns schon lange“, so Lauterbach."
Priesemann, Wieler, Drosten, Buyx, Brinkmann, Meyer-Herrmann, Karagianidis...
Da wird aber, Hendrik Streeck nichts zu melden haben, er wird nach ein paar Wochen entnervt dieses Gremium wieder verlassen.

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