Geringe Nachfrage Länder geben über zwei Millionen Impfdosen zurück

Die Corona-Impfkampagne in Deutschland stockt, viele Impfdosen werden nicht gebraucht. Die Länder geben daher Millionen Dosen an den Bund ab, darunter auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Dosen sollen vor allem an Entwicklungsländer gespendet werden.

Eine Impfärztin zieht eine Spritze mit Astrazeneca-Impfstoff auf.
Vor allem Impfdosen von Astrazeneca werden von den Ländern zurückgegeben. Bildrechte: imago images/NurPhoto

Wegen der geringeren Nachfrage nach Corona-Impfungen wollen fast alle Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurückgeben. Das ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag". Danach planen die Bundesländer die Rückgabe von mindestens 2,3 Millionen Dosen.

Allein Nordrhein-Westfalen sieht dem Zeitungsbericht zufolge für 1,05 Millionen Impfdosen keinen Bedarf mehr. Baden-Württemberg wolle mehr als 450.000 Dosen zurückgeben, Hessen 185.200 und Sachsen 150.000. Die kleinste Rückgabemenge meldete demnach Brandenburg mit 30.500. Auch Sachsen-Anhalt und Thüringen geben Impfdosen ab. Thüringen hatte bereits Anfang August angekündigt, fast 31.000 Dosen an den Bund zurückzugeben.

Bayern ist laut "Welt am Sonntag" noch dabei, die Zahl der Dosen zu ermitteln, die es wieder abgeben will. Diese würden dann noch zu den 2,3 Millionen Dosen der anderen Länder hinzukommen. Schleswig-Holstein habe keine Angaben gemacht. Nur das Saarland sehe keine Notwendigkeit, Vakzine an den Bund abzugeben.

Impfstoff soll noch haltbar sein

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Ländern angeboten, Impfstoffdosen, die in den Impfzentren nicht mehr benötigt werden, an den Bund abzugeben. Dieser will sie dann an andere Länder spenden. Die Impfstoffe sollen aber noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Die Länder wollen in erster Linie den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca zurückgeben. Aus Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern kommen außerdem Impfdosen von Johnson & Johnson hinzu.

Entwicklungsminister: Anderswo werden Impfstoffdosen gebraucht

Das Bundeskabinett hatte beschlossen, bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten abzugeben. Entwicklungsminister Gerd Müller sagte der "Welt am Sonntag", die Menge sollte schrittweise weiter aufgestockt werden. In Deutschland sei inzwischen ausreichend Impfstoff verfügbar. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn in Deutschland Impfstoff verfalle, der anderswo dringend gebraucht werde.

Quelle: dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. August 2021 | 09:00 Uhr

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