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Derzeit trägt der Bund die Kosten für Corona-Tests. Bildrechte: MDR/Mario Unger-Reißmann

Debatte um Impfpflicht

Corona: Uneinigkeit über Umgang mit nicht-geimpften Menschen

von Stephan Kloss, MDR AKTUELL

Stand: 16. Juli 2021, 15:36 Uhr

Forderungen, sogenannte Impf-Verweigerer zu sanktionieren, werden lauter. So möchte etwa der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung (CDU), Thomas Bareiß, dass Corona-Tests für Nicht-Geimpfte nicht mehr kostenlos sind, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Ähnlich äußert sich die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, Christine Aschenberg-Dugnus. Eine größere Rolle als bisher könnten aber auch mobile Impfteams spielen.

Erik Bodendieck ist Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Er ist überzeugt, dass sich jetzt möglichst viele Menschen impfen lassen müssen, damit eine vierte Corona-Welle im Herbst flach ausfällt.

Ärztekammer: Pflicht, "wenn Freiwilligkeit nicht ausreicht"

Deshalb findet er Maßnahmen gegen die Impfmüdigkeit und damit Druck auf Nicht-Geimpfte völlig in Ordnung: "Ich sehe im Moment das Problem, dass die Freiwilligkeit, sich impfen zu lassen, deutlich zurückgeht. Insofern sind Forderungen nach der Bezahlung von Schnelltests, um gewissen Freiheiten zu erlangen, nach der Bezahlung von PCR-Tests oder dem Ausschluss von ungeimpften Menschen in Bezug auf bestimmte gesellschaftliche Veranstaltungen nachvollziehbar."

Diese Maßnahmen gegen Nicht-Geimpfte seien aber nur ein Teil der Lösung. Denn wenn die Freiwilligkeit nicht ausreiche "muss es eine Pflicht zur Impfung geben." Dem Landesärztekammer-Präsidenten zufolge können Zwangsmaßnahmen insofern ein "probates Mittel" sein: "Am Ende steht: Nur durch eine Impfung kann ich die Pandemie sinnvoll beherrschen", sagt Bodendieck.

Gebhardt für verstärkten Einsatz mobiler Impfteams

Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Sächsischen Landtag, teilt die Bedenken des Landesärztekammer-Präsidenten, sieht Zwangsmaßnahmen gegen Nicht-Geimpfte aber nicht als Teil der Lösung: "Viel wichtiger erscheint mir, statt über eine Impfpflicht nachzudenken, vor allem niedrigschwellige Angebote zu machen. Das heißt, das DRK und das Gesundheitsamt müssen jetzt mit den mobilen Impf-Teams dahin gehen, die Menschen sind." Etwa zu Fußball-Spielen, die ja nun wieder mit Zuschauern stattfinden dürften, oder zu Einkaufszentren, erklärt Gebhardt.

Ähnlich sieht es die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag, Christine Aschenberg-Dugnus. Wie sie auf Anfrage von MDR Aktuell schriftlich mitteilte, geht sie davon aus, dass ein Großteil der Nicht-Geimpften nicht Impfverweigerer seien, sondern aufgrund unzureichender Möglichkeiten noch keine Impfung vorgenommen hätten.

FDP-Gesundheitspolitikerin setzt auf Überzeugung

Weiter heißt es in ihrer Antwort: "Es geht derzeit nicht darum, Druck auf nicht-Geimpfte auszuüben, sondern sie von den Vorteilen einer Impfung zu überzeugen. Mobile Impfteams können sowohl Aufklärung leisten als auch Impfungen dort durchführen, wo sich die Menschen aufhalten. Diese Maßnahmen müssen allerdings erstmal ihre Wirkung entfalten."

Die FDP-Politikerin betont, wer sich partout nicht impfen lassen wolle, habe immer noch die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Diese Tests könnten aber nicht ewig kostenlos angeboten werden, sagt Aschenberg-Dugnus.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | MDR AKTUELL | 16. Juli 2021 | 08:39 Uhr

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