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EntwurfLauterbach will Quarantäne-Regeln ändern

von MDR AKTUELL

Stand: 05. Januar 2022, 19:13 Uhr

Sehr viele Krankschreibungen und Quarantäne-Anordnungen gleichzeitig: Die Ausbreitung der Omikron-Variante bringt neue Herausforderungen. Verkürzte Quarantäne-Zeiten sollen einen Ausgleich schaffen. Gesundheitsminister Lauterbach hat dazu ein Konzept vorgestellt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat eine Änderung der Quarantäne-Regeln vorgeschlagen. Der SPD-Politiker stellte dazu den Gesundheitsministerinnen und -ministern der Länder am Mittwoch ein Konzept vor, das sein Ministerium zusammen mit dem Robert Koch-Institut als Grundlage erarbeitet hat.

Verschiedene Regelungen für kritische Infrastruktur und Allgemeinbevölkerung

Für die allgemeine Bevölkerung soll demnach gelten, dass man nach sieben Tagen aus einer Quarantäne nach Risikokontakt zu Infizierten oder aus einer Isolation wegen einer eigenen Infektion heraus kann. Bedingung ist ein negatives Ergebnis bei einem PCR-Test oder einem "hochwertigen" Antigen-Schnelltest. Nach zehn Tagen soll die Absonderung auch ohne Test enden.

Für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur soll gelten: Kontaktpersonen können nach fünf Tagen mit PCR-Test aus der Quarantäne heraus, auch Erkrankte dürfen nach sieben Tagen ebenfalls nur mit PCR-Test die Isolation beenden. Zur kritischen Infrastruktur gehören Polizei, Feuerwehr, Energie- und Wasserversorgung sowie Kliniken und Pflegeheime. Generelle Bedingung soll dem Konzept zufolge auch sein, dass man zuvor mindestens 48 Stunden frei von Krankheitssymptomen war.

Bund und Länder beschließen Freitag weiteres Vorgehen

Kinder, die in Schulen oder Horten als Kontaktpersonen eingestuft werden, sollen sich nach fünf Tagen mit anschließendem PCR-Test oder hochwertigem Antigentest freitesten können.

Der Vorschlag sieht außerdem Ausnahmen von der Quarantäne als Kontaktperson vor: Für Geboosterte mit einer Karenzzeit von sieben Tagen nach der dritten Impfung soll eine Ausnahme gemacht werden. Dasselbe gilt für Doppelt-Geimpfte, deren zweite Spritze weniger als zwei Monate, aber mindestens 14 Tage zurückliegt. Das Konzept wird Grundlage für die Beschlüsse von Bund und Ländern am Freitag.

Verkürzte Quarantäne-Zeiten bereits in anderen Ländern

Andere Länder haben bereits Quarantäne- und Isolationszeiten angepasst. In Frankreich etwa müssen sich Geimpfte bei einer Infektion nur noch sieben Tage isolieren. In Tschechien müssen sich Infizierte und Kontaktpersonen künftig nur noch fünf Tage absondern.

Da die Omikron-Variante verstärkt auch bei Geimpften zu Infektionen führt, warnen Fachleute seit Wochen vor einer Belastung der kritischen Infrastruktur: wenn nämlich viele Beschäftigte gleichzeitig durch Krankheit oder Quarantäne-Anordnung ausfallen. Mit einer neuen Regelung soll ein Kompromiss gefunden werden, der die Arbeitsfähigkeit der Bereiche aufrecht erhält, ohne dass die Risiken weiterer Ansteckungen zu groß werden.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 05. Januar 2022 | 18:00 Uhr