Pandemie-Lage Corona-Lockerungen bei steigender Inzidenz

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt im bundesweiten Durchschnitt wieder an. Dennoch treten Lockerungen der Corona-Regeln in Kraft, unter anderem in der Gastronomie und bei Großveranstaltungen.

Ein Gastronom passt eine Informationstafel in der «Ansprechbar» auf die die 3G-Regel an.
3G statt 2G: Bundesweit treten am heutigen Freitag Lockerungen der Corona-Regeln in Kraft. Bildrechte: dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am zweiten Tag in Folge einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 1.196 an. Am Vortag hatte der Wert bei 1.174 gelegen. Vor einer Woche (1.259) und vor einem Monat (1.349) lag die Inzidenz allerdings höher.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI mit Stand vom Freitagmorgen binnen eines Tages insgesamt 217.593 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 210.743 Ansteckungen. Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die nicht erfasst sind. Ein Grund dafür sind unter anderem die begrenzten Kapazitäten von Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Kontakten.

Ministerium: Keine flächendeckende Entspannung

Das Bundesgesundheitsministerium sieht angesichts der Zahlen weiterhin keine flächendeckende Entspannung des Infektionsgeschehens in Deutschland. Es sehe so aus, dass der Höhepunkt der fünften Welle tatsächlich in der Mehrheit der Bundesländer überschritten sei – dies gelte aber nicht für alle, sagte ein Sprecher am Freitag. Laut RKI steigen die Inzidenzen in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein "weiter oder wieder an".

Wir müssen wachsam sein.

Karl Lauterbach, SPD Bundesgesundheitsminister

Gesundheitsminister Karl Lauterbach rief zu Vorsicht auf. "Wir müssen wachsam sein", sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend bei einer Online-Diskussion der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Es sei richtig, dass die aktuell dominierende Omikron-Virusvariante nicht so gefährlich sei wie die Delta-Variante. Durch die höheren Infiziertenzahlen gebe es aber weiterhin ein Niveau von etwa 200 Todesfällen am Tag. "Das ist kein stabiler Zustand."

Mehr Freiheiten in Gastronomie und Hotellerie

Trotz dieser Einschätzung fielen am Freitag bundesweit weitere Einschränkungen weg. In der Gastronomie und Hotellerie gilt nun die 3G-Regel, nach der auch Ungeimpfte mit negativem Test zum Beispiel im Restaurant essen dürfen. Auch die lange geschlossenen Clubs und Diskotheken dürfen wieder öffnen, dort gilt die 2G-Plus-Regel. Es sind also nur Genesene und Geimpfte mit Test oder mit dritter Impfung zugelassen.

Die Lockerungen sind der zweite Schritt des bundesweiten Lockerungsplans, den Bund und Länder Mitte Februar beschlossen hatten. Bei Veranstaltungen sind nun mehr Gäste erlaubt. Bund und Länder hatten festgelegt, dass bei Großveranstaltungen mehr geimpfte oder genesene Zuschauer (2G) zugelassen werden können als bisher – drinnen liegt die Höchstzahl bei 6.000 Menschen bei einer maximalen Auslastung von 60 Prozent. Im Freien darf 75 Prozent der Höchstkapazität ausgeschöpft werden und maximal 25.000 Menschen sind erlaubt.

Ab dem 20. März sollen "alle tiefgreifenderen" Maßnahmen entfallen, wenn die Lage in den Kliniken es zulässt.

dpa/MDR AKTUELL (ala)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. März 2022 | 10:12 Uhr

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