Long Covid Zehn Forschungsverbünde zu Spätfolgen von Covid-19 werden gefördert

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat zehn interdisziplinäre Forschungsprojekte vorgestellt, deren Untersuchung der Langzeitfolgen von Coronavirus-Infektionen das Ministerium nun fördert. Beteiligt sind auch Wissenschaftler und Mediziner in Dresden, Jena und Magdeburg.

Ein Patient sitzt zur Überprüfung seiner Lungenfunktion in einem Bodyplethysmographen
Patient bei einer Untersuchung seiner Atemwegs- und Lungenfunktion nach einer Coronavirus-Infektion. Bildrechte: dpa

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will die Erforschung der Langzeitfolgen von Covid-19 voranbringen. Ministerin Anja Karliczek hat dazu zehn Vorhaben vorgestellt, die das Ministerium für zunächst zwei Jahre fördert. Insgesamt werden 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Dazu sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag: "Die Pandemie ist noch nicht vorbei." Sie breite sich auch in den jüngeren Altersgruppen weiter aus, und viele Patientinnen und Patienten litten danach auch noch Wochen oder Monate an Symptomen – unabhängig von der Schwere der vorherigen Erkrankung. Um sie bestmöglich zu versorgen, brauche es fundierte Erkenntnisse. Ziel sei es, "möglichst zeitnah", die Erkenntnisse über Long Covid zu verbessern.

Die zehn Forschungsvorhaben sollen demnach das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln untersuchen. Einige analysieren etwa molekulare Veränderungen, um Ansätze für Therapien zu finden. In anderen werden Behandlungsansätze erprobt, etwa Ergotherapie oder individuelle Bewegungsprogramme. Wieder andere zielen darauf ab, die spezifische Versorgung bestimmter Patientengruppen genauer zu untersuchen – etwa von Kindern und Jugendlichen.

Beteiligt an solchen Projekten sind unter anderem die Universitätskliniken in Dresden, Magdeburg und Jena und die Technische Universität in Ilmenau. Die Förderung geht vor allem an interdisziplinäre Forschungsverbünde mit Zugang zu Patientinnen und Patienten, Daten und Proben sowie an Projekte zur ambulanten Versorgung, Pflege und Rehabilitation. Die ausgewählten zehn werden bis zu zwei Jahren lang mit insgesamt bis zu 6,5 Millionen Euro gefördert.

Ein Grund dafür ist laut Karliczek, dass es noch keine gesicherten Erkenntnisse zu Häufigkeit, Dauer und Therapie von Long-Covid gebe. Tatsächlich liegt noch immer keine allgemeine Definition vor, die das Syndrom beschreibt.

Schätzungen zufolge treten bei rund zehn Prozent der mit dem Coronavirus infizierten Menschen langfristige Symptome auf und dann meist eine extreme Erschöpfung, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen, Atemnot sowie der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinnen.

Quelle: BMBF / (ksc)

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 23. September 2021 | 19:30 Uhr

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