Mecklenburg-Vorpommern Klarstellung erfolgt: Auch nicht geimpfte Kinder dürfen an die Ostsee

Eine ganze Woche war unklar, ob gegen Covid-19 geimpfte Eltern mit ihren ungeimpften Kindern noch nach Mecklenburg-Vorpommern dürfen. Eine neue Landesverordnung hatte nur noch geimpften Personen die Einreise in das Land erlaubt. Da Kinder noch nicht geimpft werden können, waren sie so ausgeperrt. Nun hat die Landesregierung ihre Verordnung korrigiert: Wer einreisen darf, kann auch seine nicht geimpften Kinder mitbringen – unter Bedingungen.

Mädchen und Junge spielen an einem Strand
Mit nicht geimpften Kindern an die Ostsee? Eine Korrektur der Corona-Landesverordnung von Mecklenburg-Vorpommern macht dies nun doch möglich. Bildrechte: imago/Westend61

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hat ihre aktuell geltende Corona-Verordnung korrigiert. Nach Kritik an der Regelung, dass nur noch geimpfte Menschen einreisen dürfen, wurde jetzt klargestellt: Wer einreisen darf, kann auch seine ungeimpften Kinder bis zum Alter von 18 Jahren mitbringen.

Ab einem Alter von sechs Jahren ist dafür jedoch ein negativer Schnelltest nötig. Wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte, genügt auch ein negatives Selbsttest-Ergebnis. Am Donnerstag ist die neue Regelung in Kraft getreten.

Alle Reisenden müssen jedoch frei von typischen Covid-19-Symptomen sein. Zudem ist neu, dass nicht nur vollständige geimpfte Menschen als Tagestouristen kommen oder in ihren Zweitwohnsitz dürfen, vielmehr auch solche, die nach einer Erkrankung als genesen gelten – bis zu sechs Monate nach der Gesundung, weil solange keine Impfung möglich ist. Danach genügt für Genesene eine Impfung, um laut der Landesverordnung als vollständig geimpft gelten zu können.

Verwirrung um neue Landesverordnung

Zuvor hatte es anhaltende Verwirrung darüber gegeben, ob es die kürzlich beschlossene neue Landesverordnung geimpften Eltern tatsächlich verbietet, ihre nicht geimpften Kinder nach Mecklenburg-Vorpommern mitzunehmen.

Paragraf § 5 dieser Verordnung untersagt "alle Reisen in das Gebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern", soweit die Verordnung nicht an anderen Stellen etwas anderes bestimmt. Im Absatz 10 dieses Paragrafen 5 heißt es dann aber:

Das Verbot in Absatz 1 gilt nicht für Personen mit vollständigem Impfschutz gemäß § 1b Absatz 2 dieser Verordnung, wenn diese Personen frei von typischen Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus (...) wie Husten, Fieber, Schnupfen oder Geruchs- und Geschmacksverlust sind.

aus § 5 Abs. 10 der aktuell gültigen Corona-Landesverordnung von Mecklenburg-Vorpommern

Eine Erklärung auf der Interntseite des von Ressortchef Harry Glawe (CDU) geführten Gesundheitsministeriums beantwortete die Frage: "Kann ich eine Person mitnehmen, die noch nicht vollständig oder gar nicht geimpft ist?" auf dieser Basis ganz kurz so: "Nein, die Öffnung gilt nur für vollständig geimpfte Personen."

Dies war in vielen Medienberichten und sozialen Netzwerken so interpretiert worden, dass Kinder egal welchen Alters nicht einreisen dürfen – sofern nicht Ausnahmen greifen, die etwa für Familienbesuche geregelt sind.

Da es in der EU noch keinen für Kinder und Jugendliche zugelassenen Impfstoff gibt, können Kinder bisher gar nicht geimpft sein. Da auch negative Tests nicht zur Einreise berechtigten, hatte das faktische Verbot von Ausflügen oder Aufenthalten mit Kindern etwa an der Ostsee zahlreiche kritische Nachfragen provoziert.

Staatskanzlei dementiert Bericht – Unsicherheit blieb

Eine davon hatte laut einem Bericht vom "Münchner Merkur" die Staatskanzlei angeblich zu der Erklärung gebracht, dass für Kinder bis 14 Jahre das Einreiseverbot nicht gelte, weil sie von Kontaktbeschränkungen ja ausgenommen seien. Deshalb, schrieb die Zeitung, sei man in Schwerin davon ausgegangen, dass Kinder bei den Einreisebeschränkungen nicht extra erwähnt werden müssten. Auf Nachfrage von MDR AKTUELL widersprach Regierungssprecher Andreas Timm diesem "Merkur"-Bericht jedoch mit Nachdruck: Die Äußerungen seien so nicht gemacht worden.

Auf den Boden gesprühte Pfeile und Pylonen regeln den Zugang zum Strand an der Ostsee.
Nun doch: Klarheit über den Zugang von Kindern zur Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern Bildrechte: dpa

Ohnehin ließ sich das aus der zunächst bis 22. Mai geltenden Verordnung auch kaum herauslesen. Es war unklar, wie Regelungen zu Kontaktbeschränkungen in Paragraf 1 im Zusammenhang zu dem Einreiseverbot in Absatz 10 des Paragrafen 5 stehen sollten. Auch hatte die am Dienstag erfolgte Verkündung von Reisefreiheit nach Mecklenburg-Vorpommern ab Mitte Juni noch offen gelassen, was bis dahin für geimpfte Eltern und ihre Kinder gelten sollte. Auch das Oberverwaltungsgericht in Greifswald hatte eine Anpassung der Einreisbeschränkungen gefordert.

Bungalow Anlage in der Natur 8 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 12. Mai 2021 | 15:30 Uhr

103 Kommentare

Zonen-Barbie vor 29 Wochen

Ja, es gibt zumindest immer ein freies Ferienhaus für mich, garantiert.

Ferner kann auch in der Hochsaison ein Becherbergungsverbot verhängt werden und ein neuer „antitouristischen Schutzwall” entstehen. Ein voller Belegungskalender ist noch lange keine erfolgreich abgeschlossene Saison.
So long

MDR-Team vor 29 Wochen

Hallo Matthi,
aktuell findet man auf der Homepage der Landesregierung MV: "Kinder zwischen 6 und 18 Jahre, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen dann bei der Einreise ein tagesaktuelles Schnell- oder Selbsttestergebnis mitführen."
https://www.regierung-mv.de/service/Corona-FAQs/Tourismus-und-Reisen

Mit Sicherheit werden wir auch über die weiteren Entwicklungen dazu informieren.

MDR-Team vor 29 Wochen

Hallo J.B.81,
das ist nicht ganz richtig.
Die Impfungen schützen mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit (etwa 95 Prozent) auch gegen eine Ansteckung. https://www.mdr.de/wissen/covid-impfung-schutz-vor-asymptomatischer-ansteckung-sehr-hoch-100.html

Und nach einer Impfung oder einer überstandenen Infektion sinkt die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus massiv. Das belegen unter anderem Beobachtungsstudien, auf die das Robert Koch-Institut verweist.
https://www.tagesschau.de/inland/ruecknahme-grundrechtseinschraenkungen-geimpfte-101.html

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