Arbeitsmarkt Regeln für Kurzarbeit bis Jahresende verlängert

Die Bundesregierung hat die Sonderregeln für Kurzarbeit um drei weitere Monate bis zum Jahresende 2021 verlängert. Zudem erstattet die Bundesagentur für Arbeit den Arbeitgebern weiterhin die Sozialbeiträge bei Kurzarbeit in voller Höhe.

Symbolbild: Stempel mit der Aufschrift «Kurzarbeit»
Sonderregeln für die Kurzarbeit bis Ende 2021 verlängert. Bildrechte: Colourbox.de

Vereinfachter Zugang zum Kurzarbeitergeld bis Ende 2021

Die Bundesregierung hat die Sonderregeln für Kurzarbeit um drei weitere Monate bis Ende 2021 verlängert. Das Kabinett stimmte am Mittwoch einer entsprechenden Verordnung vom Bundesarbeitsministerium. Damit gilt bis Jahresende, dass nur zehn Prozent der Beschäftigten eines Betriebes vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen, damit der Betrieb Kurzarbeit anmelden kann.

Zudem erstattet die Bundesagentur für Arbeit den Arbeitgebern weiterhin die Sozialbeiträge bei Kurzarbeit in voller Höhe. Beschäftigte, die von Kurzarbeit betroffen sind, erhalten mindestens 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, mit mindestens einem Kind sind es 67 Prozent. Das Geld steigt stetig mit der Bezugsdauer – auf maximal 87 Prozent mit Kind.

Karteireiter mit der Aufschrift Kurzarbeitergeld. 1 min
Bildrechte: imago images / Jens Schicke

Kurzarbeit soll Arbeitsplätze sichern

Damit will der Bund vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie weiterhin Jobs sichern. Zwar hätten sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt zwischenzeitlich erholt und damit sei auch die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit "deutlich gesunken", erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Jedoch sei eine volle Auslastung der Firmen noch nicht wieder erreicht und viele Unternehmen seien weiter von Einschränkungen betroffen.

Es sei schwer absehbar, wie sich die Corona-Pandemie angesichts der hochansteckenden Delta-Variante im Herbst weiter entwickeln werde. Betriebe und Arbeitnehmer sollten durch die Verlängerung Planungssicherheit erhalten.

Kritik: Unnötige Verlängerung des Krisenmodus

Zuspruch für die Verlängerung der Regeln hatte es im Vorfeld schon von Gewerkschaftsseite gegeben, denn die Krise sei "noch nicht vorbei", sagte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Allerdings forderte der DGB eine Erhöhung der Bezüge. Ökonomen kritisierten hingegen die Pläne und verwiesen darauf, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen Bereichen derzeit ansteige und die Kurzarbeit abnehme.

Ähnliche Kritik kam vom Maschinenbauverband VDMA. Der erklärte am Mittwoch, die Verlängerung der Sonderregelungen zur Kurzarbeit "verlängert den Krisenmodus unnötig". Die Entscheidung des Kabinetts sei überflüssig, denn der Arbeitsmarkt zeige eine positive Entwicklung.

Quelle: AFP, dpa (sra)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 15. September 2021 | 10:30 Uhr

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