Infektionsschutz-Regeln Corona-Schutz: Diese Regeln gelten in Mitteldeutschland

Seit dem 23. August gilt die sogenannte 3G-Regel bundesweit für Innenräume. Immer mehr Bundesländer ermöglichen auch ein 2G-Modell - darunter auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die ein 2G-Optionsmodell eingeführt haben. Ein Überblick über die aktuellen Regelungen bundesweit sowie in den drei mitteldeutschen Ländern.

Collage - ab sofort geltende Lockerungen in Dresden
Was gilt – was nicht mehr? Die Infektionsschutz-Regeln in der Coronavirus-Pandemie Bildrechte: MDR/Imago Images/Andreas Weihs / Panthermedia

Nach dem Auslaufen der sogenannten Bundesnotbremse zum 30. Juni haben Bund und Länder angesichts erneut steigender Infektionszahlen neue Maßnahmen für den Herbst verabschiedet. So gilt seit dem 23. August die sogenannte "3G-Regel" für Innenräume. Die Regierung in Sachsen-Anhalt will mit der neuen Verordnung, die am 23. August in Kraft getreten ist, Kriterien wie die Auslastung der Intensivbetten und die Impfquote für Corona-Regeln berücksichtigen. In Thüringen wird in der aktuellen, seit dem 24. August gültigen Verordnung ebenfalls die Auslastung von Kliniken berücksichtigt. Die neue sächsische Verordnung (26. August) sieht vor, alle Einrichtungen geöffnet zu lassen.

Hier finden Sie einen Überblick, was aktuell deutschlandweit und in den mitteldeutschen Ländern gilt.

Die neue 3G-Regel

Seit dem 23. August gilt bundesweit die sogenannte "3G-Regel". Diese gilt für bestimmte Innenräume und besagt, dass nur Personen, die geimpft genesen oder negativ getestet sind rein dürfen.

Alle Personen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, müssen einen negativen Antigen-Schnelltests vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf oder einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr und darüber hinaus Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen eines verbindlichen schulischen Schutzkonzeptes regelmäßig in der Schule getestet werden.

Dem Beschluss zufolge kann die Regel auch ausgesetzt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis stabil unter 35 liegt oder ein anderes Warnsystem eines Landes ein vergleichbar niedriges Infektionsgeschehen anzeigt.


Bundesweit geltende Regelungen

Das Ziel für den Herbst ist der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten und -präsidentinnen zufolge, mehr Menschen fürs Impfen zu gewinnen, um so einen weiteren Lockdown abwenden zu können. Neben der 3G-Regel gelten daher noch folgende Maßnahmen:

Schnelltests ab Oktober kostenpflichtig

Ab dem 11. Oktober müssen die Bürger- und Schnelltests in der Regel selbst bezahlt werden. Für Personen, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt, bleibt das Angebot kostenloser Schnelltests weiterhin bestehen. Dies gilt insbesondere für Schwangere, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Begründet wird die Entscheidung damit, dass allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden kann.

Maskenpflicht

Es gilt weiterhin eine Maskenpflicht. Demnach müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften OP-Masken, Masken des Standards KN95/N95 oder FFP2-Masken getragen werden. Die Maskenpflicht gilt auch weiter für Genesene und vollständig geimpfte Menschen.

Des Weiteren bleiben auch die Abstand- und Hygieneregeln weiter bestehen und gelten auch für Geimpfte und Genesene.

Testpflicht

Die Testpflicht gilt für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe. Außerdem für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, beim Friseur sowie für Fitnessstudios, Schwimmbäder oder Sporthallen.

Von der Testpflicht ausgenommen sind geimpfte und genesene Personen. Sie müssen ihre vollständige Impfung oder ihre Genesung in Papierform oder digital nachweisen können.

Homeoffice und Unternehmen

Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen müssen seit Juli kein Homeoffice mehr anbieten, denn die Homeoffice-Pflicht ist zusammen mit der Notbremse zum 30. Juni ausgelaufen.

Unternehmen müssen jedoch weiterhin ihren Angestellten zwei Corona-Tests pro Woche bereitstellen und sind angehalten, den Angestellten Homeoffice zu ermöglichen. Zudem bleibt die Verpflichtung zu Hygienekonzepten erhalten.

Des Weiteren wird die Überbrückungshilfe III sowie der erleichterte Zugang für das Kurzarbeitergeld bis zum Jahresende verlängert. Außerdem können Unternehmen eine sogenannte "Restart-Prämie" beantragen, um einen höheren Zuschuss zu Personalkosten zu erhalten, wenn sie beispielsweise Personal aus der Kurzarbeit zurückholen oder neu einstellen.

Schulen und Kindertagesstätten

Generell sind die Schulen und Kitas wieder offen. Wie der Unterricht und die Kinderbetreuung vor Ort genau aussieht, entscheiden die Länder. Solange aber Präsenzunterricht stattfindet, müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zwei Mal pro Woche getestet werden.

Bundesweit gilt: Wenn Eltern wegen der Schließung von Schule und Kita nicht zur Arbeit gehen können, haben sie zusätzliche 20 Tage Anspruch auf Kinderkrankengeld, Alleinerziehende 40 Tage.

Kontaktreduzierung mit Ausnahmen

Entscheidend bei der Kontaktbeschränkung sind die Regeln des jeweiligen Bundeslandes. Allgemein gilt jedoch, dass es Erleichterungen bei niedriger Infektionslage geben kann.

Außerdem gelten Kontaktbeschränkungen nicht mehr für geimpfte und genesene Personen. Damit werden sie zum Beispiel bei privaten Zusammenkünften nicht mehr mitgezählt.

Gastronomie

Bei niedrigen Inzidenzwerten darf die Außen- sowie die Innengastronomie öffnen. Für das Öffnen der Innenräume muss ein passendes Hygienekonzept erarbeitet werden und es gilt die 3G-Regel. Demnach haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt.

Bei hohem Infektionsgeschehen bleiben alle Gastronomiebetriebe sowie Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen geschlossen. Davon ausgenommen sind die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.

Kultur, Museen und Veranstaltungen

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, die mehr als 14 Tage anhält, dürfen Theater, Kinos, Konzert- und Opernhäuser öffnen.

Das betrifft auch Museen und Galerien. Bewegt sich der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 dürfen die Einrichtungen nur mit vorheriger Terminbuchung und mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung öffnen.

Bei Sportgroßveranstaltungen liegt die Publikumsobergrenze bei 25.000 Menschen. Ab 5.000 Menschen im Publikum soll die zulässige Auslastung bei maximal 50 Prozent der Höchstkapazität liegen.

Auch Clubs und Diskotheken dürfen mit entsprechendem Hygienekonzept wieder öffnen. Es gilt die 3G-Regel. Außerdem sind Veranstaltungen im Freien oder in geschlossenen Räumen mit begrenzter Personenzahl und mit entsprechenden Konzepten erlaubt.

Alten- und Pflegeheime

In Alten- und Pflegeheimen sowie für mobile Pflegeteams sind Corona-Schnelltests für Mitarbeitende, Besucher und Besucherinnen verpflichtend. Die Praxis kann in den Bundesländern und in den Landkreisen unterschiedlich gestaltet werden.

Reisen

Die Behörden rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen grundsätzlich zu vermeiden.

Reisen innerhalb Deutschlands

Der Inlandstourismus hat in den vergangenen Wochen bereits deutlich zugenommen. Dabei gelten die Corona-Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Übernachtungen in Hotels und Pensionen sind in den Verordnungen der Bundesländer geregelt. In den meisten Bundesländern sind touristische Übernachtungen abhängig von den regionalen Inzidenzen und unter Auflagen wie der Abstands- und Maskenpflicht wieder möglich. Auch die Kontaktnachverfolgung muss gewährleistet sein. Zudem soll ein Test bei Anreise und dann zwei Mal pro Woche Pflicht sein, wenn man in Hotels und Pensionen übernachtet.

Hinweise für Reisen ins Ausland

Es gelten weltweit länderspezifische Reisehinweise. Eine Reisewarnung gilt automatisch für solche Gebiete, die als Corona-Risikogebiete ausgewiesen sind. Die fortlaufend aktualisierte Liste dieser Gebiete veröffentlicht das Robert Koch-Institut. Informationen zur Corona-Lage in den jeweiligen Zielländern veröffentlicht das Auswärtige Amt.

Hinweise für Einreisen nach Deutschland

Seit dem 1. August muss jeder Reiserückkehrer geimpft, genesen oder getestet sein – egal ob er oder sie per Flugzeug, Auto oder Bahn einreist. Dies gilt auch unabhängig vom Land, aus dem die Einreise erfolgt. Ausgenommen sind Personen unter sechs Jahren.

Bei Einreisen aus ausländischen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten oder Virusvariantengebieten muss vor der Einreise eine digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden. Außerdem gilt eine Quarantänepflicht für einen Zeitraum von zehn Tagen nach Rückkehr. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nur durch einen negativen Test möglich, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise abgenommen wurde. Die Quarantänevorschriften geben die einzelnen Bundesländer vor.

Für geimpfte und genesene Personen ist eine Quarantänepflicht nicht mehr erforderlich, selbst wenn sie aus einem Hochinzidenzgebiet wieder nach Deutschland einreisen.

Mehr Informationen zu Sachsen-Anhalt

Seit dem 13. September gilt in Sachsen-Anhalt eine neue Corona-Schutzverordnung. Neben der 7-Tage-Inzidenz werden weitere Kriterien zur Beurteilung der Corona-Lage hinzugezogen. Ministerpräsident Reiner Haseloff nannte Kriterien wie die Auslastung der Intensivbetten, die Schwere der Verläufe, die Zahl der beatmeten Patientinnen und Patienten und die Impfquote.

Neben der von Bund und Ländern beschlossenen 3G-Regel, haben verschiedene Bereiche nun auch die Möglichkeit die 2G-Regel für ihre Besucher und Besucherinnen einzuführen. Demnach haben dann nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt zu den Innenräumen. Zudem entfallen Abstandsregeln, Maskenpflicht und Personenbegrenzungen. Folgende Bereiche können eine 2G-Regel einführen:

  • Gastronomie und Veranstaltungen
  • Kultur- und Freizeiteinrichtungen
  • Sportstätten und Fitnessstudios
  • Clubs und Diskotheken
  • Messen und Ausstellungen

Zudem gelten folgende Maßnahmen:

  • Die Testpflicht ist für Genesene und vollständig Geimpfte aufgehoben. Ein vollständiger Impfschutz oder die überstandene Infektion muss in schriftlicher oder digitaler Form nachgewiesen werden. Außerdem werden genesene und vollständig geimpfte Personen bei Zählung nicht mehr berücksichtigt.
  • Nur noch im öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Einkaufen und bei Kulturveranstaltungen gilt die Maskenpflicht. Es muss jedoch nur noch eine medizinische Maske getragen, die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske entfällt. Auch auf dem Schulhof und im Unterricht wird die Maskenpflicht aufgehoben.
  • Schulen und Kitas sind wieder zurück im Regelbetrieb. Im ÖPNV sollen Kinder keine FFP2-Masken mehr tragen müssen, medizinische Masken reichen. An den Schulen müssen sich Schülerinnen und Schüler in den ersten drei Wochen nach den Sommerferien drei Mal pro Woche testen lassen, dann wöchentlich. Für Geimpfte und Genesene besteht keine Testpflicht.
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen können zeitgleich von höchstens zehn Personen besucht werden. Besucherinnen und Besucher müssen zuvor einen Corona-Test machen. Die Einrichtungen haben die Tests vorzuhalten. Bei Auftreten eines Corona-Falls kann ein Besuchsverbot für einzelne Bereiche oder die komplette Einrichtung festgelegt werden.
  • Kontaktbeschränkungen: Die bisherigen Vorgaben werden durch eine Empfehlung ersetzt. Diese lautet, sich nur mit maximal zehn Personen und vor allem im Freien zu treffen sowie größere Ansammlungen zu vermeiden.
  • Private Feiern sind bei einer Teilnehmerzahl von maximal 50 Personen aus verschiedenen Haushalten ohne Tests möglich. Ausnahmen sind unter Auflagen bei einer professionellen Organisation möglich.
  • Kulturbetriebe sind unter Dokumentation der Anwesenden für Geimpfte, Genesene und Getestete geöffnet. In geschlossenen Räumen sind bis zu 500 Menschen und im Freien höchstens 1.000 Menschen zugelassen. Ausnahmen sind je nach örtlicher Kapazität möglich. Auch Zoos und Tierparks dürfen wieder öffnen. In geschlossenen Räumen ist ein medizinischer Mundschutz vorgeschrieben.
  • Fitness- und Sportstudios werden bei einer Inzidenz unter 100 geöffnet. Schwimmhallen udn Saunen werden geöffnet mit entsprechender Testpflicht.
  • Für Trauungen,Trauerfeiern und Beerdigungen gibt es unterhalb einer Inzidenz von 35 keine Beschränkungen mehr auf eine bestimmte Gruppengröße.
  • Gottesdienste können unter Hygieneauflagen stattfinden.
  • Clubs, Discotheken, Indoor-Spielplätze etc. werden wieder geöffnet. Bedingungen sind eine Belegung mit höchstens 60 Prozent der möglichen Gästezahl sowie ein negativer Test.
  • Tourismus: Die Beherbergung in Hotels und Pensionen ist wieder erlaubt, sofern die Gäste bei der Ankunft einen negativen Corona-Test vorlegen. Vor der Weitervermietung einer Unterkunft muss der Vermieter eine gründliche Reinigung durchführen. Für die Unterkunft auf Camping- und Wohnmobil-Plätzen sowie in Ferienhäusern und -wohnungen muss nur bei der Ankunft ein negatives Testergebnis vorgelegt werden. Außerdem sind touristische Angebote wie Busreisen, Stadtrundfahrten und -führungen wieder erlaubt. Außen- und Innenbereiche von Freizeitparks dürfen öffnen.


Mehr Informationen zu den Regelungen in Sachsen

In Sachsen ist eine neue Verordnung für den Zeitraum ab dem 22. September beschlossen worden. Unter anderem gibt es nun für verschiedene Bereiche nun die 2G-Option. Demnach besteht die Möglichkeit, nur noch geimpften und genesenen Personen den Zutritt zu Innenräumen zu gewähren. Zudem entfallen bei der 2G-Option die Maskenpflicht, das Abstandsgebot und die Kapazitätsbegrenzungen. Folgende Bereiche können von der 2G-Option Gebrauch machen:

  • Gastronomie und Veranstaltungsbranche
  • Kultur- und Freizeiteinrichtungen
  • Saunen und Hallenbäder
  • Clubs und Diskotheken

Diese ergänzt die bundesweiten Regelungen um folgende Maßnahmen:

  • Das Tragen von Masken wird im öffentlichen Raum unter freiem Himmel empfohlen. Bei einer Inzidenz unter 10 entfällt die FFP2-Tragepflicht, außer in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei körpernahen Dienstleistungen und in Läden, wenn ein Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Ausgenommen sind Kinder unter 6 Jahren; zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr ist nur OP-Mundschutz vorgeschrieben.
  • Bei der Bundestagswahl ist im Wahlraum ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben.
  • In Schulen gilt die Präsenzpflicht wieder. Der Regelbetrieb soll unabhängig von der Inzidenz aufrecht erhalten werden. Bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 10 reicht ein wöchentlicher Test aus, darüber zwei Tests die Woche. Maskenpflicht ab Inzidenz von 35. Zum Schuljahresbeginn zwei wöchentliche Tests, in Regionen mit Wocheninzidenz über 35 drei wöchentliche Tests.
  • In Kliniken und Pflegeeinrichtungen müssen Beschäftigte und Besucherinnen und Besucher eine FFP2-Maske tragen
  • Großveranstaltungen sind für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete möglich. Dabei müssen Kontakte erfasst werden. Außer am eigenen Platz muss ein Mundschutz getragen werden. Im Innenbereich dürfen sich maximal 5.000 Menschen bei einer Auslastung der Einrichtung von maximal 50 Prozent versammeln. Ausnahmen sind möglich. Im Außenbereich gilt keine Kapazitätsbegrenzung.
  • Reiserückkehrende: Nach fünf Werktagen Abwesenheit aufgrund von Urlaub oder vergleichbaren Dienstbefreiungen ist bei Rückkehr an den Arbeitsplatz ein Nachweis über einen negativen Test, Impfung oder überstandene Erkrankung notwendig.
  • Kirchen und Religionsgemeinschaften regeln Zusammenkünfte "in eigener Verantwortung mit verpflichtender Wirkung".

Bei einer anhaltenden 7-Tage-Inzidenz über 35 gilt:

  • Wöchentlich Vorlage eines Nachweises über Impfung, überstandene Erkrankung und negativen Test notwendig bei Besuch von Innenräumen von Gastronomie (ausgenommen Mitnahme und nichtöffentliche Kantinen), Veranstaltungen, Bädern, Saunen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Spielhallen und bei der Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen (ausgenommen medizinische und therapeutische) und Prostitution.
  • Vorschriften über Nachweise können in Hochschulen, Aus- und Fortbildungseinrichtungen und der Berufsakademie Sachsen abweichen
  • Maskenpflicht an Schulen (ausgenommen Grund- und Förderschulen)

Bei steigender Auslastung der Krankenhäuser gilt:

  Vorwarnstufe Überlastungsstufe
Krankenhaus-

belegung
mehr als 650 Betten auf Normalstation oder mehr als 180 Betten auf Intensivstation mit Corona-Patienten mehr als 1.300 Betten auf Normalstation oder mehr als 420 Betten auf Intensivstation mit Corona-Patienten
Testpflicht   negativer Test reicht nicht mehr aus (ausgenommen nicht-touristische Beherbungsbetriebe und Museen)
Kontakt-

beschränkungen
Treffen im öffentlichen und privaten Raum nur mit maximal zehn Menschen (ausgenommen Geimpfte, Genesene und unter 14-Jährige) ein Hausstand darf sich nur noch mit einer weiteren Person treffen (ausgenommen Geimpfte, Getestete, Genesene)
Versammlungen nur ortsfeste Versammlungen mit maximal 1.000 Teilnehmenden (inkl. Geimpfte und Genesene)  

Mehr Informationen zu Thüringen

Die neueste Corona-Verordnung, gültig seit dem 19. September, setzt weiterhin auf präventive Schutzmaßnahmen wie Tests, Maskenpflicht und Infektionsschutzkonzepte. Darin ist thüringenweit der Infektionsschutz in der Basisstufe nach dem Frühwarnsystem geregelt.

So funktioniert das Frühwarnsystem:

  • bei Verschärfung der Maßnahmen werden neben der 7-Tage-Inzidenz auch die Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit Corona (Schutzwert) und die Auslastung der Intensivstationen (Belastungswert) berücksichtigt
  • überschreitet die 7-Tage-Inzidenz und einer der anderen beiden Indikatoren drei Tage in Folge einen der folgenden Werte, tritt die Warnstufe in Kraft und die betroffenen Kreise können Maßnahmen verhängen

Grafik zum Corona-Warnsystem in Thüringen ab 24. August
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Warnstufen-System für Corona-Regeln in Thüringen ab 24. August

Warnstufen-System für Corona-Regeln in Thüringen ab 24. August

Basisstufe

  • Infektionschutzverordnung und AHA-Regeln (Abstand halten, auf Hygiene achten und im Alltag Maske tragen) gelten
  • Testpflicht an Schulen entfällt, sowie die Maskenplicht in Kalssenräumen ab der 5. Klasse

Warnstufe 1

  • Testpflicht bei Besuch von Innenbereichen von Gaststätten und Veranstaltungen, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Sporthallen, Saunen, touristische Übernachtungsangebote, ausgenommen Geimpfte und Genesene
  • zusätzliche Einschränkungen bei Teilnehmendenanzahl bei Veranstaltungen
  • bei anhaltender Warnstufe 1: Kontaktbeschränkungen

Warnstufe 2

  • Kontaktbeschränkungen in geschlossenen Räumen, beschränkte Anzahl von Teilnehmenden bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen
  • Maskenpflicht an Schulen und an allen Orten, an denen Abstände nicht eingehalten werden können

Warnstufe 3

  • Schließungen möglich, die sich an früheren Corona-Landesverordnungen orientieren

Zudem gibt es künftig drei Optionsmodelle für die Gastronomie und die Veranstaltungsbranche. Nach einem Beschluss des Kabinetts können neben der bisher geltenden 3G-Regel auch das sogenannte 2G- und das 3G-Plus-Modell angewandt werden.

Bei dem 3G-Modell haben geimpfte, genesene und negativ getestete Personen Zutritt. Hier werden Schnell- wie auch PCR-Tests anerkannt. Hingegen bei dem 3G-Plus-Modell nur noch PCR-Tests zugelassen sind. Die dritte Option ist das 2G-Modell: Dann bekommen nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt - es entfallen dann auch die Regeln für Mindestabstände und Maskenpflicht in geschlossenen Räumen.

Des Weiteren gelten folgende aktuelle Bestimmungen, die durch die Warnstufen beeinflusst werden können:

  • Hochschulveranstaltungen in Präsenz für Geimpfte, Getestete und Genesene möglich
  • bei der Bundestagswahl ist im Wahlraum ein medizinischer Mundschutz vorgeschrieben
  • Überall, wo ein negativer Corona-Test nötig ist, brauchen ihn geimpfte und genesene Personen künftig nicht mehr vorzuweisen. Als Nachweis gilt dann der Impfausweis (digital oder in Papierform) oder ein vom Gesundheitsamt oder vom Arzt ausgestellter positiver PCR-Test, der nicht älter als sechs Monate ist.
  • Maskenpflicht gilt nur noch in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind oder in denen Publikumsverkehr besteht. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sollen dafür auch Stoffmasken verwenden können. Für alle anderen sollen weiterhin medizinische oder FFP2-Masken Pflicht sein – zum Beispiel beim Shoppen oder im öffentlichen Personennahverkehr.
  • Testpflicht gilt in geschlossenen Räumen und für folgende Bereiche: bei körpernahen Dienstleistungen, beim Besuch von Clubs und Diskotheken, bei Tanz- und Ballettunterricht, Chor- und Orchesterproben und bei sexuellen Dienstleistungen, ausgenommen sind Geimpfte und Genesene.
  • Kontaktbeschränkungen gelten nur nach Verordnung durch Warnstufe. Zudem zählen vollständig geimpfte und genesene Personen nicht mit.
  • Schulen und Kitas dürfen grundsätzlich öffnen, Kreise und Städte entscheiden selbst über Schließungen. Es besteht keine Testpflicht an Schulen mehr. Das Angebot, sich in der Schule testen zu lassen, soll aber erhalten bleiben. Zudem entfällt ab der 5. Klasse die Maskenpflicht im Klassenraum.
  • Bewohner in Alten- und Pflegeheimen können pro Tag zwei Besuchspersonen empfangen, die täglich wechseln dürfen. Es gelten Test-, Registrier- und Maskenpflicht. Pflegeheime dürfen ihren Bewohnern aber wieder Gruppenangebote unterbreiten, die nicht nur auf einen Wohnbereich begrenzt sind. Zudem dürfen Tagespflegeeinrichtungen öffnen.
  • In Geschäften des Einzelhandels gilt weiterhin die Maskenpflicht. Zudem müssen Geschäfte weiterhin die Anzahl der Kunden je nach Verkaufsfläche begrenzen.
  • Kunden und Kundinnen müssen für körpernahe Dienstleistungen (wie Friseur sowie Nagel-, Kosmetik-, Tätowier- oder Massagestudios) eine Maske tragen sowie einen Negativtest vorweisen, wenn sie während der Behandlung die Schutzmaske abnehmen müssen.
  • Private Feiern sind unabhängig der Gastanzahl wieder erlaubt. Es gilt jedoch: Bei mehr als 70 Personen im Freien und mehr als 30 Personen in geschlossenen Räumen muss das zuständige Gesundheitsamt mindestens fünf Werktage im Voraus über die Veranstaltung informiert werden. Zudem empfiehlt der Freistaat die Kontaktdaten aller Teilnehmenden zu erfassen.
  • Öffentliche Veranstaltungen müssen mindestens fünf Tage im Voraus beim zuständigen Gesundheitsamt angezeigt werden. Eine Genehmigungspflicht gilt für Großveranstaltungen ab einer Größe von 1.000 Menschen im Freien und 500 Menschen in geschlossenen Räumen. Zudem sollten die Kontaktdaten aller Teilnehmenden erfasst werden.
  • Versammlungen sind grundsätzlich möglich. Findet die Versammlung oder Veranstaltung in geschlossenen Räumen statt, muss das Gesundheitsamt mindestens zwei Werktage vor Veranstaltungsbeginn informiert werden. Es gelten die allgemeinen Schutzregeln und es muss ein Hygienekonzept vorliegen.
  • Gottesdienste sind zulässig, es gelten aber Abstandsregeln und Hygieneauflagen. Außerdem ist die Zahl der zugelassenen Teilnehmer und Teilnehmerinnen je nach lokaler Inzidenz begrenzt.
  • Diskotheken und Clubs dürfen wieder öffnen. Sie müssen jedoch die Kontaktnachverfolgung weiterhin sicherstellen. Zudem brauchen Besucher und Besucherinnen einen aktuellen negativen Test, einen Impfnachweis oder einen Nachweis, dass sie genesen sind.

Quellen: MDR/dpa/Landesverordnungen/Bundesverordnungen

Dieses Thema im Programm: 01. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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