Infektionsschutz-Regeln Corona-Schutz: Diese Regeln gelten in Mitteldeutschland

Das neue Infektionsschutzgesetz sieht auf Bundesebene eine 3G-Regelung in öffentlichen Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz vor. Immer mehr Bundesländer ermöglichen auch ein 2G-Modell – darunter Sachsen-Anhalt. In Sachsen gilt seit dem 22. November eine Notfallverordnung mit verschärften Einschränkungen und der Schließung verschiedener Branchen. In Thüringen ist bei hohem Infektionsgeschehen 2G oder 3G+ verpflichtend. Ein Überblick über die aktuellen Regelungen.

Collage - ab sofort geltende Lockerungen in Dresden
Was gilt – was nicht mehr? Die Infektionsschutz-Regeln in der Coronavirus-Pandemie Bildrechte: MDR/Imago Images/Andreas Weihs / Panthermedia

Bundestag und Bundesrat haben dem neuen Infektionsschutzgesetz von SPD, Grünen und FDP zugestimmt. Darin festgelegt sind unter anderem eine bundesweite 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln und 3G am Arbeitsplatz. Beim Einkaufen muss weiterhin die Maskenpflicht eingehalten werden, in Bars und Restaurants gelten die Hygieneregeln. Bei Freizeitveranstaltungen können die Länder 2G oder 2G+ einführen.

Die im alten Infektionsschutzgesetz verankerte epidemische Lage von nationaler Tragweite läuft somit wie geplant am 25. November aus. Die Länder sollen jedoch auch in Zukunft schärfere Maßnahmen in Eigenregie bestimmen dürfen. Die neuen Regeln sollen erstmal bis zum 19. März gelten.

Hier finden Sie einen Überblick, was aktuell deutschlandweit und in den mitteldeutschen Ländern gilt.

Die 2G-Regel

Die 2G-Regel besagt, dass nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt zu Innenräumen und Veranstaltungen erhalten. Ein negatives Testergebnis gilt nicht mehr für den Einlass. Bislang wird die 2G-Regel in Sachsen, Bayern, Thüringen, optional in Hamburg und seit dem 15. November in Berlin angewandt. Private Betreiber von Clubs, Bars, Kinos, Restaurants oder ähnlichen öffentlichen Räumen können zudem von sich aus entscheiden, nach der 2G-Regel zu verfahren.

Eine verschärfte Form ist die 2G+-Regel. Hier müssen die geimpften und genesenen Personen zusätzlichen einen aktuellen Antigen-Schnelltest vorlegen.

Die 3G-Regel

Seit dem 23. August gilt bundesweit die sogenannte 3G-Regel. Diese gilt für bestimmte Innenräume und besagt, dass nur Personen, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind, rein dürfen.

Alle Personen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, müssen einen negativen Antigen-Schnelltests vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf oder einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr und darüber hinaus Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen eines verbindlichen schulischen Schutzkonzeptes regelmäßig in der Schule getestet werden.

Dem Beschluss zufolge kann die Regel auch ausgesetzt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis stabil unter 35 liegt oder ein anderes Warnsystem eines Landes ein vergleichbar niedriges Infektionsgeschehen anzeigt.

Die 3G+-Regel besagt, dass der Corona-Test für ungeimpfte Personen ein PCR-Test sein muss. Ein Antigen-Schnelltest aus einem Testzentrum reicht hier nicht aus.


Bundesweit geltende Regelungen

Auf dem Corona-Gipfel am Donnerstag haben sich Bund und Länder auf einen neuen Fahrplan im Kampf gegen die Corona-Pandemie verständigt. Die einzelnen Bundesländer sollen sich demnach bei ihrer Entscheidung über neue Maßnahmen an bestimmten Schwellenwerten bei der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz orientieren. Diese gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in einem Bundesland im Krankenhaus liegen.

Drei Schwellenwerte zur Orientierung

  • Schwellenwert 3: Liegen mehr als drei von 100.000 Einwohnern in einer Klinik, muss in dem entsprechenden Bundesland 2G flächendeckend gelten. Das heißt, nur noch Geimpfte und Genesene dürfen dann Veranstaltungen besuchen, in gastronomische Einrichtungen gehen und körpernahe Dienstleistungen wie beim Friseur in Anspruch nehmen.
  • Schwellenwert 6: Liegt die Hospitalisierungsinzidenz über einem Wert von sechs, gilt die 2G+-Regel. Um weiterhin Zutritt zu den oben aufgeführten Einrichtungen und Veranstaltungen zu erhalten, müssen Geimpfte und Genesene dann zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen.
  • Schwellenwert 9: Ab neun Covid-19-Patienten in einer Kliniken je 100.000 Einwohnern greift die sogenannte Länderöffnungsklausel. Die betroffenen Bundesländer können dann weitere individuelle Maßnahmen und Einschränkungen beschließen.

Schnelltests wieder kostenlos

Seit dem 13. November gibt es wieder kostenlose Corona-Bürgertests. Die entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums sieht vor, dass nun jeder in Deutschland wieder Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Woche hat.

Die Schnelltests mussten zwischenzeitlich seit dem 11. Oktober selbst bezahlt werden. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass inzwischen allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden kann. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn muss in der aktuellen Lage jedoch auch rasch wieder mehr getestet werden.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Bussen und Bahnen sowie auf Inlandsflügen soll neben der Maskenpflicht in Zukunft auch die 3G-Regel gelten. Die Überprüfung, ob ein Fahrgast geimpft, genesen oder negativ getestet ist, wird stichprobenartig erfolgen, etwa bei der Fahrkartenkontrolle. Schülerinnen und Schüler sind von der Regel ausgenommen. Die 3G-Regel gilt außerdem nicht in Taxis.

Maskenpflicht

Es gilt weiterhin eine Maskenpflicht. Demnach müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften OP-Masken, Masken des Standards KN95/N95 oder FFP2-Masken getragen werden. Die Maskenpflicht gilt auch weiter für Genesene und vollständig geimpfte Menschen.

Des Weiteren bleiben auch die Abstands- und Hygieneregeln weiter bestehen und gelten auch für Geimpfte und Genesene.

Testpflicht

Die Testpflicht gilt für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie für Einrichtungen der Behindertenhilfe. Außerdem für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, beim Friseur sowie für Fitnessstudios, Schwimmbäder oder Sporthallen.

Von der Testpflicht ausgenommen sind geimpfte und genesene Personen. Sie müssen ihre vollständige Impfung oder ihre Genesung in Papierform oder digital nachweisen können.

Homeoffice-Pflicht und 3G am Arbeitsplatz

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen überall dort, wo es möglich ist, wieder Homeoffice anbieten. Für diejenigen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, gilt 3G am Arbeitsplatz. Beschäftigte müssen dann vor Ort einen Geimpften- oder Genesenennachweis oder täglich einen negativen Corona-Test vorweisen. Im Fall einer Verweigerung können die Angestellten ins Homeoffice geschickt, aber auch ohne Lohnfortzahlung freigestellt oder sogar gekündigt werden.

Schulen und Kindertagesstätten

Generell sind die Schulen und Kitas wieder offen. Wie der Unterricht und die Kinderbetreuung vor Ort genau aussehen, entscheiden die Länder.

Bundesweit gilt: Wenn Eltern wegen der Schließung von Schule und Kita nicht zur Arbeit gehen können, haben sie zusätzliche 20 Tage Anspruch auf Kinderkrankengeld, Alleinerziehende 40 Tage.

Kontaktreduzierung mit Ausnahmen

Entscheidend bei der Kontaktbeschränkung sind die Regeln des jeweiligen Bundeslandes. Allgemein gilt jedoch, dass es Erleichterungen bei niedriger Infektionslage geben kann.

Außerdem gelten Kontaktbeschränkungen nicht mehr für geimpfte und genesene Personen. Damit werden sie zum Beispiel bei privaten Zusammenkünften nicht mehr mitgezählt.

Gastronomie

Für das Öffnen der Innenräume muss ein passendes Hygienekonzept erarbeitet werden und es gilt die 3G-Regel. Demnach haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt.

Je nach Regelung in den einzelnen Bundesländern haben Gastronomiebetriebe die Möglichkeit, das sogenannte 2G-Modell anzuwenden. Wenn nur Genesene und Geimpfte eingelassen werden, dann entfallen Abstandsregeln und Maskenpflicht.

Kultur, Museen und Veranstaltungen

Für Theater, Kinos, Konzert- und Opernhäuser gilt ebenso wie Museen und Galerien die 3G-Regel. Der Zutritt ist mit einem Impf- oder Genesenen-Nachweis bzw. mit einem aktuellen negativen Test möglich.

Bei Sportgroßveranstaltungen liegt die Publikumsobergrenze bei 25.000 Menschen. Ab 5.000 Menschen im Publikum soll die zulässige Auslastung bei maximal 50 Prozent der Höchstkapazität liegen.

Auch Clubs und Diskotheken dürfen mit entsprechendem Hygienekonzept wieder öffnen. Es gilt die 3G-Regel. Außerdem sind Veranstaltungen im Freien oder in geschlossenen Räumen mit begrenzter Personenzahl und mit entsprechenden Konzepten erlaubt.

Alten- und Pflegeheime

In Alten- und Pflegeheimen sowie für mobile Pflegeteams gilt eine tägliche Testpflicht für Personal sowie Besucherinnen und Besucher – auch für Geimpfte. Zudem fordern die Länder den Bund auf, schnellstmöglich eine Impfpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege und in Kliniken auf den Weg zu bringen.

Reisen

Die Behörden rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen grundsätzlich zu vermeiden.

Reisen innerhalb Deutschlands

Der Inlandstourismus hat in den vergangenen Wochen bereits deutlich zugenommen. Dabei gelten die Corona-Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Übernachtungen in Hotels und Pensionen sind in den Verordnungen der Bundesländer geregelt. In den meisten Bundesländern sind touristische Übernachtungen abhängig von den regionalen Inzidenzen und unter Auflagen wie der Abstands- und Maskenpflicht wieder möglich. Auch die Kontaktnachverfolgung muss gewährleistet sein. Zudem soll ein Test bei Anreise und dann zwei Mal pro Woche Pflicht sein, wenn man in Hotels und Pensionen übernachtet.

Hinweise für Reisen ins Ausland

Es gelten weltweit länderspezifische Reisehinweise. Eine Reisewarnung gilt automatisch für solche Gebiete, die als Corona-Risikogebiete ausgewiesen sind. Die fortlaufend aktualisierte Liste dieser Gebiete veröffentlicht das Robert Koch-Institut. Informationen zur Corona-Lage in den jeweiligen Zielländern veröffentlicht das Auswärtige Amt.

Hinweise für Einreisen nach Deutschland

Seit dem 1. August muss jeder Reiserückkehrer geimpft, genesen oder getestet sein – egal ob er oder sie per Flugzeug, Auto oder Bahn einreist. Dies gilt auch unabhängig vom Land, aus dem die Einreise erfolgt. Ausgenommen sind Personen unter sechs Jahren.

Bei Einreisen aus ausländischen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten oder Virusvariantengebieten muss vor der Einreise eine digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden. Außerdem gilt eine Quarantänepflicht für einen Zeitraum von zehn Tagen nach Rückkehr. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nur durch einen negativen Test möglich, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise abgenommen wurde. Die Quarantänevorschriften geben die einzelnen Bundesländer vor.

Für geimpfte und genesene Personen ist eine Quarantänepflicht nicht mehr erforderlich, selbst wenn sie aus einem Hochinzidenzgebiet wieder nach Deutschland einreisen.

Mehr Informationen zu Sachsen-Anhalt

Ab dem 24. November gilt in Sachsen-Anhalt eine neue Fassung der Corona-Eindämmungsverordnung. Diese sieht nun auch eine verpflichtende 2G-Regel für Innenräume vor. Davon betroffen sind unter anderem die Gastronomie, Veranstaltungen und Kultureinrichtungen. Dort haben nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt. Zudem gilt für den Besuch von Diskotheken und Clubs sowie für den Chorbetrieb die 2G+-Regel. Das bedeutet geimpfte und genesene Personen müssen zusätzlich ein negatives Testergebnis vorzeigen. Sonst gilt flächendeckend die 3G-Regel.

Die wichtigsten weiteren Änderungen zum 24. November im Überblick:

  • Testpflicht in der Pflege: Wer in einer ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtung oder Behindertenwerkstatt arbeitet und weder geimpft noch genesen ist, muss sich künftig täglich vor Dienstbeginn testen lassen. Die Tests müssen nicht aus eigener Tasche bezahlt werden.
  • In Schulen gilt künftig auf den Fluren die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes. Im Unterricht kann die Maske abgenommen werden. Schüler sollen nun täglich in der Schule getestet werden. Zudem besteht die Möglichkeit Schüler vom Präsenzunterricht zu befreien. Auch die Weihnachtsferien werden vorgezogen und beginnen am 18. Dezember.
  • Im Freien entfallen 1,5 Meter Mindestabstand, solange ein Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Damit werden etwa Fußballspiele in größerer Publikumsauslastung wieder möglich.
  • Weihnachtsmärkte sollen nach der neuen Verordnung nur mit 3G-Regel möglich sein - eine 2G-Option besteht auch. Allerdings muss überall dort ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wo ein Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.
  • In den Innenräumen der Gastronomie und bei Veranstaltungen gilt eine 2G-Pflicht.

Zudem gelten folgende Maßnahmen:

  • Genesene und vollständig Geimpfte müssen ihren vollständigen Impfschutz oder die überstandene Infektion in schriftlicher oder digitaler Form nachweisen.
  • Im öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Einkaufen und bei Kulturveranstaltungen gilt die Maskenpflicht. Es muss eine medizinische oder eine FFP2-Maske getragen werden.
  • Schulen und Kitas sind nach wie vor im Regelbetrieb; es besteht jedoch die Möglichkeit, das eigene Kind vom Präsenzunterricht zu befreien. Im ÖPNV müssen Kinder keine FFP2-Masken tragen, medizinische Masken reichen. Für Geimpfte und Genesene besteht keine Testpflicht.
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen werden angehalten, zeitgleich von höchstens zehn Personen besucht werden. Besucherinnen und Besucher müssen zuvor einen Corona-Test machen. Die Einrichtungen haben die Tests vorzuhalten. Bei Auftreten eines Corona-Falls kann ein Besuchsverbot für einzelne Bereiche oder die komplette Einrichtung festgelegt werden.
  • Kontaktbeschränkungen: Es bestehen keine festen Vorgaben, sondern nur eine Empfehlung. Diese lautet, sich nur mit maximal zehn Personen und vor allem im Freien zu treffen sowie größere Ansammlungen zu vermeiden.
  • Private Feiern sind bei einer Teilnehmerzahl von maximal 50 Personen aus verschiedenen Haushalten ohne Tests möglich. Ausnahmen mit mehr Teilnehmern sind unter Auflagen bei einer professionellen Organisation möglich.
  • Kulturbetriebe sind unter Dokumentation der Anwesenden für Geimpfte, Genesene und Getestete geöffnet. In geschlossenen Räumen sind bis zu 500 Menschen und im Freien höchstens 1.000 Menschen zugelassen. Ausnahmen sind je nach örtlicher Kapazität möglich. Auch Zoos und Tierparks dürfen öffnen. In geschlossenen Räumen ist ein medizinischer Mundschutz vorgeschrieben.
  • Fitness- und Sportstudios sind ebenso geöffnet wie Schwimmhallen und Saunen unter Einhaltung der 3G-Regeln.
  • Trauungen, Trauerfeiern und Beerdigungen sind gestattet. Eine 3G-Pflicht besteht nicht, Kontaktverfolgung muss gewährleistet sein.
  • Gottesdienste können unter Hygieneauflagen stattfinden; die Religionsgemeinschaften treffen ihre eigenen Regeln mit verpflichtender Wirkung.
  • Clubs und Discotheken dürfen nur noch mit einem 2G+-Konzept öffnen. Das bedeutet geimpfte und genesene Personen zusätzlich ein negatives Testergebnis vorzeigen müssen. Bedingung ist eine Belegung mit höchstens 60 Prozent der möglichen Gästezahl.
  • Tourismus: Die Beherbergung in Hotels und Pensionen ist erlaubt, je nach Entscheidung des Betreibers unter 3G- oder 2G-Auflagen. Der negative Test muss bei Ankunft vorgelegt werden. Vor der Weitervermietung einer Unterkunft muss der Vermieter eine gründliche Reinigung durchführen. Außerdem erlaubt sind touristische Angebote wie Busreisen, Stadtrundfahrten und -führungen. Außen- und Innenbereiche von Freizeitparks dürfen öffnen.


Mehr Informationen zu Sachsen

In Sachsen gilt die aktuelle Corona-Notfallverordnung für den Zeitraum vom 22. November bis zum 12. Dezember 2021. Sie sieht aufgrund der schnell wachsenden Zahl an Infektionen und Hospitalisierungen zahlreiche Einschränkungen für Ungeimpfte vor sowie die Schließung bzw. das Verbot von:

  • Kultur- und Freizeiteinrichtungen,
  • Fitnessstudios und sonstigen Sportanlagen und Sporteinrichtungen,
  • touristischen Einrichtungen und Beherbergungen,
  • Veranstaltungen und Feste (auch Weihnachtsmärkte).

Im Gegensatz zu den bisherigen Schutzverordnungen gibt es in dieser Notfallverordnung keine Abstufungen der Regeln aufgrund von Inzidenzen oder Krankenbettenbelegungen mehr. Damit enfällt die zuletzt gültige 3+2-Regel, die Lockerungen ermöglichten, sobald ein niedrigerer Inzidenz-Schwellenwert erreicht wurde.

Außerdem gilt die Pflicht zum Tragen einer einfachen Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum unter freiem Himmel, wenn sich Menschen begegnen und wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Eine medizinische Maske muss in geschlossenen Räumen, bei der Schülerbeförderung sowie bei körpernahen Dienstleistungen für die Kunden und Dienstleister getragen werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Besuch von Tagespflegeeinrichtungen sowie für Personal und Besuchende in Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer Menschen mit Behinderung oder pflegebedürftiger Menschen gilt die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske.

Zusätzlich gelten teils neue, teils bereits bestehende Maßnahmen:

  • Kitas und Schulen bleiben geöffnet. Ab dem 29. November gilt der eingeschränkte Regelbetrieb mit festen Gruppen bzw. Klassen. Alle ungeimpften bzw. nicht genesenen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer müssen sich zudem dreimal wöchentlich testen lassen. Es gilt die Maskenpflicht in Schulgebäuden und im Unterricht ab Klassenstufe 5. Bei lokalen Ausbrüchen kann das Kultusministerium Schutzmaßnahmen zeitlich begrenzten Wechselunterricht oder temporäre Schulschließung anordnen. Präsenzveranstaltungen im Hochschulbetrieb sind unter 3G und mit Kontakterfassung möglich.
  • Kinder- und Jugendsport sowie Berufs-, Profi- und Spitzensport bleiben weiterhin möglich. Die geöffneten Angebote dürfen unter 3G und mit Kontakterfassung genutzt werden.
  • In Kliniken und Pflegeeinrichtungen müssen Beschäftigte und Besucherinnen und Besucher eine FFP2-Maske tragen, für Geimpfte und Genesene reicht eine OP-Maske. Alle Personen, die mit Bewohnern oder Patienten in Kontakt kommen, benötigen einen tagesaktuellen negativen Corona-Test. Beschäftigte und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen müssen Auskunft über ihren Genesenen- bzw. Impfstatus geben.
  • Im Arbeitsbereich gilt ab dem 24. November die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz, die durch den Bund im neuen Infektionsschutzgesetz geregelt ist. Darüber hinaus müssen Arbeitgeber Homeoffice anbieten, wenn eine Anwesenheit aus betriebsbedingten Gründen nicht zwingend erforderlich ist.
  • Der Einzelhandel darf unter 2G und bei Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln sowie begrenzter Kundenzahl zwischen 6 Uhr und 20 Uhr öffnen. Von diesen Regeln ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Tankstellen, Getränkemärkte, Apotheken und Drogerien.
  • Die Ausübung und die Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen, die nicht medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen, sind verboten. Friseure dürfen für Geimpfte und Genesene öffnen.
  • Gastronomiebetriebe dürfen unter 2G und mit Kontakterfassung zwischen 6 Uhr und 20 Uhr öffnen. Bars sind geschlossen.
  • An bestimmten öffentlichen Orten gilt ein umfassendes oder zeitlich beschränktes Alkoholverbot. Dessen konkretes Ausmaß legen die Landkreise und kreisfreien Städte individuell fest.
  • Für ungeimpfte bzw. nicht genesene Personen, die älter als 16 Jahre sind, gelten Kontaktbeschränkungen. Sie dürfen sich nur mit Personen des eigenen Hausstandes, der Partnerin oder dem Partner und Personen, für die ein Sorge- und Umgangsrecht besteht, treffen sowie mit maximal einer weiteren Person eines anderen Hausstandes. Nicht zwingend gesetzlich vorgeschriebene Sitzungen von Gremien und Parteien sind untersagt.
  • Versammlungen und Demonstrationen dürfen nur ortsfest unter freiem Himmel und mit maximal 10 Teilnehmenden (inklusive Geimpfter und Genesener) stattfinden. Ausnahmegenehmigungen sind möglich.
  • Für Mitglieder von Kirchen und Religionsgemeinschaften sind Zusammenkünfte unter 3G und mit Hygienekonzept möglich.
  • Überschreitet die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt den Schwellenwert von 1.000, gilt ab dem nächsten Tag eine Ausgangssperre täglich von 22 Uhr bis 6 Uhr des Folgetags. Geimpfte und Genesene sind von dieser Hot-Spot-Regelung ausgenommen. Die Ausgangsbeschränkung tritt außer Kraft, wenn der Schwellenwert von 1.000 an drei aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird.


Mehr Informationen zu Thüringen

Am 23. November wurde eine aktualisierte Corona-Verordnung verabschiedet, die strengere Beschränkungen vorsieht. Jedoch bleibt thüringenweit der Infektionsschutz in der Basisstufe nach dem Frühwarnsystem geregelt. Neu sind insbesondere Verschärfungen für ungeimpfte Erwachsene. Landkreise und kreisfreie Städte in der höchsten Warnstufe 3 müssen demnach 2G oder 3G+ zur Pflicht machen. Ungeimpfte haben damit vielerorts nur mit negativem PCR-Test Zugang, ein Schnelltest reicht dann nicht mehr. Zudem kommt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung (22 bis 5 Uhr) für Ungeimpfte hinzu. Die neuen Beschränkungen sollen erstmal bis zum 21. Dezember gelten.

So funktioniert das Frühwarnsystem:

  • bei Verschärfung der Maßnahmen werden neben der 7-Tage-Inzidenz auch die Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit Corona (Schutzwert) und die Auslastung der Intensivstationen (Belastungswert) berücksichtigt
  • überschreitet die 7-Tage-Inzidenz und einer der anderen beiden Indikatoren drei Tage in Folge einen der folgenden Werte, tritt die Warnstufe in Kraft und die betroffenen Kreise können Maßnahmen verhängen

Grafik zum Corona-Warnsystem in Thüringen ab 24. August
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Warnstufen-System für Corona-Regeln in Thüringen ab 24. August

Warnstufen-System für Corona-Regeln in Thüringen ab 24. August

Basisstufe

  • Infektionschutzverordnung und AHA-Regeln (Abstand halten, auf Hygiene achten und im Alltag Maske tragen) gelten
  • Testpflicht an Schulen entfällt, sowie die Maskenplicht in Klassenräumen ab der 5. Klasse

Warnstufe 1

  • Testpflicht bei Besuch von Innenbereichen von Gaststätten und Veranstaltungen, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Sporthallen, Saunen, touristische Übernachtungsangebote, ausgenommen Geimpfte und Genesene
  • zusätzliche Einschränkungen bei Teilnehmendenanzahl bei Veranstaltungen
  • bei anhaltender Warnstufe 1: Kontaktbeschränkungen

Warnstufe 2

  • Kontaktbeschränkungen in geschlossenen Räumen, beschränkte Anzahl von Teilnehmenden bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen
  • Maskenpflicht an Schulen und an allen Orten, an denen Abstände nicht eingehalten werden können
  • Kommunen können selbst über eine Pflicht zu 2G oder 3Gplus entscheiden

Warnstufe 3

  • Schließungen möglich, die sich an früheren Corona-Landesverordnungen orientieren
  • Es müssen die Modelle 2G oder 3Gplus umgesetzt werden

Ab dem 24. November gilt dann für den Einzelhandel und Veranstaltungen die 2G-Regel. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien. Zudem wurde eine Sperrstunde ab 22 Uhr für die Gastronomie eingeführt und für die Innenräume gilt eine 2G-Pflicht. Bei dem 2G-Modell haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt.

Des Weiteren reicht für bestimmte Bereiche 2G nicht mehr aus. Für den Besuch von Fitnessstudios gilt 2G+: Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich ein negatives Testergebnis vorzeigen.

Des Weiteren gelten folgende aktuelle Bestimmungen, die durch die Warnstufen beeinflusst werden können:

  • Hochschulveranstaltungen in Präsenz für Geimpfte, Getestete und Genesene möglich.
  • Weihnachtsmärkte dürfen nicht stattfinden und müssen abgesagt werden.
  • Überall, wo ein negativer Corona-Test nötig ist, brauchen ihn geimpfte und genesene Personen künftig nicht mehr vorzuweisen außer es gilt 2G+. Als Nachweis gilt dann der Impfausweis (digital oder in Papierform) oder ein vom Gesundheitsamt oder vom Arzt ausgestellter positiver PCR-Test, der nicht älter als sechs Monate ist.
  • Maskenpflicht gilt nur noch in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind oder in denen Publikumsverkehr besteht. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sollen dafür auch Stoffmasken verwenden können. Für alle anderen sollen weiterhin medizinische oder FFP2-Masken Pflicht sein – zum Beispiel beim Shoppen oder im öffentlichen Personennahverkehr.
  • Testpflicht gilt in geschlossenen Räumen und für folgende Bereiche: bei körpernahen Dienstleistungen, beim Besuch von Clubs und Diskotheken, bei Tanz- und Ballettunterricht, Chor- und Orchesterproben und bei sexuellen Dienstleistungen, ausgenommen sind Geimpfte und Genesene.
  • Kontaktbeschränkungen gelten nur nach Verordnung durch Warnstufe. Zudem zählen vollständig geimpfte und genesene Personen nicht mit. Zudem gelten strengere Einschränkungen für Ungeimpfte: Für sie sind nur noch Treffen mit maximal zwei haushaktsfremden Personen erlaubt.
  • Schulen und Kitas dürfen grundsätzlich öffnen, Kreise und Städte entscheiden selbst über Schließungen. Es besteht keine Testpflicht für Schüler/Schülerinnen mehr. Schulen müssen aber zwei Tests pro Woche anbieten. Schülerinnen und Schüler, die sich nicht testen lassen, werden in separaten Lerngruppen unterrichtet. Das Angebot, sich in der Schule testen zu lassen, soll aber erhalten bleiben. Maskenpflicht besteht auf Fluren und Gängen. Ab Warnstufe 2 gilt ab der 5. Klasse eine Maskenpflicht auch im Unterricht, ab Warnstufe 3 auch für Grundschulklassen.
  • Bewohner in Alten- und Pflegeheimen können pro Tag zwei Besuchspersonen empfangen, die täglich wechseln dürfen. Es gelten Test-, Registrier- und Maskenpflicht. Pflegeheime dürfen ihren Bewohnern aber wieder Gruppenangebote unterbreiten, die nicht nur auf einen Wohnbereich begrenzt sind. Zudem dürfen Tagespflegeeinrichtungen öffnen.
  • In Geschäften des Einzelhandels gilt weiterhin die Maskenpflicht und 2G (es haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt). Zudem müssen Geschäfte weiterhin die Anzahl der Kunden je nach Verkaufsfläche begrenzen.
  • Kunden und Kundinnen müssen für körpernahe Dienstleistungen (wie Friseur sowie Nagel-, Kosmetik-, Tätowier- oder Massagestudios) eine Maske tragen sowie einen Negativtest vorweisen, wenn sie während der Behandlung die Schutzmaske abnehmen müssen.
  • Bei öffentlichen Veranstaltungen gilt 2G und sie müssen mindestens fünf Tage im Voraus beim zuständigen Gesundheitsamt angezeigt werden. Eine Genehmigungspflicht gilt für Großveranstaltungen ab einer Größe von 1.000 Menschen im Freien und 500 Menschen in geschlossenen Räumen. Zudem sollten die Kontaktdaten aller Teilnehmenden erfasst werden.
  • Versammlungen sind grundsätzlich möglich. Findet die Versammlung oder Veranstaltung in geschlossenen Räumen statt, muss das Gesundheitsamt mindestens zwei Werktage vor Veranstaltungsbeginn informiert werden. Es gelten die allgemeinen Schutzregeln und es muss ein Hygienekonzept vorliegen.
  • Gottesdienste sind zulässig, es gelten aber Abstandsregeln und Hygieneauflagen. Außerdem ist die Zahl der zugelassenen Teilnehmer und Teilnehmerinnen je nach lokaler Inzidenz begrenzt.
  • Diskotheken, Bars und Clubs müssen wieder schließen. Auch Schwimmhallen, Freizeitbäder und Saunen bleiben geschlossen.

Quellen: MDR/dpa/Landesverordnungen/Bundesverordnungen

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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