Schulstart in Mitteldeutschland Hygienekonzepte für den Präsenzunterricht

In Sachsen-Anhalt startet am Donnerstag die Schule. In Sachsen und Thüringen geht sie nächste Woche wieder los. Die Länder haben unterschiedliche Hygienekonzepte für den Präsenzunterricht festgelegt, die Test- und Maskenpflichten beinhalten. Allerdings stehen noch keine klaren Quarantäneregelungen fest.

Schüler einer Grundschule warten an einer Tür.
Mittlerweile ist es schon der zweite Schuljahresbeginn, der unter Pandemiebedingungen stattfinden muss. Bildrechte: dpa

  • Hygienekonzept zum Schulstart in Sachsen-Anhalt: engmaschige Testungen, CO2-Ampeln, aber keine Maskenpflicht im Unterricht.
  • Hygienekonzept in Thüringen: Testpflicht, Maskenpflicht überall in den ersten zwei Wochen.
  • Hygienekonzept in Sachsen: Anzahl der Testungen abhängig von Inzidenz und Maskenpflicht an weiterführenden Schulen.

Die Schulen in Sachsen-Anhalt begrüßen zu Schuljahresbeginn wieder alle Schülerinnen und Schüler, denn es herrscht wieder Präsenzpflicht. In den Sommerferien habe man eine Menge dafür getan, dass der Schulstart sicher ablaufen kann, sagt Stefan Thurmann, der Sprecher des Bildungsministeriums Sachsen-Anhalt.

Ausnahmen nur für Genesene und Geimpfte

So gebe es natürlich ein umfangreiches Hygienekonzept, das gerade zu Beginn des Schuljahres engmaschige Testungen aller Schülerinnen und Schüler beinhalte: "Das wird so aussehen, dass alle am ersten Schultag getestet werden. In den ersten 14 Tagen folgend dann jeweils dreimal die Woche und im Anschluss dann zweimal in der Woche getestet werden. Ausnahmen gibt es nur für genesene oder geimpfte Schülerinnen und Schüler", erklärt Thurmann.

Im Unterricht müsse in Sachsen-Anhalt keine Maske mehr getragen werden, auf den Gängen dagegen schon. Außerdem hätten viele Schulen CO2-Ampeln angeschafft, die anzeigten, wann gelüftet werden sollte, sagt Thurmann. Luftfilter für schlecht belüftete Räume gebe es dagegen noch nicht. Die würden jetzt erst bestellt.

Hygienekonzept in Thüringen

Auch in Thüringen habe man sich für einen zweiwöchigen Sicherheitspuffer entschieden, erläuterte Bildungsminister Helmut Holter seine Pläne für den Schuljahresbeginn. In den ersten zwei Wochen bestehe überall in den Schulen eine Maskenpflicht. "Mit einer Ausnahme: die Grundschulklassen – also die Klassen eins bis vier und ich führe erneut die Testpflicht ein. Auch das wird angeordnet, dass in diesen ersten 14 Tagen sich alle Schülerinnen und Schüler testen lassen müssen", erklärt Holter.

Nach dieser Zeit richten sich die Regeln nach einem vier-stufigen Frühwarnsystem, das von gar keiner Testung bis zu einer Testpflicht reicht. Wer bei Letzterer die Testung verweigert, müsse mit einem Bußgeld bis zu 250 Euro rechnen, sagt Holter. Ausgenommen vom Testen sind in Thüringen Genesene und Geimpfte.

Hygienekonzept in Sachsen

Das sei so auch in Sachsen der Fall, erläutert Roman Schulz von der Sächsischen Bildungsagentur. Auch hier gelte die Schulpflicht wieder ohne Ausnahmen. In den ersten zwei Schulwochen soll dreimal getestet werden und an den weiterführenden Schulen herrscht Maskenpflicht.

Danach sind die Regeln abhängig von der Inzidenz im jeweiligen Landkreis. Bei unter 10 ist ein Pflichttest pro Woche vorgesehen, erläutert Schulz: "Bei einer Inzidenz über 10 bleibt es bei der Zweimal-Testung, die wir ja auch schon im letzten Schuljahr im zweiten Halbjahr hatten. Das ist also ein eingespieltes System." Bei einer Inzidenz von über 35 greife auch wieder eine verschärfte Maskenpflicht in den Innenräumen der Schule. Ausgenommen davon seien allerdings die Grund- und Förderschulen.

Keine klaren Quarantäneregelungen

Und was ist, wenn doch mal ein Test positiv ausfällt? Dann entscheide das jeweilige Gesundheitsamt jeden Einzelfall, heißt es dazu aus den Ländern. Allerdings sind sich alle einig: Man möchte möglichst wenige Schülerinnen und Schüler in Quarantäne schicken und den Präsenzunterricht so lange wie möglich fortführen. Wie viele es dann im Fall der Fälle genau werden, hängt in Thüringen auch von der Gesundheitsministerkonferenz ab, erklärt Bildungsminister Holter.

Die Gesundheitsministerinnen und -minister arbeiten derzeit einen entsprechenden Vorschlag aus. Die Tendenz geht laut Holter dahin, dass ein positiver Fall in jedem Fall nicht am Unterricht teilnimmt und in Quarantäne muss. "Die Frage ist, wie viele Schülerinnen und Schüler aus dem unmittelbaren Umfeld auch in Quarantäne gehen. Sind es jetzt nur die beiden Sitznachbarn oder auch weitere", fragt sich Holter.

Ende der Woche soll dann ein Vorschlag vorgelegt werden.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 02. September 2021 | 06:09 Uhr

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