Corona-Pandemie Forderungen nach besserem Schutz für Jugendliche

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen werden Forderungen nach einem besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen lauter. Entsprechend äußerten sich Politikerinnen von SPD und Grünen sowie Bundestagspräsident Schäuble von der CDU.

Männlicher Jugendlicher mit Maske bekommt von einer medizinischen Mitarbeiterin in Schutzkleidung eine Impfung. Ansicht von schräg oben.
Politikerinnen verlangen, junge Menschen besser vor dem Coronavirus zu schützen - unter anderem mit Impfangeboten. Bildrechte: imago images/Eibner

SPD-Chefin Saskia Esken und Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt haben sich für größere Anstrengungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie ausgesprochen.

Saskia Esken
SPD-Chefin Saskia Esken Bildrechte: imago images / Rüdiger Wölk

Esken sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Gesundheit ebenso wie die Bildungs- und Entwicklungschancen der jungen Generation müssten jetzt im Vordergrund stehen. "Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren in dem Irrglauben, Kinder und Jugendliche seien nicht gefährdet", so Esken. Durch fehlenden Impfschutz seien die Infektionszahlen bei den Jüngeren besonders hoch. Long-Covid-Folgen könnten jungen Menschen eine gute Zukunft für lange Zeit verbauen.

Warnung vor neuem "Corona-Herbst"

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt übte Kritik an der Bundesregierung. "Wir laufen mit Ansage in einen zweiten Corona-Herbst, und wieder unternimmt die Bundesregierung viel zu wenig, um Kitas und Schulen zu sichern", sagte sie der Funke Gruppe.

Katrin Göring-Eckardt
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt Bildrechte: dpa

In einem Positionspapier mit Fraktionskollegen schreibt Göring-Eckhardt, Bund und Länder sollten gemeinsam mit Fachleuten aus Medizin und Pädagogik einen Leitfaden für die Zeit nach den Ferien erarbeiten. Zu den Maßnahmen sollten mindestens die Beibehaltung, besser noch der Ausbau von regelmäßigen Tests in Schulen und Kitas gehören.

Schäuble: "Schulschließungen alles andere als harmlos"

Bundestagspräsident Schäuble bei Gedenken an Holocaust-Opfer
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) Bildrechte: Bundestag

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sprach sich in der "Bild am Sonntag" für die Impfung von 12- bis 17-Jährigen aus. "Man sollte Jüngere impfen, wenn sie es wollen", sagte der CDU-Politiker. Könne man auf diese Weise Einschränkungen im Schulbetrieb vermeiden, dann sei das ein gewichtiges Argument. Bevor man Schulschließungen riskiere, sollten in geschlossenen Räumen weiter Masken getragen werden, so Schäuble. Kitas, Schulen und Unis zu schließen sei alles andere als harmlos.

Bislang empfiehlt die Ständige Impfkommission Corona-Impfungen für Jugendliche nur bei bestimmten Vorerkrankungen.

Quellen: AFP, dpa, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | ARD Infonacht | 11. Juli 2021 | 05:00 Uhr

4 Kommentare

Reuter4774 vor 14 Wochen

Nach 2 Corona Schuljahren haben die Kinder und Jugendlichen bereits Folgeschäden. Im Gegenteil ich freue mich, wenn mein Sohn endlich auch geimpft werden kann! Bis dahin bleibt halt nur die jährliche Grippeschutzimpfung.

Motte vor 14 Wochen

Dass Menschen nach 1,5 Jahren Pandemie immer noch so desinformiert sind.... Der Impfstoff hat KEINE Notfallzulassung, sondern hat das gängige Zulassungsverfahren durchlaufen und eine bedingte Zulassung erhalten, die an Auflagen geknüpft ist. Z.B. dass Daten nachgereicht werden können, wenn diese vorliegen und die Zulassung angepasst und überprüft werden kann. Die Frage nach der Haftung beantwortet Paragraph 60 IfSG.

nicht vergessen vor 14 Wochen

Es wird über impfen von Kindern mit Impfstoffen die eine Notfallzulassung haben geredet.Warum wird nicht über den Einbau von Lüftungsanlagen geredet . Ein Jahr lang redet die Politik davon,passiert ist nicht viel.
Am Geld kann es nicht liegen,60 Milliarden für die EU waren auch da.
Woran liegt es,wird darauf gewartet das die EU es anordnet?
Werden die Erkenntnisse der Aerosol Forschung berücksichtigt?
Die Politik wird immer unglaubwürdiger
Inzidenzien stehen nun auch zur Diskussion?
Querdenker diffamiert ,sollte da doch was dran sein?

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