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Coronavirus-PandemieErstmals mehr als 50.000 Infektionen an einem Tag gemeldet

von MDR AKTUELL

Stand: 11. November 2021, 14:13 Uhr

Kurz vor der ersten Beratung des neuen Bundestags über die Pläne der möglichen neuen Ampel-Koalition zur Beendigung der pandemischen Notlage ist ein neuer Höchststand bei den täglichen Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet worden. Aktuell sind es so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

In Deutschland sind so viele Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet worden wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie. Erstmals wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Schwelle von 50.000 überschritten. Das RKI meldet am Donnerstag 50.196 neu bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreichte so mit 249,1 ebenfalls einen neuen Höchstwert.

Das Datenprojekt Risklayer aus Karlsruhe zählte zuletzt 45.022 Fälle – 69 Prozent mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag danach bei 256,8 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Risklayer-Daten basieren auf Meldungen von Gesundheitsämtern und anderen Behörden, weshalb sie etwas aktueller sind als die des RKI mit seiner längeren Meldekette.

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Hospitalisierungsrate steigt

Das RKI meldete nun bundesweit auch 235 neue Todesfälle in 24 Stunden, nach 165 vor einer Woche. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 4,65 an, nach 4,61 am Vortag. Bei diesem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Aufnahmen in Krankenhäusern meist mit einigem Verzug gemeldet werden.

Einen bundesweiten Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, gibt es bei der Hospitalisierungs-Inzidenz nicht, auch wegen regionaler Unterschiede. Der bisherige Höchstwert hatte um die Weihnachtszeit 2020 bei rund 15,5 gelegen.

Debatten um Reaktionen auf diese Entwicklung

Der neue Höchststand bei den Coronavirus-Infektionen wurde am selben Tag bekannt, an dem der neue Bundestag erstmals über geplante Änderungen des Infektionsschutzgesetzes beriet. Die mögliche neue Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP im Bund will damit unter anderem die weitere Feststellung einer "epidemischen Lage von nationaler Bedeutung" durch den Bundestag beenden und eine rechtliche Basis für weitere Schutzmaßnahmen durch die Länder schaffen.

Während die mit Covid-19-Patienten stärker belasteten Krankenhäuser in Mitteldeutschland bereits geplante Operationen wieder verschieben, kritisierte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Pläne der Ampel-Koalition erneut. Sie unterschätze die "Dramatik der pandemischen Lage", sagte er. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), der mögliche neue Bundeskanzler, kündigte für kommende Woche eine Ministerpräsidenten-Konferenz zum Thema an.

Quellen: dpa (ksc)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Radio | 11. November 2021 | 08:30 Uhr