Pandemie Diese Corona-Regeln gelten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Angesichts der Ausbreitung des hochinfektiösen Corona-Virus B.1.1.7 haben Bund und Länder den Lockdown bis zum 18. April verlängert. Die erst beschlossene Ruhetag-Regelung zu Ostern wurde später wieder gekippt. Ein Überblick auch über die Regelungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Polizisten sprechen an Hamburgs Außenalster ein Paar an, weil sie auf der Bank sitzend keinen Mund-Nasen-Schutz trugen.
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Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die Oster-Regelung wieder zurückzunehmen. Damit werden Gründonnerstag und Karsamstag nicht zu Ruhetagen.

Weitere Einschränkungen in aller Kürze:

  • Außengastronomie: In Regionen, wo diese ab 22. März nach bisher geltenden Regeln erlaubt wäre, bleibt diese über Ostern geschlossen.
  • Religionsgemeinschaften werden gebeten, Versammlungen virtuell durchzuführen.

Die Kontakteinschränkungen bleiben wie gehabt. Bund und Länder rufen dazu auf, auf nicht zwingend notwendige Reisen im In- und Ausland zu verzichten. Sie verweisen auf Test- und Quarantänepflichten bei Einreisen aus ausländischen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten oder Virusvariantengebieten (zehn Tage nach Rückkehr, zu unterbrechen nur bei negativen Corona-Test ab Tag fünf). Seit dem 30. März 2021 müssen alle Personen, die auf dem Luftweg nach Deutschland reisen, vor Reiseantritt ein negatives Covid-19-Testergebnis vorweisen. Das gilt unabhängig vom Land, aus dem die Einreise erfolgt.

Alle weiteren Beschlüsse sollen weiterhin gültig bleiben, wenn der aktuelle Beschluss keine abweichenden Festlegungen trifft. Demnach gelten die folgenden Regeln auch über Ostern weiter, sofern es das Infektionsgeschehen erlaubt:

Bundesweite Regeln

Viele bekannte Corona-Regeln gelten weiter bis zum 18. April, darunter die Maskenpflicht oder die grundsätzlichen Hygiene- und Abstandregeln. Ursprünglich waren in den kommenden Wochen schrittweise Lockerungen anhand eines Stufenplans vorgesehen. Die Länder haben ihre Verordnungen entsprechend angepasst und bis zum 18. April verlängert.

Folgende Öffnungen sind – je nach Infektionslage – seit dem 8. März möglich:

  • Es dürfen sich wieder mehrere Personen aus zwei Haushalten treffen. Erlaubt sind Treffen von maximal fünf Personen aus zwei Haushalten, wobei Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt werden.
  • Schulen und Kitas können öffnen, wenn dies in den Bundesländern so entschieden wird.
  • Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sowie Fahrschulen können wieder öffnen; ebenso Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Die Friseure arbeiten bereits seit dem 1. März wieder. In einzelnen Bundesländern dürfen auch Baumärkte wieder öffnen.
  • Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen andere Geschäfte das sogenannte Termin-Shopping ("Click and meet") anbieten. Ebenso dürfen Museen, Galerien und Zoos mit Terminvergabe öffnen. Bei einer Inzidenz unter 50 entfallen die Terminvereinbarungen. In allen Bundesländern ist die Abholung nach einer Internetbestellung möglich ("Click and collect"). Teilweise braucht es dazu aber auch einen Termin.
  • Sport: Bei einer Inzidenz von unter 50 ist kontaktloser Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen im Außenbereich gestattet. Bleibt der Wert über mehrere Wochen stabil, soll auch wieder Sport im Innenbereich möglich sein.

Bei diesen und allen anderen vorgesehenen Öffnungsschritten greift eine "Notbremse", falls die Sieben-Tage-Inzidenzwert über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen liegt. Bei einer Inzidenz von über 200 sind auch wieder Ausgangsbeschränkungen möglich.

5-Stufenplan der Bundesregierung
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Weitere Details:

Kostenlose Schnelltests

Seit dem 8. März haben alle Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche. Das gilt insbesondere dann, wenn keine Covid-19-Symptome vorhanden sind. Das Ergebnis des Schnelltests wird bescheinigt. Die Tests sollen in Testzentren, Apotheken und Arztpraxen durchgeführt werden. Die Kosten übernimmt ab dem 8. März der Bund.

Maskenpflicht

Es gilt weiterhin eine verschärfte Maskenpflicht. Demnach müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften medizinische Masken getragen werden. Das sind sogenannte OP-Masken oder solche mit dem höheren Standard FFP2.

Homeoffice und Unternehmen

Es sollen möglichst viele Menschen von zu Hause aus arbeiten. Eine entsprechende Homeoffice-Verordnung ist in Kraft. Demnach sind Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, wenn keine zwingenden Gründe dagegen sprechen. Zudem gelten in Betrieben strengere Regeln: Pro Person müssen zehn Quadratmeter Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Die Regelungen sind zunächst bis zum 30. April befristet.

Geschäfte und Dienstleistungen

Der Einzelhandel bleibt in weiten Teilen geschlossen, vorerst bis zum 18. April. Hingegen dürfen Buchhandlungen, Blumenläden und Gartenmärkte öffnen. Außerdem dürfen seit dem 8. März die körpernahe Dienstleistungen (Kosmetikstudios, Fußpflege, Tattoostudios etc.) sowie Fahr- und Flugschulen öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens unter 100 liegt. Zudem kann ein tagesaktueller Covid-19-Test erforderlich sein.

Geöffnet sind außerdem:

  • der Lebensmittel-Einzelhandel
  • Wochenmärkte und Direktvermarkter für Lebensmittel
  • Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte
  • Reformhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser
  • Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker
  • Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten
  • Banken und Sparkassen sowie Poststellen
  • Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkaufsläden
  • Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte
  • der Großhandel
  • Baumärkte in einzelnen Bundesländern
  • Friseursalons

Schulen und Kindertagesstätten

Schulen und Kitas dürfen seit Mitte Februar wieder öffnen, wenn dies die Landesregierungen in den einzelnen Bundesländern so entscheiden. Bundesweit gilt: Wenn Eltern wegen der Schließung von Schule und Kita nicht zur Arbeit gehen können, haben sie zusätzliche 20 Tage Anspruch auf Kinderkrankengeld, Alleinerziehende 40 Tage.

Kontaktreduzierung mit Ausnahmen

Die Kontaktreduzierung ist seit dem 8. März etwas gelockert. Private Zusammenkünfte sind mit maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten gestattet. Dabei gelten Paare als ein Haushalt, Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, wird die Regelung auf maximal zehn Personen aus drei Haushalten erweitert.

15-Kilometer-Radius und Ausgangssperre

Laut dem Bund-Länder-Beschluss vom 5. Januar sollen in Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 verschärfte Ausgangsbeschränkungen gelten. Vorgesehen ist demnach den Bewegungsradius auf 15 Kilometer zu begrenzen. In Thüringen wird den Bürgerinnen und Bürgern dieses Verhalten aber lediglich angeraten. In Sachsen hat das Oberverwaltungsgericht die 15-Kilometer-Regel ausgesetzt. Sie steht seitdem auch nicht mehr in der Landesverordnung. Sachsen-Anhalt sieht die Maßnahme in seiner Eindämmungsverordnung vom 8. Januar 2021 vor, die 15-Kilometer-Regel wurde hier zuletzt aber nicht mehr angewendet. Im Zweifelsfall informieren Sie sich bei Ihrem Landkreis oder Ihrer Kommune, denn sie treffen die Entscheidung.

Das gleiche gilt für nächtliche Ausgangssperren, die von Bayern aus Eingang in die Eindämmungsverordnungen gefunden hatten. In Sachsen wurden diese aber ebenfalls gerichtlich gekippt.

Gastronomie

Lieferung und Abholung von Speisen sind für den Verzehr zu Hause sind möglich. Betriebskantinen bleiben geschlossen, dürfen aber Essen zum Mitnehmen ausgeben. Der Verzehr vor Ort wird untersagt.

Erst im vierten Öffnungsschritt darf die Gastronomie ihre Außenbereiche für Gäste öffnen – bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen. Sollte der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 schwanken, ist ein tagesaktuelles negatives Covid-19-Testergebnis erforderlich. Eine Überschreitung der 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern führt zur erneuten Schließung der Gastronomie. Entscheidend sind für die Gastronomie die Verordnungen der Länder.

Kultur und Museen

Seit dem 8. März können Museen, Galerien, Gedenkstätten sowie Zoos und botanische Gärten wieder öffnen. Bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 dürfen die Einrichtungen nur mit vorheriger Terminbuchung und mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung öffnen.

Theater, Kinos, Konzert- und Opernhäuser dürfen erst im vierten Öffnungsschritt wieder geöffnet werden. Auch hier ist der Inzidenzwert in der Region oder im Bundesland entscheidend. Bei einem Inzidenzwert unter 50 darf geöffnet werden und wenn der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 liegt, dann dürfen die Einrichtungen nur für Gäste mit einem tagesaktuellen negativen Schnell- oder Selbsttest öffnen.

Alten- und Pflegeheime

In Alten- und Pflegeheimen sowie für mobile Pflegeteams sind Corona-Schnelltests für Mitarbeiter und Besucher verpflichtend. Die Praxis kann in den Bundesländern und in den Landkreisen unterschiedlich gestaltet werden.

Reisen

Die Behörden rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen grundsätzlich zu vermeiden.

Reisen innerhalb Deutschlands

Generell soll auch innerhalb Deutschland auf alle nicht notwendigen privaten Reisen und Besuche verzichtet werden. Tagesausflüge und andere touristische Reisen gelten überall als nicht dringend notwendig.

Hotels und Pensionen dürfen nur Geschäftsreisende beherbergen. Als Ausnahme davon dürfen Privatpersonen je nach Bundesland zu familiären Zwecken oder aus triftigen Gründen untergebracht werden. Als Beispiele wird Pflege von Angehörigen oder die Beerdigung eines engen Familienmitglieds genannt.

Hinweise für Reisen ins Ausland

Seit dem 1. Oktober gelten weltweit länderspezifische Reisehinweise. Eine Reisewarnung gilt automatisch für solche Gebiete, die als Corona-Risikogebiete ausgewiesen sind. Die fortlaufend aktualisierte Liste dieser Gebiete veröffentlicht das Robert Koch-Institut. Informationen zur Corona-Lage in den jeweiligen Zielländern veröffentlicht das Auswärtige Amt.

Hinweise für Einreisen nach Deutschland

Seit dem 30. März 2021 müssen grundsätzlich alle Personen, die auf dem Luftweg nach Deutschland reisen, vor Reiseantritt ein negatives Covid-19-Testgebnis vorweisen. Dies gilt unabhängig vom Land, aus dem die Einreise erfolgt. Ausgenommen sind Personen unter sechs Jahren. Das negative Testergebnis muss vor Abflug der Airline vorgelegt werden.

Bei Einreisen aus ausländischen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten oder Virusvariantengebieten muss vor der Einreise eine digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden. Außerdem gilt eine Quarantänepflicht für einen Zeitraum von zehn Tagen nach Rückkehr. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nur durch einen negativen Test möglich, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise abgenommen wurde. Die Quarantänevorschriften geben die einzelnen Bundesländer vor.

Wirtschaftshilfen

Die Überbrückungshilfe III des Bundes wird verbessert. Das sind Zuschüsse zu den Fixkosten, wenn Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang wegen der Pandemie nachweisen können. So sollen unter anderem die Zugangsvoraussetzungen vereinfacht und die monatlichen Förderhöchstbeträge für Unternehmen und Soloselbstständige deutlich angehoben werden. Die sogenannte Neustarthilfe soll von 25 Prozent auf 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht werden. Auch die Betriebskostenpauschale wird angehoben. Neu ist, dass auch nicht ständig Beschäftigte wie Schauspieler die Neustarthilfe beantragen können. Auch will der Bund die Abschlagszahlungen spürbar erhöhen.

Die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags wird für Unternehmen, die Anspruch auf Hilfszahlungen haben und rechtzeitig einen aussichtsreichen Antrag gestellt haben, bis Ende April ausgesetzt.

Regelungen in Sachsen

Abweichend oder in Ergänzung zu den bundesweiten Regeln gelten in Sachsen folgende Vorschriften und Maßnahmen:

  • Testpflicht: Beschäftigte und Selbstständige mit direktem Kundenkontakt sind ab 29. März verpflichtet, zweimal wöchentlich einen Corona-Test vorzunehmen oder vornehmen zu lassen. Arbeitgeber müssen die Tests für den Arbeitnehmer kostenfrei zur Verfügung stellen. Arbeitgeber sind verpflichtet, ab dem 22. März ihren Beschäftigten, die nicht im Homeoffice sind, mindestens einmal pro Woche die Durchführung eines kostenlosen Selbsttests anzubieten. Die Beschaffung der Tests muss aber zumutbar sein.
  • Die Schulen in Sachsen sollen ab 12. April inzidenzunabhängig öffnen. Lehrerinnen und Lehrer sowie Kinder und Jugendliche werden künftig zweimal pro Woche getestet. Zudem gilt für Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht, möglich sind medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen oder FFP2-Masken. Für alle Jahrgänge ist die Schulbesuchspflicht ausgesetzt. Das heißt, Eltern können ihre Kinder vom Präsenzunterricht abmelden.
  • Auch Kindertagesstätten sollen inzidenzunabhängig öffnen können. Damit sind verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen verbunden. Erzieher und Erzieherinnen in Kitas sollen zweimal pro Woche getestet werden, die Kinder in den Kitas aber nicht. Eltern dürfen die Kita nur betreten, wenn sie ein negatives Testergebnis vorweisen können, das nicht älter als drei Tage ist. Andernfalls ist ein Bringen und Abholen nur auf dem Außengelände.
  • In Schulen Schulbesuchspflicht für alle Jahrgänge ausgesetzt. Das heißt, Eltern können ihre Kinder vom Präsenzunterricht abmelden. Nach den Osterferien wird die Testpflicht ausgeweitet. Lehrerinnen und Lehrer sowie Kinder und Jugendliche werden künftig zweimal pro Woche getestet. Zudem gilt ab 12. April für Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht, möglich sind medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen oder FFP2-Masken.
  • Ergänzend zum Bund-Länder-Beschluss dürfen in Sachsen auch Baumärkte abhängig von der Inzidenz öffnen.
  • Beim Besuch von Friseur oder Nagel- sowie Kosmetikstudio müssen auch Kunden einen tagesaktuellen Schnelltest vorweisen können. Laut Sozialministerium kann der Test zuhause vorgenommen werden. Beim Dienstleister ist dagegen eine Selbstauskunft zu hinterlegen, ein entsprechendes Formular ist auf der Website des Ministeriums zu finden. Das Ministerium hatte die Kunden-Testpflicht zunächst auch für körpernahe medizinische Dienstleistungen wie Physiotherapie und Fußpflege verordnet, diese dann aber wieder ausgesetzt.
  • Ab 6. April erhalten die Landkreise und kreisfreien Städte die Möglichkeit zur inzidenzunabhängigen Öffnung von Click-and-Meet-Angeboten, Zoos, Tier- und botanischen Gärten sowie Museen, Galerien oder Gedenkstätten. Kunden und Besucher müssen ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorlegen. Geöffnet werden darf jedoch nur, wenn die maximale Anzahl von 1.300 Corona-Patienten auf den Normalstationen sächsischer Krankenhäuser nicht überschritten ist. Sollte dies geschehen, werden alle Lockerungen wieder kassiert.
  • Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte regeln Kirchen und Religionsgemeinschaften in eigener Verantwortung. Eheschließungen und Beerdigungen sind im engsten Familienkreis, mit maximal 20 Personen und Mindestabstand möglich. Bei mehr als zehn Personen müssen alle Teilnehmenden einen negativen Selbsttest vorweisen.
  • Besuche in Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind möglich. Die Einrichtungen brauchen aber ein genehmigtes Hygienekonzept, die Besucheranzahl muss geregelt sein und ebenso die Kontaktnachverfolgung. Besucherinnen und Besucher brauchen außerdem einen negativen PCR- oder Schnelltest.
  • Es gibt grundsätzlich kein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder Stadt aber an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, ist der Ausschank und Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit untersagt. Die konkreten Orte legen die Landkreise und kreisfreien Städte selbst fest.
  • Ausgangsbeschränkungen: Es gibt in Sachsen nach Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Bautzen keine verschärften Ausgangsbeschränkungen mit einem 15-Kilometer-Bewegungsradius (15-Kilometer-Regel) und auch keine nächtlichen Ausgangssperren mehr. Allgemeine Ausgangsbeschränkungen sind hingegen vorgesehen, und zwar, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 in einem Landkreis oder einer Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird. Die Wohnungen dürfen dann nur mit triftigen Grund verlassen werden, allerdings auch etwa zur Bewegung an der frischen Luft.
  • Demonstrationen sind bei einem Inzidenzwert unter 200 mit maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erlaubt. Bei höheren Inzidenzen dürfen weniger Menschen teilnehmen.
  • Reisen: Für den Pendelverkehr zwischen Tschechien und Sachsen gelten Ausnahmen. Beschäftigte aus diversen Branchen, die aus Tschechien nach Deutschland einreisen, müssen bei Grenzübertritt nicht in Quarantäne, wenn ein aktueller negativer Covid-19-Test vorliegt, der nicht älter als 48 Stunden ist. Der kleine Grenzverkehr, also das schnelle Einkaufen im Nachbarland, ist momentan nicht erlaubt. Fortlaufend aktualisierte Informationen dazu veröffentlicht der Freistaat auf dieser Seite.
  • Modellprojekte: Abweichend von allen Corona-Regeln sind in Sachsen Modellprojekte möglich. Dies betrifft etwa die Bereiche Veranstaltungen und Gastronomie. Die Modellprojekte müssen der Forschung des Infektionsgeschehens dienen oder der Erprobung von Testkonzepten oder von digitalen Systemen zur Kontaktverfolgung. Die Projekte müssen vom Land genehmigt werden.

Regelungen in Thüringen

Thüringen hat seine Corona-Verordnung erneuert. Die Änderungen sind vom 1. April bis 24. April gültig. Abweichend oder ergänzend von den bundesweiten Regeln gilt aktuell Folgendes:

  • Kontakte: Die Menschen in Thüringen dürfen sich privat nach wie vor lediglich mit Personen aus ihrem eigenen Haushalt treffen sowie mit Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht. Zusätzlich ist – anders als bundesweit vorgesehen – nur eine weitere haushaltsfremde Person erlaubt. Allerdings ist in fest organisierten privaten Gruppen die Betreuung von Kindern bis einschließlich 13 Jahren aus maximal zwei Haushalten erlaubt.
  • Ausnahme bei Kontaktbeschränkungen über Ostern: Von Karfreitag bis Ostermontag dürfen sich zwei Haushalte mit insgesamt maximal fünf Personen treffen, zum Haushalt gehörende Kinder bis einschließlich 13 Jahren werden dabei nicht eingerechnet.
  • Ausgangsbeschränkungen: Es gibt in Thüringen keine nächtlichen Ausgangssperren und auch keine Einschränkung des Bewegungsradius in Hoch-Inzidenz-Gebieten. Alle Bürgerinnen und Bürgern sind jedoch angehalten, den Bewegungsradius von 15 Kilometern rund um den Wohnort nicht zu überschreiten.
  • Schulen und Kitas: Die Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte entscheiden ab sofort selbst über Schulschließungen. Die Regierung empfiehlt lediglich, Schulen und Kitas ab einer Inzidenz von 150 nicht zu öffnen. Auf lokaler Ebene sind zudem unterschiedliche Entscheidungen möglich: Die Kreise und Städte können demnach einzelne Schulen öffnen und andere schließen. Wenn Schulen und Kitas geöffnet werden, schlägt die Landesregierung strenge Regeln vor. Die Thüringer Regierung will nach den Osterferien flächendeckend Testangebote machen.
  • Bewohner in Alten- und Pflegeheimen dürfen pro Tag nur eine Besucherin oder Besucher empfangen. Liegt die lokale Inzidenz bei über 200, muss es sich wochenweise stets um die selbe Person handeln. Die Gäste müssen sich registrieren und testen lassen sowie eine FFP2-Maske tragen. Pflegeheime dürfen ihren Bewohnern künftig wieder Gruppenangebote unterbreiten, die nicht nur auf einen Wohnbereich begrenzt sind. Dabei darf es nach Angaben des Gesundheitsministeriums keine Differenzierung zwischen geimpften und nicht geimpften Heimbewohnern geben.
  • Tagespflegeeinrichtungen dürfen ab dem 1. April wieder öffnen, vorausgesetzt die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis liegt zuvor sieben Tagen lang stabil unter 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Die Einrichtungen sollen spätestens zum 19. April für Gäste öffnen.
  • Geschäfte, Handel und andere Einrichtungen: Auch in Thüringen dürfen ergänzend zum Bund-Länder-Beschluss Baumärkte für Kunden mit einem Termin öffnen. Außerdem dürfen seit dem 14. März Buchhandlungen öffnen sowie Läden, die Kinderschuhe anbieten. Analog zu Fahrschulen dürfen auch Flugschulen praktischen Unterricht anbieten, wenn ein Infektionsschutzkonzept vorhanden ist. Die Kundenzahl in Supermärkten und Geschäften ist je nach Verkaufsfläche nach wie vor beschränkt.
  • Ab dem 12. April dürfen Geschäfte des Einzelhandels Termineinkäufe vereinbaren, vorausgesetzt, der Wert der landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz in den vorangegangenen sieben Tagen liegt unter 200 und die Kunden können vor Zutritt einen negativen Corona-Test vorlegen.
  • Ab dem 10. April können Zoos,Tierparks und botanischen Gärten unter freiem Himmel bei einer Kontaktnachverfolgung geöffnet werden.
  • Kunden müssen für körpernahe Dienstleistungen (wie Friseur sowie Nagel-, Kosmetik-, Tätowier- oder Massagestudios) einen Negativtest vorweisen, wenn sie während der Behandlung die Schutzmaske abnehmen müssen.
  • Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bei Versammlungen beträgt 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter freiem Himmel und 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in geschlossenen Räumen. Bei einer Inzidenz von über 200 gelten lokal strengere Regeln.
  • Gottesdienste sind zulässig, es gelten aber Abstandsregeln und Hygieneauflagen. Außerdem ist die Zahl der zugelassenen Teilnehmer ja nach lokaler Inzidenz begrenzt. Eheschließungen und Bestattungen sind mit maximal bis zu 25 Personen erlaubt.
  • Der Konsum von Alkohol im Freien ist untersagt vor Geschäften, auf Parkplätzen sowie auf öffentlichen Plätzen, die von den Kommunen festgelegt werden.
  • Der Betrieb in Sportstätten, Volkshochschulen, Musikschulen und in der Erwachsenenbildung ist eingestellt.
  • Modellprojekte: Abweichend von allen Corona-Regeln sind in Thüringen befristete Modellprojekte möglich. Die Projekte müssen der Forschung des Infektionsgeschehens dienen oder der Erprobung von Testkonzepten oder von digitalen Systemen zur Kontaktverfolgung. Die Projekte müssen vom Gesundheitsministerium genehmigt werden.

Regelungen in Sachsen-Anhalt

Abweichend oder in Ergänzung zu den bundesweiten Regeln gelten in Sachsen-Anhalt folgende Vorschriften und Maßnahmen:

  • Die Schulen sind im eingeschränkten Regelbetrieb. Nur an Grund- und Förderschulen sowie für die Abschlussklassen gibt es täglichen Präsenzunterricht. Für diese Schüler ist zugleich aber die Anwesenheitspflicht aufgesetzt. In allen anderen Jahrgängen werden die Klassen aufgeteilt und lernen abwechselnd zu Hause und in der Schule. Wenn in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tages-Inzidenz den Wert von 200 überschreitet, schließen die Schulen wieder. Dann soll es wieder Distanzunterricht geben. Ausgenommen sind davon lediglich Abschlussklassen, die weiter Präsenzunterricht erhalten sollen.
  • Ab dem 12. April gilt: Zur Teilnahme am Unterricht an den weiterführenden Schulen wird vorausgesetzt, dass sich Schülerinnen und Schüler zwei Mal pro Woche verbindlich testen lassen. Die Tests werden entweder durch in der Schule bereitgestellt oder aber die Schüler können eine ärztliche Bescheinigung vorweisen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.
  • Die Kitas befinden sich in einem eingeschränkten Regelbetrieb. Die Betreuung soll in festen Gruppen stattfinden. Landkreise und kreisfreie Städte können bei hoher Infektionsbelastung weitere Maßnahmen erlassen. Dazu kann auch die Rückkehr in den Kita-Notbetrieb gehören.
  • Familien oder Nachbarn dürfen sich bei der Kinderbetreuung helfen. Kinder bis 14 Jahre dürfen demnach in maximal zwei Haushalten betreut werden. Dabei sollen möglichst feste Betreuungsgruppen gebildet werden. Auch private Zusammenkünfte und Feiern sind im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit bis zu 5 Angehörigen eines weiteren Hausstandes gestattet.
  • Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis oder einer Stadt mehrere Tage über 100, sind Kreise und Städte verpflichtet, zusätzliche Kontaktbeschränkungen zu erlassen. Dann darf sich ein Haussstand nur mit einer weiteren Person treffen, die nicht zum Hausstand gehört.
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen können einen Besucher pro Tag empfangen. Besucherinnen und Besucher müssen zuvor einen Coronatest machen. Die Einrichtungen haben die Tests vorzuhalten.
  • Ergänzend zum Bund-Länder-Beschluss dürfen in Sachsen-Anhalt Baumärkte öffnen.
  • Sport: In Sachsen-Anhalt dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wieder gemeinsam Sport machen – in Gruppen mit bis zu 20 Personen, aber ohne Körperkontakt.
  • An Trauungen dürfen neben den künftigen Ehepartnern lediglich Trauzeugen, Eltern, Kinder und Geschwister teilnehmen. Trauerfeiern und Beerdigungen sind nur im "engsten Freudes- und Familienkreis der oder des Verstorbenen" erlaubt plus Trauerredner, Geistliche und Bestatter.
  • Gottesdienste können unter strengen Auflagen stattfinden.
  • Versammlungen und Demonstrationen mit mehr als zehn angemeldeten Personen können zum Infektionsschutz verboten oder eingeschränkt werden.

Abstand + Hygiene

Wo immer möglich, sollte ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden. Damit soll nach Einschätzung von Fachleuten die Übertragung größerer Tröpfchen beim Sprechen und Atmen vermieden werden. Bei längeren Kontakten spielen aber auch die sehr viel kleineren Aerosole eine wichtige Rolle. Diese können viel länger in der Luft schweben und sich gerade in geschlossenen Räumen auch unvorhersehbar bewegen.

Hände sollten für 20 bis 30 Sekunden gründlich mit Seife und heißem Wasser gewaschen werden. Husten und niesen sollte man in die Armbeuge. Auf Händeschütteln und Umarmungen bei Begrüßungen oder Abschieden sollte verzichtet werden.

Lüften

Da das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen deutlich höher ist als im Freien, empfehlen Fachleute häufiges und gründliches Lüften – oder nach Möglichkeit, Treffen mit Personen anderer Haushalte nach draußen zu verlegen.

Quarantäne

In Verdachtsfällen auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 verhängen die örtlichen Gesundheitsämter in der Regel Quarantäne-Auflagen – etwa nach dem Kontakt mit einem infizierten Menschen. Bei der Kontaktverfolgung kann aber wichtige Zeit verloren gehen. Deshalb ist auch die eigenständige Isolierung bei einem Verdacht sinnvoll.

Corona-Warn-App

Je mehr Menschen die Corona-Warn-App nutzen, desto wirksamer wird sie bei der Pandemiebekämpfung. Sie ermöglicht, Risikokontakte von bestätigten Sars-CoV-2-Fällen schneller zu informieren und Infektionsketten zu unterbrechen, die Gesundheitsämter nicht herausfinden können – etwa, wenn eine infizierte Person in Bus oder Bahn längeren Kontakt zu Unbekannten hatte.

Arbeitsplatz und Einkaufen

Industriebetriebe und Handwerk können weiter arbeiten, werden aber aufgefordert, wo immer möglich Heimarbeit anzubieten. Geöffnete Geschäfte und Märkte müssen sicherstellen, dass höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche im Laden ist. Generell sind Unternehmen gehalten, Hygienekonzepte anzupassen. Kontakte, sowohl in der Belegschaft als auch mit Kundinnen und Kunden, sollen so weit wie möglich reduziert werden. Wo Heimarbeit oder mobiles Arbeiten umsetzbar ist, soll dies auch geschehen.

In Arbeits- und Betriebsstätten ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, außer am Arbeitsplatz selbst, sofern ein Abstand von 1,5 Metern zu weiteren Personen sicher eingehalten werden kann.

Freizeit

Ein großer Teil des öffentlichen Lebens wurde schon im November heruntergefahren. Unterhaltungs- und Freizeit-Veranstaltungen sind bundesweit untersagt. Zu den Einrichtungen, die vorerst geschlossen bleiben müssen, gehören:

  • Theater, Opern, Konzerthäuser
  • alle Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen
  • Hotels und andere Unterkünfte: Übernachtungen sind nur aus beruflichen Gründen erlaubt.
  • Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen
  • Einrichtungen des Freizeit- und Amateursportbetriebs und Fitnessstudios
  • Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen
  • Prostitutionsstätten
  • Individualsport bleibt allein erlaubt, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.

Gesundheit

Weiterhin geöffnet bleiben Betriebe, die medizinisch notwendige Behandlungen anbieten. Dazu zählen unter anderem Physio-, Ergo- und Logotherapie sowie die Podologie.

ÖPNV und Bahnreisen  

Im öffentlichen Personennahverkehr gelten generelle Maskenpflichten. Diese gelten auch für Bahnunternehmen. Seit Ende November hat die Bahn die Reservierbarkeit der Sitzplätze beschränkt. "Maskenkontrollen" sollen verstärkt werden. Auch auf Fahrgäste im Regionalverkehr kommen Änderungen zu. Die regionalen Verkehrsunternehmen wollen jedoch das volle Bahn- und Busangebot in den Stoßzeiten aufrechterhalten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. März 2021 | 16:30 Uhr

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