Ukraine-Krieg Deutschland will sieben Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine liefern

Deutschland wird weitere schwere Waffen an die Ukraine liefern. Nach Angaben von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht geht es um sieben Panzerhaubitzen 2000. Auch eine entsprechende Ausbildung an den Panzerhaubitzen soll den ukrainischen Truppen angeboten werden.

Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr während einer Gefechtsvorführung
Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr während einer Gefechtsvorführung Bildrechte: IMAGO

Deutschland wird sieben Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine liefern, um das Land bei der Verteidigung zu unterstützen. Das erklärte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht am Freitagmorgen in der slowakischen Stadt Sliac. Nach Angaben der SPD-Politikerin sollen die Waffensysteme der Bundeswehr nach der Lieferung nicht unmittelbar fehlen, da sie aus einer laufenden Instandsetzung kommen.

Training kann kommende Woche starten

Die Panzerhaubitze 2000 ist ein schweres Artilleriesystem mit einer Kanone auf einem Kettenfahrzeug. Zu den Haubitzen soll auch eine Ausbildung angeboten werden, sagte Lambrecht. Das Training an den selbstfahrenden Geschützen könne demnach schon in der kommenden Woche in Deutschland beginnen. Die sieben deutschen Haubitzen des Typs 2000 würden dabei fünf aus den Niederlanden ergänzen. Wann die Waffensysteme an die Ukraine geliefert werden sollen, wurde am Freitag zunächst nicht genannt.

Eine Panzerhaubitze 2000
Bildrechte: IMAGO / Björn Trotzki

Stichwort Panzerhaubitze 2000 Die Panzerhaubitze 2000 ist ein schweres Artilleriesystem mit einer Kanone auf einem Kettenfahrzeug – und ähnelt damit einem Panzer. Sie verschießt 155-Millimeter-Granaten und erreicht damit laut Bundeswehr Ziele in bis zu 30 Kilometern Entfernung; mit reichweitengesteigerter Munition sind 40 Kilometer möglich.

Nach Angaben des Herstellers Krauss-Maffei Wegmann kann die Haubitze bis zu zehn Granaten pro Minute abfeuern. Die Besatzung kann diese laut Bundeswehr so abfeuern, dass bis zu sechs Granaten gleichzeitig im Ziel einschlagen. Zugleich ist das Fahrzeug mit einem 1.000-PS-Motor bis zu 60 km/h schnell. Es ist damit für die gegnerische Aufklärung schwer auszurechnen.

Lambrecht besuchte im slowakischen Sliac deutsche Soldaten, die mit dem Flugabwehrsystem Patriot zur Verstärkung an die Nato-Ostflanke verlegt wurden. Die Slowakei grenzt an die Ukraine.

Auch Gepard-Panzer sollen geliefert werden

Zuletzt hatte es in Deutschland ein langes Ringen um die Lieferung schwerer Waffen gegeben. Die Bundesregierung hatte Ende April bereits die Lieferung von Flugabwehrpanzern des Typs Gepard in Aussicht gestellt. Insgesamt sollen davon 50 Stück an die Ukraine geliefert werden. Im Bundestag sprachen sich die Fraktionen der regierenden Ampelparteien SPD, FDP und Grüne sowie CDU und CSU dafür aus, die Ukraine auch mit schweren Waffen zu unterstützen.

Lieferung schwerer Waffen in Deutschland weiter umstritten

Doch in Deutschland bleibt das Thema weiterhin umstritten. Zuletzt hatte etwa ein offener Brief von Prominenten für Aufsehen gesorgt, der einen Stopp der Lieferung schwerer Waffen forderte, um eine Eskalation des Krieges in der Ukraine zu vermeiden. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte sich gegen eine solche Lieferung ausgesprochen und sich damit unter andrem gegen Parteichef Friedrich Merz gestellt.

dpa, AFP, MDR (fef)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Mai 2022 | 08:30 Uhr

149 Kommentare

Wessi vor 7 Wochen

@ Horus ... unsicher bin ich mir bei Ungarn auch...das war es aber.Finnland+Schweden wollen sogar der NATO beitreten.Zwei Staaten mit sehr gut funktionierender Armee mit Grenze zu R. und nahe bei.Mit Chinesen ist das so eine Sache, resp. mit chinesischem Gesichtswahren.Sie haben zwar noch nicht den Sanktionen zugestimmt, die Kritik ist aber das Faktum der Handelshemmnisse an sich,nicht daß sie sich gg. Russland richten.Auf der anderen Seite veröffentlichen die gar nicht freien Staatsmedien ein russlandfeindliches Interview m.d.ukr.Aussenminister+Drohnen werden nach R. auch nicht mehr geliefert...!Afghanistan+seine Kulturform ist nicht vergleichbar,andersherum könnte man das Argument sonst auch auf Russland in der Ukraine anwenden,die Ukraine ist ein europäisches Land...!

ElBuffo vor 7 Wochen

Also Russland und die USA erkennen den IGH an. Und dann setzt Putin sofort dessen Beschlüsse um? Nee, da hat Putin schon vorgebaut. Vor diesem Gericht argumentiert er nämlich gar nicht mit dem angeblichen Völkermord, den die Ukraine begehen. Dafür hat er nicht nur keine Belege vorgelegt, sondern er beruft sich auf das Recht auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta. Ich weiß, dass ist jetzt bitter für viele Putinverständnishaber. Den dieses Recht steht man der Ukraine ja gar nicht zu. Aber das ist auch nicht die erste regierungsamtliche Volte aus Moskau. Da waren auch schon Honi und Co. immer mächtig angesäuert, wenn man dort die Ansichten wechselte, da man ja vorher selber lautstark alles aus Moskau als allein richtig und ewig gültig nachgeplappert hätte und dann immer schön doof dastand. Am Ende mussten Zeitschriften des großen Bruders verboten werden.

ElBuffo vor 7 Wochen

Das Verhandlungsangebot könnte so aussehen: Die Ukraine unterwirft sich bedingungslos. Das gleiche gilt für alle Länder, in denen schonmal russische Soldaten einen Fuß auf die Erde gesetzt haben. Alle daran angrenzenden Länder verzichten auf eine Armee und bücken sich ganz tief.
Putin ist unter einer weiteren Bedingung einverstanden. Es gibt in allen Ländern einen jubelnden Empfang der russischen Befreier, wobei in Deutschland neben Blumen unbedingt auch Teddybären geworfen werden müssen.

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