Wie weiter im Lockdown? So könnte der Schulbetrieb im Januar weitergehen

Jessica Brautzsch
Bildrechte: MDR/Markus Geuther

Die Hinweise verdichten sich, dass der Lockdown verlängert wird. Doch was soll dann mit den Schulen passieren? Eigentlich galt die Devise: Schulen als letztes schließen und als erstes wieder öffnen. An diesem Montag wollen sich die Kultusminister der Bundesländer dazu abstimmen. Trotz der eher ungünstigen Situation, gibt es einige Vorschläge, wie es weitergehen könnte.

Blick in leeren Schulflur
Die Schulen in Deutschland werden wohl noch einige Zeit leer bleiben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nein, einen normalen Schulunterricht wird es erstmal nicht wieder geben. Darin besteht weitestgehend Einigkeit. Aber unterrichtet werden, muss eben doch. In Thüringen soll erstmal eine Verschiebung der Ferien weitere Entlastung für das Infektionsgeschehen bringen. Wie Bildungsminister Helmut Holter mitteilte, habe er die Absicht, die Winterferien vom 7. Februar auf die letzte Januarwoche vorzuziehen. Damit fände praktisch im ganzen Januar kein Präsenzunterricht in den Schule statt. Sondern das Lernen zu Hause würde fortgesetzt.

Ab 1. Februar sollen Schulen und Kitas dann wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen und zwar unabhängig vom Pandemiegeschehen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, plädiert im ARD Morgenmagazin für den Wechselunterricht als einzig mögliches Konzept, mit Abstandsregelungen für Grundschulen und die jüngeren Schüler sowie mit Distanzunterricht für die Älteren.

Meidinger sieht "Digitalisierungsschub"

Distanzunterricht – bei diesem Wort stellen sich manchen Schülern, Lehrern und Eltern die Nackenhaare hoch. Denn immer noch fehlt es in zahlreichen Schulen an der nötigen digitalen Infrastruktur. Meidinger ist dennoch optimistisch.

Ich glaube, wir haben da viel dazu gelernt. Ich glaube, es hat einen Digitalisierungsschub gegeben.

Heinz-Peter Meidinger Präsident Deutscher Lehrerverband

Zugleich verweist er auf eine Fortbildungsoffensive an den Schulen. Deshalb sei er sich sicher, dass der Wechselunterricht trotz aller Defizite dieses Mal besser läuft.

Dennoch wünscht sich Meidinger eine Ausnahme: Die Abschlussklassen sollten bevorzugt an die Schulen zurückgeholt werden. Genau das sei für Thüringen geplant, erklärt Bildungsminister Holter bei MDR Aktuell. Damit das Infektionsrisiko dabei niedrig bleibt, sollen sich die Schüler "freitesten" lassen.

Holter: 100.000 Schnelltests für Schulen

Holter zufolge wird das Thüringer Gesundheitsministerium eine Verordnung erlassen, wonach alle diejenigen, die in die Schule wollen einen negativen Schnelltest brauchen. Zur Verfügung stünden rund 100.000 Schnelltests für Schüler und Schülerinnen sowie für Lehrkräfte.

Ab 11. Januar sollen dann Thüringer Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an die Schulen zurückkehren und sich nach den Worten von Holter auf die "erleichterte Abschlussprüfungen" vorbereiten. Kritik für den Plan kommt vom Lehrerverband. Er warnt davor, Schülern einen "Corona-Abschluss" zu geben, der eben nicht dem herkömmlichen Abschlussniveau entspricht.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Januar 2021 | 09:06 Uhr

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