Entlastung wegen Inflation Lindner: Für viele Familien mehr als 500 Euro

Bundesfinanzminister Lindner hat Vorwürfe zurückgewiesen, das inflationsbedingte Steuerplus nicht an die Bürger zurückzugeben. Familien erhielten teils deutlich über 500 Euro. Der Sozialverband VdK kritisiert die Maßnahmen teils als "lächerlich".

Ein Kind schaut hoch, wo eine Hand ein Geldschein aus einem Portemonnaies nimmt.
Familien sollen finanziell entlastet werden – doch was ist gerecht? Bildrechte: IMAGO / photothek

Bundesfinanzminister Christian Lindner wehrt sich gegen Vorwürfe der Opposition, inflationsbedingte Steuermehreinnahmen nicht an die Bürger zurückzugeben. Der FDP-Chef sagte im Deutschlandfunk, die Menschen profitierten von milliardenschweren Entlastungspaketen. Eine vierköpfige Familie bekomme Mitte des Jahres mehrere Hundert Euro, je nach Einzelfall deutlich über 500 Euro.

Lindner erläuterte zugleich, der Staat könne sich nicht alles leisten, müsse aber auch nicht "brutal mit dem Rotstift arbeiten". Unter dem Strich müsse die Wirtschaft schneller wachsen als die Ausgaben des Staates: "Wenn das gelingt, dann befreit sich unser Staat über die nächsten Jahre aus der Verschuldungssituation."

VdK kritisiert einige Maßnahmen als lächerlich

Der Sozialverband VdK fordert angesichts inflationsbedingter Steuermehreinnahmen stärkere Entlastungen. Präsidentin Verena Bentele sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", "die gigantischen Mehreinnahmen (…) müssen zu einer sozial gerechteren Hilfe für alle führen". Den geplanten Kindersofortzuschlag von 20 Euro kritisierte sie in RND-Zeitungen als "lächerlich", der werde sofort von der Inflation aufgezehrt.

Bentele monierte zudem, dass Rentnerinnen und Rentner wenig von den Maßnahmen der Entlastungspaketen hätten. Am besten sei Hilfe in in Form eines sofortigen Zuschlags auf die Rente. Sie forderte die Zahlung der 300 Euro Energiekostenpauschale auch für all jene, die Krankengeld, Übergangsgeld oder Elterngeld erhielten. Bislang ist das nur für einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige vorgesehen. Ansonsten werde die Armut im Land noch größer und die soziale Spaltung tiefer.

Laut der neuen Steuerschätzung können Bund, Länder und Kommunen bis zum Jahr 2026 mit gut 220 Millliarden Euro mehr Einnahmen rechnen als noch im November vorhergesagt.

dpa, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2022 | 09:30 Uhr

60 Kommentare

Reuter4774 vor 1 Wochen

Kleiner...
Jetzt stellen wir uns mal einen Staat ohne die " böse" Mittelschicht, Jungen, Familien, Arbeitgeber und-nehmer also Wirtschaft/ Berufstätige insgesamt vor, ein Staat nur mit Rentnern- Vulnerablen- Senioren. Merken Sie jetzt was? Das ist auch der Ärger der Generationen unter 60 die zurück gesteckt haben und jetzt dafür auch noch beschimpft werden, weil die Rentner meinen das muss jetzt immer so weiter gehen und für sich größere Rechte hätten als alle Anderen. Wundern wir uns also wirklich über den Verfall der Gesellschaft?

Reuter4774 vor 1 Wochen

Ich pauschalisieren nicht. Die AN bekommen diese Lohnerhöhung alle nicht, wovon auch die Wirtschaft/ meisten Unternehmen sind finanziell über die Reserven hinaus. Die mussten diese " Solidarität " bezahlen. Und können jetzt lange nicht über Lohnerhöhung nachdenken.

Reuter4774 vor 1 Wochen

Der Staat kann nicht alles abfedern! Dank Corona haben wir uns so an Unselbständigkeit und Vorgaben von oben gewöhnt? Ohne FDP würde der Coronazirkzs fröhlich weitergehen ( mit allen daraus folgenden Schulden), Chr. Lindner hat Steuererhöhungen bisher abgelehnt, ohne FDP wären die längst da. Manchmal erstaunt mich die politische (Nicht)Bildung der Leute. Bevor ich wähle informiert man sich doch und wenn man gewählt hat, hat man das mit entschieden. Viele " vergesse" das CDU und SPD die Hauptverantwortung in den ganzen letzten Jahren hatten. Also wenn ich dasselbe wähle kriege ich weiterso.

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