Bundestag DDR-Oppositionelle Zupke zur Stasiopfer-Beauftragten gewählt

Nach der Auflösung der Stasi-Unterlagen-Behörde werden die Papiere der DDR-Staatssicherheit vom Bundesarchiv verwaltet. Um die Belange der Stasiopfer soll sich dann die ehemalige DDR-Oppositionelle Evelyn Zupke kümmern. Sie wurde jetzt vom Bundestag gewählt.

Evelyn Zupke, die frisch gewählte Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, der Nachfolgeinstitution der Stasi-Unterlagen-Behörde, steht nach ihrer Wahl mit Roland Jahn, dem letzten Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, auf der Besuchertribüne des Bundestags zusammen.
Evelyn Zupke kümmert sich nach Auflösung der Stasi-Unterlagenbehörde um die Belange der Stasi-Opfer. Der derzeitige Behörden-Chef Roland Jahn wird am 17. Juni verabschiedet. Bildrechte: dpa

Die frühere DDR-Oppositionelle Evelyn Zupke soll sich künftig um die Belange der Opfer der SED-Diktatur kümmern. Die 59-Jährige wurde vom Bundestag zur Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur gewählt. Für sie stimmten 516 Abgeordnete, 81 stimmten mit Nein.

Stasi-Behörde wird aufgelöst

Zupke soll ihre neue Aufgabe nach der Auflösung der Stasi-Unterlagen-Behörde übernehmen. Der Bundestag hatte im November 2020 beschlossen, die Stelle nach der Auflösung der Stasi-Unterlagen-Behörde einzurichten. Deren Leiter Roland Jahn wird am 17. Juni verabschiedet. Die Papiere der DDR-Staatssicherheit werden künftig vom Bundesarchiv verwaltet.

Betrug bei DDR-Kommunalwahlen 1989 aufgedeckt

Zupke wurde 1962 in Binz auf Rügen geboren. Die gelernte Heilerziehungspflegerin war Mitglied im kirchlichen "Weißenseer Friedenskreis" in Ost-Berlin. Sie war an der Aufdeckung des Wahlbetrugs bei den DDR-Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 beteiligt und in der "Umwelt-Bibliothek" aktiv.

Nach dem Herbst 1989 saß die Bürgerrechtlerin am Runden Tisch mit und war Mitglied der Wahlkommission. Für ihr Engagement wurde sie 2001 mit dem Berliner Verdienstorden geehrt. Aktuell lebt und arbeitet sie in Hamburg.

Quellen: dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juni 2021 | 13:15 Uhr

4 Kommentare

Stealer vor 3 Tagen

Der von Willkür unterbrochene Lebenslauf von Frau Zupke in der DDR und ihr mutiges Engagement vor und in den Wendezeiten in allen Ehren, aber ist dieses Amt tatsächlich so marginal, dass man sich einfach nur auf jemanden mit Oppositionsvergangenheit geeinigt hat?

Ich würde dabei eigentlich profunde Kenntnisse in Recht und Verwaltung voraussetzen, um die Geschädigten kompetent zu vertreten. Ich finde die Personalie etwas ungeeignet.

part vor 3 Tagen

Jede Sache hat zwei Seiten, somit gab es auch Angriffe von westlicher Seite auf DDR- Territorium. Wann wird diese Seite der Geschichte aufgearbeitet oder sind diese Akten schon geschreddert?

Untertan vor 3 Tagen

noch so ein völlig überflüssiger Posten!

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