Mitteldeutschland Elf Städte bekommen Bundesfördermittel für klimagerechte Umgestaltung

01. März 2023, 19:38 Uhr

In Deutschland gibt es in Folge des Klimawandels immer mehr Hitzetage mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius, das zeigen Daten des Umweltbundesamtes. Viele Städte sind jedoch so gebaut, dass sich die Wärme noch mehr staut – etwa wegen versiegelter Flächen und wenig Bäumen, die Schatten spenden. Mit dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ werden Projekte gefördert, um Städte klimagerechter zu gestalten. Elf Städte aus Mitteldeutschland haben einen Zuschlag bekommen.

Elf mitteldeutsche Städte und Gemeinden erhalten vom Bund zusammen fast 29 Millionen Euro für die klimagerechte Umgestaltung von öffentlichen Plätzen, Parks oder Wohnvierteln. Das teilte das Büro des FDP-Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst MDR AKTUELL mit. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat heute das Geld aus dem Bundesprogramm "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" freigegeben.

Nach Angaben von Herbst bekommt Jena mit knapp 6,4 Millionen Euro die vierthöchste Fördersumme aus dem Programm und die höchste Summe im Raum Mitteldeutschland. Mit dem Geld soll der Ernst-Abbe-Platz umgestaltet werden. In Weimar wird mit knapp 2,4 Millionen Euro das ehemalige EOW-Gelände renaturiert, in Bad Berka wird mit knapp 1,3 Millionen die Ilmwiese gestaltet.

Im sächsischen Wechselburg wird die Anpassung der historischen Park- und Gartenanlage an den Klimawandel gefördert, in Dresden wird das Projekt "Grüner Bogen" im Umfeld der südlichen Prager Straße unterstützt. Rund 2,8 Millionen werden ins Wassermanagement in der Leipziger Auenlandschaft investiert, in Görlitz fließen knapp 3,3 Millionen in die Umsetzung von "Wilhelms Wasserkraft".

Hettstedt in Sachsen-Anhalt bekommt rund 2,5 Millionen für das Anlegen eines Quartierparks. Mit einer Million Euro soll der Magdeburger Bahnhofsvorplatz klimagerechter umgestaltet werden. In Dessau-Roßlau fließen rund 1,2 Millionen in den Baumbestand im Georgengarten und in Zerbst werden 1,8 Millionen in die historische Stadtmauerpromenade investiert.

Bundesbauministerin Klara Geywitz hatte das Bundesprogramm im Juli 2022 vorgestellt. Bis Oktober 2022 konnten Städte und Kommunen Projektvorschläge beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung einreichen. Die Bauvorhaben mussten ein Antragsvolumen von mindestens einer Million Euro haben. Nach Angaben der Bundesregierung beteiligt sich der Bund zu 85 Prozent an den förderfähigen Kosten. Die Kommunen müssen mindestens zehn Prozent übernehmen.

Mit dem Programm werden Projekte gefördert, um Flächen in Städten zu entsiegeln und zu begrünen, öffentliche Park-und Grünanlagen klimaresilient zu machen. Nach Angaben des Bundesumweltamtes ist ein Trend zu mehr Hitzetagen – also Tagen mit einer Temperatur von über 30 Grad Celsius – erkennbar. Zudem werde sich der Trend durch den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten verschärfen. Hohe Temperaturen können Kreislaufprobleme auslösen, insbesondere bei älteren Menschen.

(kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 01. März 2023 | 16:30 Uhr

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