Bundesverkehrsministerium Neues Förderprogramm für Drohnen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer möchte mit einem weiteren Förderprogramm die Forschung von Drohnen- und Flugtaxiprojekten stärken. Elf Millionen Euro sollen investiert werden. Mit den neuen Techniken erhofft man sich unter anderem Verbesserungen in der medizinischen Versorgung von ländlichen Gebieten. Bis zum Jahr 2035 sollen demnach Flugtaxen Wirklichkeit sein.

Als Unterstützer in logistischen und landwirtschaftlichen Bereichen sind Drohnen bereits erprobt und getestet. Das Bundesverkehrsministerium möchte diese Tests mit dem neuen Förderprogramm auf weitere Bereiche ausweiten und die Drohnen noch mehr in die Praxis bringen.

Bundesverkehrsminister Scheuer sagt: "Das Potenzial ist riesig: Drohnen transportieren schnell und effizient lebenswichtiges medizinisches Equipment und Laborproben."

Bei zwei Projekten aus dem ersten Förderprogramm von 2019 haben sich Drohnen als zuverlässige autonome Boten bewiesen. In Siegen wurden zwei Kliniken über Drohnen miteinander verbunden und konnten so Medikamententransporte beschleunigen. An der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) konnte in Zusammenarbeit mit einer externen Firma die Produktionskapazität durch Drohnen erweitert werden.

Professor Kai-Oliver Schocke, einer der Beteiligten des Projektes an der Frankfurt UAS, sieht bei den wirtschaftlichen Faktoren noch Luft nach oben: "Man kann Drohnen nicht für vier Botengänge im Jahr anschaffen und sie dann das restliche Jahr parken, das rechnet sich nicht."

Es werde Zeit, die Forschung in die Umsetzung zu bringen, unterstreicht Scheuer. Mit weiteren elf Millionen Euro für neue Projekte versuche das Bundesverkehrsministerium genau das zu schaffen. Bis Ende April könne man sich mit neuen Projektideen bewerben.

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Drohnen als Botenersatz bei Apotheken ausgeschlossen

Ursula Sellerberg, stellvertretende Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, hält Drohnen als Medikamentenlieferanten für Patienten für ausgeschlossen. "Drohneneinsätze machen bei der Belieferung von Patienten keinen Sinn, da solche Vorgänge immer mit einer persönlichen Beratung verbunden sind und die nicht mehr möglich ist."

Prinzipiell möchte man sich nicht vor der innovativen Technik verschließen, sondern über andere Wege seinen Nutzen daraus ziehen. In einzelnen Projekten würden Drohnen bereits eingesetzt, um Medikamente beispielsweise an Apotheken auf Inseln zu liefern, wo gerade kein Schiffsverkehr möglich sei. Alles andere ist aus Sicht der Apothekerverbände noch nicht ausgereift genug.

Bemannte Flugtaxen frühestens im Jahr 2035

Was man früher nur aus Science-Fiction-Filmen kannte, soll in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden: fliegende Autos in Städten oder zumindest zwischen Städten und ländlichen Gebieten. Nach Angaben von Professor Carsten Braun von der Fachhochschule Aachen sind die "Flugtaxen" bis 2030 ausgereift genug, um in den unbemannten Betrieb zu starten. Bis 2035 sollen dann auch Personen transportiert werden können. Wichtig sei hierbei die Akzeptanz der neuen Transportmöglichkeiten in der Gesellschaft, gibt Braun zu bedenken. Rettungsflüge würden zum Anfang eher toleriert, als einfache Taxifahrten.

Brauns Team arbeite bereits seit 2019 an einem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekt. "Skycab 2" solle die besten Punkte aus Auto- und Luftfahrtindustrie miteinander verbinden und die Sorgen und Ängste der Bevölkerung aufgreifen. Mit dem Bau von Prototypen sollen Interessierte ein Gefühl für die neue Technologie bekommen. Zusätzlich werde ein Mobilitätskonzept entwickelt, was einen Betrieb der "Flugtaxen" neben dem regulären Flugbetrieb zulässt, erklärt Braun.

Taxiverband: "Wir haben gerade andere Probleme"

Für Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, ist das alles nur Zukunftsmusik. Klar könne das "Flugtaxigeschäft" in Zukunft ein Markt werden und es sei auch wichtig, dass rechtliche Rahmenbedingungen frühzeitig geschaffen werden, erkennt Oppermann an. Allerdings sehe sein Verband keine große Veränderung in der Mobilität der Masse.

Viel wichtiger seien die jetzigen Probleme. Aus der Sicht des Bundesverbands Taxi und Mietwagen sind die Themen Digitalisierung, Vernetzung, autonomes Fahren, Klimaschutz, Verkehrswende viel näher und von größerer Bedeutung als "Flugtaxen" in zehn bis 15 Jahren.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL | 14. September 2019 | 06:45 Uhr

5 Kommentare

GEWY vor 35 Wochen

Also ich finde den Herrn Scheuer klasse. Nachdem er alle Verkehrsprobleme in seiner eigenen kreativen Art gelöst hat, flächendeckend einen hervorragenden vernetzten Fernverkehr der DB, ohne weiße Flecken, in GANZ Deutschland anbietet, einen großen Teil des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene gebracht hat, beschäftigt er sich jetzt mit damit wie man mit Paketen den Luftraum beherrschen kann. Wie sagte vor kurzen Herr MP Söder über Herrn Scheuer sinngemäß: "Eins, das muss man ihn lassen dem Andy, Logistik, das kann er.", meint Herr Söder!!
Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

Dreibeiner vor 35 Wochen

DAUMEN HOCH für Andreas Scheuer - irgendwas muss doch mal gut gehen

amoureux vor 35 Wochen

o.O GEWY gelernt ist gelernt outen sich überzeugte

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