Bundeskabinett stockt Mittel auf Deutlich mehr Geld für klimagerechte Gebäudesanierung

Im vorigen Jahr hat der Gebäudesektor seine Klimaschutzziele verfehlt. Daher erhöht die Bundesregierung die Fördermittel für den Bereich deutlich. Sie würden von Häuslebauern stark nachgefragt.

Wärmedämmung an einem älteren Schulgebäude. Mit Styroporplatten wird die Aussenfassade beklebt und anschliessend verputzt.
Die Außenfassade eines Gebäudes wird zur Wärmedämmung mit Styroporplatten beklebt. Bildrechte: IMAGO

Die Bundesregierung hat ein milliardenschweres Programm für mehr Klimaschutz bei der Gebäudesanierung beschlossen. Laut Wirtschaftsministerium sollen für die energetische Gebäudesanierung in diesem Jahr zusätzliche Gelder in Höhe von 5,7 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Mittel um das Doppelte aufgestockt

Im Juli war bereits eine ähnlich hohe Summe von 5,8 Milliarden Euro angewiesen worden. Ein von der Bundesregierung eingesetzter Expertenrat für Klimafragen war jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Höhe der Mittel nicht ausreichten, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.

Vom Umweltministerium hieß es, dass die Fördermittel für klimafreundliche Heizungen und für die Gebäudesanierung gedacht seien. Wirtschaftsmister Peter Altmaier sprach von noch nie da gewesenen Rekordsummen. Die Gelder kämen an, Häuslebauer nutzten die Förderung. Der Bund fördert etwa den Austausch von Fenstern und Türen, die Dämmung von Außenwänden und Dächern oder Biomasseheizungen und Wärmepumpen. Mit den weiteren Fördermitteln könne nun ein Förderstopp in der Branche vermieden werden.

Klimaziele zuletzt verfehlt

Bereits im vorigen Jahr hatte der Gebäudesektor seine Klimaziele verfehlt und die festgelegte Jahresemissionsmenge um zwei Millionen Tonnen CO2 überschritten. Die Gebäude verursachen hierzulande nach Daten des Umweltbundesamts etwa 30 Prozent der CO2-Emissionen. Sie gehören neben der Industrie und dem Verkehrssektor zu den Problemfeldern mit hohem CO2-Ausstoß. Die energetische Gebäudesanierung bezeichnet in der Regel die Modernisierung eines Gebäudes zur Minimierung des Energieverbrauchs für Heizung, Warmwasser und Lüftung.

epd/dpa/AFP(mue)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2021 | 16:00 Uhr

6 Kommentare

Eulenspiegel vor 3 Wochen

Also ich denke gut isolierte Wohnungen das ist wichtig. Das spart sehr viel Heizenergie im Winter und sehr viel Energie für die Klimaanlage im Sommer.
Und genau das ist es was wir alle lernen müssen. Den rationellen Umgang mit Energie. Man glaubt gar nicht wie viel Energie man bei richtiger Planung einsparen kann ohne irgend einen Verlust zu bemerken.

MikeS vor 4 Wochen

... was sind das für Häuser ... die Fenster werden immer kleiner, die Lüftungsanlagen immer größer, die Styroporwände immer dicker ... aber wer qualifiziert eigentlich die Bauleute? Oftmals wird nur Murks an die Wand geklebt, das sieht 2 Jahre schön aus, dann wird es grün .... und die Firma ist schon lange tot! Bei wem bleiben die Kosten hängen?

part vor 4 Wochen

Wenn der Golfstrom verlangsamt wird oder gar ganz versiegt, dann wird es bei uns so richtig frostig und der Sommer immer kürzer. Wer jedoch Styropor bezuschusst, das bei Bränden den Brand sehr schnell auf andere Wohnungen überträgt, der kann nicht ganz dicht sein, da er für alle Arten der Wärmedämmung offen ist. Wie wäre es mal endlich wieder mit Lehm und Holzprodukten, die energetisch die besten Eigenschaften bieten? Natürlich ist die Produktpalette lang und die Möglichkeiten mitunter sehr kostenintensiv, doch sollte die Nachhaltigkeit auch bedacht werden, denn auch Atomstrom ist preiswert für den kurzen Moment von ca. 30 Jahren..., danach übernimmt der Steuerzahler die Folgekosten.

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