Globaler Aktionstag Fridays for Future: Zehntausende demonstrieren für mehr Klimaschutz

Kurz vor der Bundestagswahl haben sich in vielen deutschen Städten Menschen am globalen Aktionstag der Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" beteiligt. Die größte Kundgebung fand in Hamburg statt, in Berlin forderte Greta Thunberg einen "Systemwechsel". Auch in Mitteldeutschland gingen tausende Jugendliche auf die Straße.

In Deutschland und weltweit sind am Freitag zehntausende Jugendliche der Bewegung "Fridays for Future" (FFF) auf die Straße gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Beim "globalen Klimastreik" waren in mehreren Ländern etwa 1.500 Veranstaltungen geplant, allein in Deutschland an mehr als 470 Orten.

In größeren Städten wurden viele Tausend Teilnehmende gezählt. In Hamburg waren es nach Angaben der Polizei mehr als 20.000, in München und Berlin jeweils etwa 12.000 Menschen. Die Veranstalter in Hamburg meldeten hingegen sogar 80.000 Teilnehmende.

Thunberg: Deutschland ist großer Klima-Bösewicht

In Berlin wurde der Protest von der schwedischen Initiatorin der Bewegung, Greta Thunberg, und der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer angeführt. Zwei Tage vor der Bundestagswahl stehen weiter als zentrale Forderungen an die Politik Maßnahmen, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. So ist es im Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbart.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg nimmt an einer Demonstration der Bewegung «Fridays for Future» teil.
Der FFF-Protest in Berlin wurde von den Aktivistinnen Luise Neubauer und Greta Thunberg angeführt. Bildrechte: dpa

Thunberg kritisierte in Berlin Deutschland als "einen der größten Klima-Bösewichte", die Bundesrepublik stehe bei den CO2-Emissionen auf Rang 4 in der Welt. Sie forderte im Kampf gegen die Erderwärmung einen System-Wechsel. Man könne sich aus der Krise nicht "herausinvestieren, bauen oder kaufen".

Je länger die Politik so tue, "als könnten wir die Krise innerhalb des heutigen Systems lösen, desto mehr Zeit verlieren wir."

Sachsen: Tausende in Städten auf der Straße

In Leipzig startete am frühen Freitagnachmittag am Hauptbahnhof eine FFF-Kundgebung. Mehr als 8.000 Menschen folgten dem Aufruf. In Dresden kamen nach Angaben der Veranstalter zu den Aktionen rund um den Theaterplatz sogar 10.000 Menschen. Auch in Chemnitz und weiteren Städten wie Pirna, Plauen, Freiberg und Görlitz protestierten Hunderte.

Thüringen: Größere Demos in Jena und Erfurt

In Jena berichtete die Polizei von über 1.000 Demonstrantinnen und Demonstranten, die am Mittag auf die Straße gingen. In Erfurt startete am Nachmittag eine Kundgebung mit nach Veranstalterangaben ebenfalls mehr als 1.000 Menschen. Proteste gab es auch in Weimar, Gera, Eisenach und Suhl.

Sachsen-Anhalt: Größte Demo in Halle

An einem Demonstrationszug von Fridays for Future in Halle beteiligten sich laut Polizei bis zu 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In Magdeburg kamen zur Kundgebung am Nachmittag rund um den Domplatz etwa 1.000 Menschen. Kleinere Aktionen wurden aus Wittenberg, Dessau, Naumburg, Stendal und Wernigerode gemeldet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 24. September 2021 | 16:00 Uhr

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