Tarifstreit mit der Bahn Keine Lokführer-Streiks bis 9. August

Vorerst soll es keine Streiks der Lokführer geben. Die Gewerkschaft GDL kündigte an, zunächst ihre Mitglieder in einer Urabstimmung zu befragen. GDL-Vorsitzender Weselsky sagte, die Bahnführung bekäme damit Zeit zum Nachdenken.

Eine grüne Mappe liegt in der Führerkabine einer Lock des Inter City Express, ICE 4, der Deutschen Bahn.
Die Lokführer werden nicht vor August streiken. Bildrechte: dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL verzichtet vorerst noch auf Arbeitsniederlegungen. Vorsitzender Claus Weselsky sagte in Berlin, zunächst sollten die GDL-Mitglieder in einer Urabstimmung über reguläre Streiks befragt werden. Die Stimmen sollten am 9. August ausgezählt werden. Bis dahin werde es keine Streiks geben. GDL-Vorsitzender Weselsky sagte, es sei eine lange Zeit zum Nachdenken, "für die Teppichetage im Bahntower und auch für den Eigentümer". Nach der Abstimmung könne es allerdings zu längeren Arbeitsniederlegungen kommen, sofern sich die Bahn nicht bewege.

Bahn zu neuer Schlichtung bereit

Vor gut zwei Wochen hatte die Gewerkschaft die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt und "Arbeitskampfmaßnahmen" ankündigt. Noch am Mittwoch hieß es, GDL-Chef Weselsky werde am heutigen Donnerstag Einzelheiten zu geplanten Streikaktionen bekannt geben. Die Bahn bot der Gewerkschaft eine weitere Schlichtung an. Personalvorstand Martin Seiler sagte am Donnerstag, die Gewerkschaft müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren. Eine Einigung zwischen beiden Seiten sei weiterhin möglich.

Vorstellungen gehen weit auseinander

Die GDL fordert Lohnerhöhungen von 3,2 Prozent in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro im laufenden Jahr. Die Bahn bietet einen "Notlagentarifvertrag" mit 3,2 Prozent mehr Lohn ab Oktober 2022 und einer Laufzeit von 40 Monaten.

Quelle: dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2021 | 12:00 Uhr

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