Plagiatsvorwurf Familienministerin Giffey verzichtet auf Doktortitel

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will ihren Doktortitel künftig nicht mehr führen. Sie reagiert damit auf die Ankündigung der FU Berlin, das Plagiatsverfahren gegen sie neu aufzurollen. Giffey kritisiert diese Entscheidung, denn erst vor einem Jahr hatte die FU ihre Arbeit zwar gerügt, ihr den Doktortitel aber nicht aberkannt.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verzichtet auf ihren Doktortitel "Dr. rer. pol.". Die SPD-Politikerin erklärte in einem Brief an die Freie Universität Berlin, sie gehe diesen Schritt, um weiteren Schaden von ihrer Familie, ihrer politischen Arbeit und der Partei abzuwenden.

Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. Was mich als Mensch ausmacht, liegt nicht in diesem akademischen Grad begründet.

Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin

FU Berlin will Plagiatsverfahren neu aufrollen

Die Universität hatte im vergangenen Jahr Giffeys Arbeit geprüft und eine Rüge erteilt. Damals hieß es, es seien zwar fachliche Mängel festzustellen, jedoch seien keine gravierenden Fälle von Wissenschaftsplagiaten gefunden worden. Es könne nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden, dass es sich bei der Dissertation um eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit handle.

Nun kündigte die FU an, das Plagiatsverfahren neu aufzurollen. Giffey kritisiert dieses Vorgehen in ihrer Stellungnahme: Das Gremium revidiere seine Entscheidung von vor einem Jahr, ohne dass ein neuer Sachverhalt vorliege.

Die Universität hat mir im letzten Jahr mitgeteilt, dass "eine Entziehung des Doktorgrades nicht als verhältnismäßig bewertet wird". Ich habe auf diesen Entschluss vertraut.

Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin

Ihre Arbeit als Ministerin wolle sie fortsetzen, stellte Giffey klar. Außerdem wolle sie – wie angekündigt – Ende November beim Berliner SPD-Parteitag für den Landesvorsitz kandidieren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. November 2020 | 16:30 Uhr

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