Entscheidung der FU Berlin Ehemalige Familienministerin Giffey verliert Doktortitel

Sie hatte es kommen sehen und ihren Rücktritt als Familienministerin der Entscheidung der Freien Universität Berlin vorweggenommen. Und letztere kam nun: Franziska Giffey darf den Doktortitel nicht mehr führen.

Franziska Giffey
Nach ihrem Rücktritt als Familienministerin im Mai wurde Franziska Giffey nun der Doktortitel entzogen. Bildrechte: dpa

Die Freie Universität Berlin entzieht der früheren Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) den Doktortitel. Wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte, fiel der Beschluss im Präsidium einstimmig aus.

Zur Begründung hieß es, der Doktorgrad sei durch Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung erworben worden. Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autoren übernommen worden, ohne dies hinreichend zu kennzeichnen.

Giffey akzeptiert Entscheidung

"Diese Entscheidung akzeptiere ich", teilte Giffey am Donnerstag nach Bekanntgabe des Doktortitelentzugs mit. Sie stehe jedoch nach wie vor zu ihrer Aussage, "dass ich die im Jahr 2009 eingereichte Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst habe". "Fehler", die ihr bei der Anfertigung der Arbeit unterlaufen seien, bedaure die SPD-Politikerin. "Diese waren weder beabsichtigt noch geplant."

Nach den Plagiatsvorwürfen hatte Giffey im Mai bereits das Amt der Bundesfamilienministerin aufgegeben. Sie will aber an ihrer Spitzenkandidatur für die Berliner Abgeordnetenhauswahl festhalten und weiterhin Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden.

Rückhalt auch aus SPD

Ihre Parteikollegen stellen sich indes hinter Giffey. Ob sie Schaden von der Plagiatsaffäre nimmt, wird sich bei der Wahl im Herbst zeigen. Das Berliner Abgeordnetenhaus wird wie der Bundestag am 26. September gewählt. "Nur die Berlinerinnen und Berliner werden entscheiden, wem sie das Rote Rathaus zutrauen", sagte der SPD-Co-Landesvorsitzende, Raed Saleh.

Quellen: dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 10. Juni 2021 | 16:00 Uhr

11 Kommentare

JanoschausLE vor 24 Wochen

Stellt sich die Frage wieviel Doktoren,die von der FU den Titel einst zuerkannt bekamen,noch zu Unrecht den Titel tragen.
Da ja hier vor allem die afd-Fans mit Hãhme reagieren,so manch afd-Akademiker hat ja auch schon in seinem Fachgebiet mit Inkompetenz versagt.Nehmen wir die Juristen,Brandtner verstand als Jurist Aufgabe und Funktion des Vorsitzenden d.Rechtsausschusses des deutschen Bundestages nicht,auch nicht,was man aus Sicht der Juristrei öffentlich kundtun kann und was besser nicht.Dann, wie oft die Juristen für ihre sinnfreien Klagen die falschen Gerichte anriefen.Oder Dr. Mayr aus Altöttingen, afd-Stadtrat,der Anfang Dezember,zu Beginn des Lockdowns,eine Patienteninformation in seiner Praxis aushing ".. Wie allseits bekannt wurde die Pandemie für beendet erklärt..Corona gibt's nicht mehr.. Sie können gern weiter eine Maske tragen, aber nicht in meiner Praxis..". Sowas ist Arzt und hat nen Doktor-Titel? Unwissenheit,weil kein Fachwissen, oder bewusste Desinformation?Titel weg?

Wachtmeister Dimpfelmoser vor 24 Wochen

Tja, liebe Foristen: Ob Sie es glauben bzw. wahrhaben wollen oder nicht - diese Tatsachen prädestinieren heutzutage mehr für einen hochrangigen machtpolitischen Posten als dass sie diesbezüglich im Wege stehen. Jedenfalls in Berlin: "Is doch eeene von uns, wa? Un nich so'n herjelooofner Doktor".

ElBuffo vor 24 Wochen

Tja, mit solchen Titeln wird sich gerne, nicht nur aber gerade da, im Politikbetrieb gern geschmückt, obwohl nichts dahinter steckt. Da fragt man sich natürlich auch, wer da immernoch darauf hereinfallen mag. Das die Professierenden sowas auch noch regelmäßig durchwinken, kann man wenigstens noch halbwegs nachvollziehen. Da winken Beförderungen oder Forschungsaufträge oder wenigstens wird die eigene Stelle nicht wegrationalisiert, wenn mal wieder gespart werden soll.

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