Bundestagswahl Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen

Annalena Baerbock führt die Grünen in den Bundestagswahlkampf. Co-Parteichef Robert Habeck und sie gaben am Montag diese Entscheidung bekannt. Die Reaktionen der anderen Parteien fallen gemischt aus.

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht während der 43. Bundesdelegiertenkonferenz in Leipzig.
Die Grünen wollen mit Annalena Baerbock die Nachfolgerin von Kanzlerin Angela Merkel stellen. Bildrechte: dpa

Annalena Bearbock soll die Grünen als Kanzlerkandidatin in den Wahlkampf führen. Das teilte ihr Co-Parteichef Robert Habeck bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit.

Grüne wollen Regierung führen

Baerbock sagte, mit dem Kampf um das Kanzleramt schlage man ein neues Kapitel für die Partei und für das Land auf. Es gehe darum, einen klimagerechten Wohlstand für Deutschland zu sichern. Klimaschutz müsse der Maßstab für alle Bereiche sein. Dazu brauche es Mut, um Dinge anders zu machen.

Baerbock will ohne Präferenz für eine bestimmte Koalition in den Wahlkampf ziehen. Die 40-Jährige sagte: "Wir trotten nicht anderen hinterher." Habeck nannte die Grünen einen ruhenden Pol in einer aufgeregten politischen Landschaft.

Grünen-Chefs trafen Entscheidung gemeinsam

Die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur haben Baerbock und Habeck unter sich ausgemacht. Vom Entscheidungsprozess drang wenig nach außen. Der Entschluss soll am Sonntag gefallen sein. Die Entscheidung muss noch vom Parteitag am 11. bis 13. Juni bestätigt werden, die Zustimmung gilt als sicher.

Die Grünen hatten sich angesichts dauerhaft hoher Umfragewerte erstmals entschieden, die Spitzenkandidatur als Kanzlerkandidatur zu bezeichnen. Anders als bei CDU und CSU gab es dabei keine größeren öffentlichen Diskussionen. SPD-Spitzen- beziehungsweise Kanzlerkandidat wird Vize-Bundeskanzler Olaf Scholz. Das hatte die Partei bereits im August 2020 angekündigt.

Nach aktuellen Umfragewerten könnten die Grünen Juniorpartner in einer Koalition mit der Union werden. In einer möglichen Ampel mit SPD und FDP oder mit SPD und Linken wären sie stärkste Kraft.

Reaktionen: SPD hofft auf Regierungsbündnis

CDU-Chef Armin Laschet gratulierte Grünen-Chefin Baerbock zur Nominierung als Kanzlerkandidatin. Zugleich mahnte er zu Fairness und Anstand im Bundestagswahlkampf. CDU und CSU selbst streiten noch um ihren Kanzlerkandidaten.

Die SPD-Doppelspitze Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans beglückwünschte die Grünen zur einvernehmlichen Personalentscheidung. Beide versprachen einen fairen Wettbewerb um die Führung eines "progressiven Regierungsbündnisses".

Linken-Co-Chefin Susanne Hennig-Wellsow sagte, entscheidend seien auch unter einer Kanzlerkandidatin Baerbock die Inhalte. Die Grünen sollten nicht nur über Klimawandel reden, sondern auch über soziale Gerechtigkeit.

AfD-Parteichef Jörg Meuthen warnte, mit Baerbock und den Grünen in der Regierung "drohen totalitäres Denken, orwellsche Sprachzwänge, technologische Irrläufe, Wohlstandsverlust und selbstmörderischer Klimafanatismus."

FDP-Parteichef Christian Lindner freut sich "auf den politischen Ideenaustausch" mit Baerbock. Er twitterte: "Jetzt fehlt nur noch die Union, damit es endlich um Inhalte geht."

Quellen: DPA, AFP, Twitter

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. April 2021 | 11:30 Uhr

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