Energiekrise Habeck lehnt Söders Fracking-Vorstoß ab

Die Bundesregierung sucht nach Alternativen für russisches Erdgas. Fracking schließt Wirtschaftsminister Habeck aber aus. Derweil werden die Forderungen nach einem Ölembargo gegen Russland lauter.

Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, gibt in seinem Ministerium eine Pressekonferenz zur Energiesicherheit in Deutschland.
Robert Habeck ist dagegen, in Deutschland Gas mittels Fracking zu gewinnen. Bildrechte: dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck lehnt Fracking in Deutschland weiterhin ab. "Ich glaube, dass das nicht der Weg ist, den wir gehen sollten und der uns weiterhilft", sagte der Grünen-Politiker in Berlin. Habeck verwies darauf, dass die notwendigen Genehmigungen sehr lange dauern und in der akuten Situation nicht weiterhelfen würden. Zudem setze die Bundesregierung in Zukunft auf erneuerbare Energien und nicht auf Erdgas, so Habeck.

Zuletzt hatte CSU-Politiker Markus Söder Fracking als alternative Methode zur Gasgewinnung vorgeschlagen. "Wir haben als Volksvertreter sogar die verfassungsmäßige Pflicht, in solch außergewöhnlichen Krisenzeiten alle Optionen unvoreingenommen im Blick zu haben", forderte Söder gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bohrtechnik-Experte unterstützt Söder

Im Gespräch mit MDR AKTUELL unterstützte auch der Bohrtechnik-Experte Mohammed Amro Söders Vorstoß. Der Professor der Bergakademie Freiberg schätzt, dass Deutschland 20 Prozent des Eigenbedarfs an Erdgas über Fracking abdecken könne.

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Prof. Dr.-Ing. Mohammed Amro 5 min
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Fracking ist als Methode zur Erdgasgewinnung hoch umstritten. Dabei wird mit Chemikalien vermischtes Wasser in Schiefergestein gepresst. Durch den hohen Druck bricht das Gestein auf und darin verschlossenes Erdgas kann gefördert werden. Umweltschützer warnen davor, dass die eingesetzten Chemikalien das Grundwasser verseuchen könnten.

Die Bundesregierung steht unter Druck

Deutschland sucht seit der russischen Invasion in die Ukraine nach Alternativen für Erdgaslieferungen aus Russland. Der Druck auf die Bundesregierung, sich an einem Öl- und Gasboykott gegen Russland zu beteiligen, steigt zunehmend. Der irische Außenminister Simon Coveney forderte am Montag ein Ölembargo gegenüber Russland. Dazu sei auch ein Vorschlag der EU-Kommission geplant.

dpa/AFP/Reuters(tys)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. April 2022 | 16:30 Uhr

67 Kommentare

Wessi vor 6 Wochen

Wie stellen Sie den Bezug zwischen Scharping+Fischer und dem Massaker (welchem?) im Kosovo dar?Sie wagen doch wohl nicht zu unterstellen, daß die Massaker in den Vororten von Kiew, nicht von den mordenden russischen Truppen ausgegangen sein sollte?Das wäre dann ein Punkt wo ich vom mdr fordern würde, Sie von Kommentaren hier zu befreien...!Erklären Sie, was Sie mit diesem Satz meinen...pronto!

Tacitus vor 6 Wochen

@Eulenspiegel, da gibt es viele Fälle, die Babys im Brutkasten, die MVW im Irak, Giftgas in Lybien (oder was war es da), dem Massaker im Kosovo. Das Schlimme ist, dass in allen Fällen die Lügner damit durchgekommen und es keinem das Amt gekostet hat (auch nicht bei Scharping und Fischer). Warten wir mal ab, was bei Butcha rauskommt.

AlexLeipzig vor 6 Wochen

Guter Mensch, lesen Sie die Kommentare im Kontext, dann stellen Sie fest, daß ich wegen der Bemerkung von Hansfrieder zur Lithium-Förderung (um die es im Artikel ja ebenfalls nicht geht) den Kaffee und Co ins Spiel brachte. Noch weniger geht's hier um eine zurückgetretene Ministerin, die von Anderen auch gleich noch mit in den Topf geworfen wird.
Ich stimme Ihnen auch zu, daß die Globalisierung problematische Seiten zeigt. Aber der Konsument ist eben auch diesbezüglich nicht machtlos! Und da sind wir wieder beim Thema: Frackinggas lehne ich ab, egal woher.

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