Stopp von Nord Stream 2? Habeck hält aktuelle Gasversorgung für inakzeptabel

Bei einem Besuch in Mecklenburg-Vorpommern hat Wirtschaftsminister Robert Habeck bekräftigt, dass Deutschland sich unabhängiger von Gasimporten machen müsse. Wegen des Ukraine-Russland-Konflikts wackelt Nord Stream 2. Grund für den Besuch Habecks war die Insolvenz der MV Werften. Die Zukunft vieler Arbeiter ist ungewiss.

 Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, beantwortet Fragen von Journalisten bei einer Pressekonferenz im Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern.
Robert Habeck macht sich angesichts der Abhängigkeit von russischem Erdgas Sorgen. Bildrechte: dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will die Abhängigkeit Deutschlands von Gas verringern. "Dass Deutschland, die Bundesregierung, die öffentliche Hand im Grunde überhaupt keine Möglichkeiten hat, die Versorgungssicherheit im Gas-Bereich zu gewährleisten, ist ein inakzeptabler Zustand", sagte Habeck am Montag im Anschluss an ein Gespräch mit seinem Landeskollegen Reinhard Meyer in Schwerin.

Die Entwicklungen der vergangenen Monate müssten mit Blick auf die politische Verantwortung für den Gas-Markt zu anderen Rahmenbedingungen führen. Habeck verwies auch auf eine gestiegene Krisenanfälligkeit.

Krieg in der Ukraine könnte Aus für Nord Stream 2 bedeuten

Eine Genehmigung der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 müsse für den Fall eines russischen Einmarschs in die Ukraine im Lichte der geopolitischen Verwerfungen betrachtet werden, sagte Habeck. Im Kriegsfall werde es Sanktionen geben, die nichts ausschlössen.

Als Alternativen für Erdgas nannte Habeck unter anderem die Produktion von Wasserstoff. Für die Übergangszeit bei der Energiewende könne die Versorgungssicherheit auch durch den möglichen Bau eigener Terminals für das Flüssiggas LNG gesichert werden. Habeck zufolge wurde bisher nicht in die LNG-Technologie investiert, da es bisher keinen Markt dafür gegeben habe.

Kemferts Klima-Podcast 63 min
Bildrechte: MDR / Oliver Betke

Zukunft der MV Werften offen

Habeck besuchte Mecklenburg-Vorpommern auch, um über die Zukunft der insolventen MV Werften zu sprechen. Die Zukunft der Arbeiter soll laut Habeck dabei möglichst über eine Transfergesellschaft abgesichert werden. Auf der Werft in Wismar wird derzeit noch an einem riesigen Kreuzfahrtschiff gearbeitet, das der frühere Eigentümer – die Genting Group aus Hong Kong – bestellt hatte. Habeck sucht nach Möglichkeiten, dass der Bau weiter finanziert wird.

dpa/AFP(pfh)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 14. Februar 2022 | 19:30 Uhr

16 Kommentare

Jan-Lausitz vor 26 Wochen

... verstehe ich nicht ganz - wenn ihre Worte stimmen würden, hätten wir die geringsten Energiekosten, vor allem den billigsten Strom. Doch die Praxis zeigt uns das gänzliche Gegenteil. Sind die Stromrechnungen etwa falsch?

Jan-Lausitz vor 26 Wochen

Für mich ist Habeck ein Märchenerzähler - nicht mehr und nicht weniger. Seine Aussagen bringen zur aktuellen Energiesituation und der Preisentwicklung wieder einmal nichts. Wie schon weiter unten geschrieben, wird den Nachbarvölkern von ihren Staatenlenkern schnell unter die Arme gegriffen, Mehrwertsteuersenkungen auf Energie und andere Steuern aussetzen. Bei uns klappt das seltsamerweise nicht, keine der Methoden würde angeblich greifen. Warum?
Was ist mit der schnelle EEG Abschaffung? Allerdings dürfte das beim Endstromkunden auch nicht ankommen, da die Verträge dafür nicht ausgelegt wurden.
Jetzt will Habeck also Wasserstoff. Will er den in die Erdgasleitungen pumpen? Habeck will plötzlich auch LNG? Hhhmm, mit Tankern über den Atlantik schippern? Scheint also nicht mehr schädlich für Klima und Umwelt zu sein.

Welche Entlastung hat diese Regierung für ihre Bürger nun für jetzt zu bieten?

Baldur von Ascanien vor 26 Wochen

Schlussendlich ist es jenen die sich kein Gas mehr leisten können egal, ob noch durchgeleitet, importiert oder selbst erzeugt wird. Rings um uns herum wird den Völkern über gestutzte Steuern auf Energie geholfen zumindest nicht gleich an den Bettelstab zu kommen. Unsere, ach so soziale, Regierung blickt lieber visionär in die heilsbringende Zukunft und verzückt uns wie einst die 50 Pfennig Eiskugel für die Energiewende. Selbst wird man sicher nicht frieren. Und am Ende ist wieder Putin und/oder die AFD an allen schuld........

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