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Robert Habeck macht sich angesichts der Abhängigkeit von russischem Erdgas Sorgen. Bildrechte: dpa

Stopp von Nord Stream 2?Habeck hält aktuelle Gasversorgung für inakzeptabel

von MDR AKTUELL

Stand: 14. Februar 2022, 16:21 Uhr

Bei einem Besuch in Mecklenburg-Vorpommern hat Wirtschaftsminister Robert Habeck bekräftigt, dass Deutschland sich unabhängiger von Gasimporten machen müsse. Wegen des Ukraine-Russland-Konflikts wackelt Nord Stream 2. Grund für den Besuch Habecks war die Insolvenz der MV Werften. Die Zukunft vieler Arbeiter ist ungewiss.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will die Abhängigkeit Deutschlands von Gas verringern. "Dass Deutschland, die Bundesregierung, die öffentliche Hand im Grunde überhaupt keine Möglichkeiten hat, die Versorgungssicherheit im Gas-Bereich zu gewährleisten, ist ein inakzeptabler Zustand", sagte Habeck am Montag im Anschluss an ein Gespräch mit seinem Landeskollegen Reinhard Meyer in Schwerin.

Die Entwicklungen der vergangenen Monate müssten mit Blick auf die politische Verantwortung für den Gas-Markt zu anderen Rahmenbedingungen führen. Habeck verwies auch auf eine gestiegene Krisenanfälligkeit.

Krieg in der Ukraine könnte Aus für Nord Stream 2 bedeuten

Eine Genehmigung der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 müsse für den Fall eines russischen Einmarschs in die Ukraine im Lichte der geopolitischen Verwerfungen betrachtet werden, sagte Habeck. Im Kriegsfall werde es Sanktionen geben, die nichts ausschlössen.

Als Alternativen für Erdgas nannte Habeck unter anderem die Produktion von Wasserstoff. Für die Übergangszeit bei der Energiewende könne die Versorgungssicherheit auch durch den möglichen Bau eigener Terminals für das Flüssiggas LNG gesichert werden. Habeck zufolge wurde bisher nicht in die LNG-Technologie investiert, da es bisher keinen Markt dafür gegeben habe.

Zukunft der MV Werften offen

Habeck besuchte Mecklenburg-Vorpommern auch, um über die Zukunft der insolventen MV Werften zu sprechen. Die Zukunft der Arbeiter soll laut Habeck dabei möglichst über eine Transfergesellschaft abgesichert werden. Auf der Werft in Wismar wird derzeit noch an einem riesigen Kreuzfahrtschiff gearbeitet, das der frühere Eigentümer – die Genting Group aus Hong Kong – bestellt hatte. Habeck sucht nach Möglichkeiten, dass der Bau weiter finanziert wird.

dpa/AFP(pfh)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 14. Februar 2022 | 19:30 Uhr

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