Impfquotenmonitor Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland

Der Corona-Impfstoff ist seit Ende des Jahres in Deutschland verfügbar. Wie viele Corona-Impfungen wurden bereits durchgeführt? Aktuelle Zahlen und Fakten zum Corona-Impfstoff, den Voraussetzungen und der Durchführung der Corona-Impfungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die ersten Dosen des Pfizer-Biontech Covid-19 Impfstoffs sind im Impfzentrum Harz in Quedlinburg eingetroffen.
Mangelware: Impfstoff gegen Covid-19. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt begannen am 26. Dezember die Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland. Bis nach Neujahr bekamen rund 250.000 Bürger eine erste Impfdosis. Die täglich aktuellen Zahlen gehen dabei aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Auf den Daten des RKI basiert diese Grafik von MDR AKTUELL:

Informationen aus Impfzentren

Die Daten stammen direkt von den mobilen Impfteams und aus den Impfzentren in Deutschland. Die Informationen werden werktäglich bis mittags aktualisiert. Nach Angaben des RKI sind einzelne Nachmeldungen und Korrekturen später aber möglich.

Impfungen pro 1.000 Einwohner?

Neben der Gesamtzahl der Impfungen bundesweit und in den einzelnen Ländern nennt das RKI auch eine Impfquote: die Zahl der Impfungen pro 1.000 Einwohner. MDR AKTUELL gibt die Zahl der Impfungen pro 100 Einwohner aus. Dass die Quote nicht in Bezug auf die deutsche Gesamtbevölkerung von rund 82 Millionen angegeben wird, ist gleichwohl zweckmäßig. Denn diese Quote wird sich bei einer geringen Zahl von Impfungen zu Beginn im Vergleich zur Bevölkerungszahl lediglich im Bereich hinterer Nachkommastellen verändern – eine Entwicklung ließe sich so schwerer ablesen.

Interpretation der Impfquote

Doch wie ist die Zahl der Impfungen pro 1.000 Einwohner zu interpretieren? Wichtig ist zunächst der Hinweis, dass es sich um die Zahl der Impfdosen und nicht um die Zahl der Immunisierungen handelt. Bei den bisher zugelassenen Impfstoffen sind allerdings zwei Dosen pro Person für eine Immunisierung nötig. Folglich braucht es eine entsprechend hohe Impfquote, um einen Schutz für die gesamte Bevölkerung zu erreichen, die sogenannte Herdenimmunität.

Unklare Lage bei der Herdenimmunität

Für die Herdenimmunität müssen laut Gesundheitsministerium mindestens 55 Prozent der Bevölkerung immunisiert sein. Rechnerisch bräuchte es also eine Zahl von mindestens 1.100 Impfungen pro 1.000 Einwohner. Aber auch das ist noch eine Vereinfachung, weil die Impfstoffe nicht in jedem Fall wirken. Das Serum von Biontech/Pfizer hat zum Beispiel eine Wirksamkeit von etwa 95 Prozent. Das heißt, bei ungefähr fünf von 100 Menschen wirkt er nicht. Ein entsprechender Puffer muss also hinzugerechnet werden. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Mutationen das Virus ansteckender wird und für Herdenimmunität ein höherer Immunisierungsgrad als 55 Prozent erreicht werden muss.

Es gibt noch weitere Gründe, weshalb die Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Derzeit ist nämlich ebenfalls noch unklar, wie lange der Impfschutz anhält und ob er nur vor der Erkrankung mit Covid-19 oder auch vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-Cov-2 schützt. In der Konsequenz könnten wir in einigen Monaten eine aus heutiger Sicht sehr hohe Impfquote erreicht haben, aber bei weiter hohen Infektionszahlen keine Herdenimmunität.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 06. Januar 2021 | 19:30 Uhr

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