Höchste Teuerung seit 1992 Inflationsrate erstmals seit fast 30 Jahren über fünf Prozent

Die Inflationsrate in Deutschland ist erstmals seit 1992 über die Fünf-Prozent-Marke gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt betrug sie im November 5,2 Prozent. Schuld waren vor allem die gestiegenen Energiepreise. Die EZB ist dennoch optimistisch, dass die Rate in den kommenden Monaten wieder in Richtung zwei Prozent sinken wird.

Tankstelle mit Autos und Zapfsäulen
Haupttreiber der Inflation sind die hohen Sprit- und Haushaltsenergie-Preise. Bildrechte: dpa

Die Inflationsrate in Deutschland ist erstmals seit beinahe drei Jahrzehnten über die Fünf-Prozent-Marke gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte, kosteten Waren und Dienstleistungen im November 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Einen höheren Wert gab es zuletzt 1992. Damals hatte die Inflationsrate 5,8 Prozent erreicht.

Energiepreise schuld am Preisschub

Benzinpreise auf Rekordniveau
Bereits Ende Oktober hatten die Preise für Kraftstoffe Rekordwerte erreicht. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Verantwortlich für den Preisschub waren erneut die gestiegenen Energiepreise. Binnen Jahresfrist legten die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoff nach Angaben der Statistiker des Bundes um 22,1 Prozent zu. Sie waren damit um mehr als ein Fünftel teurer als im November 2020. Im Oktober dieses Jahres hatte das Plus bei den Energiepreisen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 18,6 Prozent betragen. Für die stark gestiegenen Energiepreise ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch der Anfang 2021 eingeführte CO2-Preis verantwortlich.

Preissteigerungen durch Lieferengpässe

Außerdem hatten weltweite Lieferengpässe infolge von Corona-Maßnahmen in verschiedenen Wirtschaftszweigen deutliche Preissteigerungen bei der Materialbeschaffung zur Folge. Laut den vorläufigen Berechnungen des Bundesamtes wurden Nahrungsmittel im November um 4,5 Prozent teurer. Dienstleistungen, darunter die Wohnungsmiete, verteuerten sich im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent.

EZB rechnet mit sinkender Inflationsrate

EZB-Direktorin Isabel Schnabel
EZB-Direktorin Schnabel: "Gehen davon aus, dass Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht ist." Bildrechte: dpa

Hinweise, dass die Inflation außer Kontrolle geraten könnte, gibt es nach Ansicht der Europäischen Zentralbank aber nicht. Wie das EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel erklärte, ist vielmehr in den kommenden Monaten wieder mit einer sinkenden Inflationsrate zu rechnen. Schnabel sagte, sie gehe davon aus, dass der Höhepunkt im November erreicht worden sei. Im kommenden Jahr dürfte die Teuerungsrate wieder in Richtung zwei Prozent sinken.

Mit gegenwärtig 5,2 Prozent liegt die Inflation in Deutschland deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB. Die Europäische Zentralbank war zuletzt verstärkt unter Druck geraten, eine Abkehr von ihrer lockeren Geldpolitik zu erwägen.

Quellen: AFP/dpa (dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. November 2021 | 15:00 Uhr

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