Bundestagswahl K-Frage in der Union auch nach Nacht-Treffen ungeklärt

In der Frage, wer für die Union als Kanzlerkandidat ins Rennen geht, wollen offenbar weder Armin Laschet noch Markus Söder nachgeben. Auch nach einem Treffen in der Nacht gibt es keine Entscheidung. Wird am Ende doch die Fraktion entscheiden müssen?

Markus Söder (CSU, r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, steht neben Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Sowohl Markus Söder (r.) als auch Armin Laschet (l.) wollen die Antwort auf die K-Frage in der Union sein. Bildrechte: dpa

Die Kanzlerkandidatenfrage in der Union ist weiter ungeklärt. Ein Treffen zwischen CDU-Chef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder ist in der Nacht in Berlin ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Die beiden Kontrahenten hatten sich mit ihren engsten Vertrauten dreieinhalb Stunden lang getroffen. Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht bekannt. Eigentlich wollten sie sich bis Sonntag einigen, wer für die Union als Kanzlerkandidat antreten soll. Der Parteinachwuchs, die Junge Union, sprach sich am Sonntagabend mehrheitlich für Söder aus.

Union steht unter Druck, einen Kandidaten zu benennen

Die Union steht unter Druck, die Frage nach ihrem Kanzlerkandidaten schnell zu beantworten. Am Montag wollen die Grünen, die Umfragen zufolge die zweitstärkste Kraft nach der CDU/CSU werden könnten, entweder Annalena Baerbock oder Robert Habeck ins Rennen schicken. Zudem steht die Union wegen der internen Folgen des Streits unter Druck. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) etwa warf der Union im "Bild"-Talk vor, durch den internen Machtkampf in der Corona-Pandemie mangelhaft handlungsfähig zu sein.

Entscheidet am Ende die Fraktion?

Am Sonntag vor einer Woche hatten sich Laschet und Söder erstmals zur Übernahme der Kanzlerkandidatur bereiterklärt. In der Folge stellten sich die Spitzengremien von CDU und CSU jeweils hinter ihren eigenen Parteichef. Am Dienstag traten beide in der Bundestagsfraktion auf, wo es nach Teilnehmerangaben mehr Zuspruch für Söder gab.

Laschet hat den CDU-Bundesvorstand für Montagabend zu einer Sitzung einberufen, um die Frage zu klären. Auch Söder sei zu diesem Treffen eingeladen, sagte Laschet am Mittag bei einer Pressekonferenz. Sollten sich die beiden Parteichefs am Montag nicht mehr einigen, könnte es auch auf eine Entscheidung in der Bundestagsfraktion am Dienstag hinauslaufen.

Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) warnte allerdings in den Funke-Medien vor einer Abstimmung in der Fraktion: "Was wir jetzt brauchen, ist eine gemeinsame Lösung und keine Kampfabstimmung in der Fraktion. Ansonsten drohen Gräben aufgerissen zu werden, die sich nur schwer wieder zuschütten lassen."

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 19. April 2021 | 06:00 Uhr

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