Parteivorsitz Kipping und Riexinger ziehen sich als Linken-Chefs zurück

Katja Kipping und Bernd Riexinger wollen sich nach acht Jahren von der Parteispitze der Linken zurückziehen. Nach der Ankündigung von Kipping am Freitag folgte am Samstag eine entsprechende Erklärung ihres Co-Vorsitzenden.

Katja Kipping und Bernd Riexinger wollen nicht erneut als Parteivorsitzende für die Linke kandidieren. Nach einem entsprechender Brief Kippings an die Parteigremien am Freitag gab am Samstagmorgen auch ihr Co-Vorsitzender eine Erklärung an Parteivorstand und -gremien ab. Demnach wollen sich beide im Oktober beim Parteitag in Erfurt nicht zur Wiederwahl stellen. Zur Begründung hatte die 42-jährige Dresdnerin Kipping geschrieben, es sei "an der Zeit, etwas neues zu beginnen".

Linken-Satzung: Kein Amt länger als acht Jahre besetzen

Kipping und Riexinger hatten den Parteivorsitz im Jahr 2012 übernommen und die Linkspartei acht Jahre lang geführt. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre durch dasselbe Mitglied ausgeführt werden. Kipping begründete ihren Rückzug mit der Satzung. Sie sagte, "innerparteiliche Demokratie heißt, dass jedes Amt ein Amt auf Zeit ist - und das ist auch gut so."

Mit dem Rückzug der beiden Vorsitzenden steht der Linken nun auf dem Parteitag in Erfurt vom 30. Oktober bis 1. November ein personeller Umbruch bevor. Eigentlich wollte die Linke schon im Juni einen neuen Parteivorstand wählen. Der Parteitag wurde wegen der Corona-Pandemie aber auf Ende Oktober verschoben.

Wer Kipping und Riexinger nachfolgen könnte, ist noch unklar. Als mögliche Kandidatinnen für den Parteivorsitz sind die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler und die thüringische Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow im Gespräch.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. August 2020 | 18:00 Uhr

8 Kommentare

do it yourself vor 37 Wochen

Bisky, Enkelmann, Ernst, Fehst, Gysi, Hobler, Kipping, Kutzmutz, Lafontaine und Ramelow scheinen verbraucht. Ramelow + Hennig-Wellsow könnten LINKE koalitionsfähig gestalten und noch vorhandene Alt-SED-Kader ausbremsend, mit Fridays for Future Wählerklientel dazugewinnen.
Dem faulen Tier sei gesagt: SCHLIMMER GEHT IMMER!
War so als 2005 von Sozialhilfe auf HartzIV umgestellt wurde und plötzlich in den Ämtern für Arbeitsförderung (den Vorgängern der JobCenter) die Leute in "Großraumbüros" ohne Abstand zu anderen, persönlichstes mit den [bei der Post Privatisierung übernommenen] hochbezahlten (Westgehalt) Beamten klären durften.
Dem Pudel sei gesagt das Hennig-Wellsow einzige im Thüringer Landtag war die Rückrat zeigte als AFDP Tabubruch beging und Demokratie verriet.

Demokrat vor 37 Wochen

Wissler und Hennig-Wellsow wären ein geeignetes Führungsduo, eine weibliche Doppelspitze von Fraktionsvorsitzenden aus der Mitte Deutschlands! Das könnte die Linke, aber auch die Politik insgesamt gut gebrauchen. Riexinger und Kipping wirken verblasst, in die Jahre gekommen und angezählt. Fürs kommende Wahljahr braucht es aber eine starke, motivierende und mobilisierende neue Führung.
Die Linke stellt ihre Regierungsfähigkeit unter Beweis, bekennt sich aber gleichermaßen zur linken Opposition. Für die Sozialismus, Feminismus, Pazifismus und Antifaschismus keine Schimpfwörter sind, sondern Verantwortung und programmatischer Auftrag - sei es im Regierungsamt oder in der Opposition. Bei einem SPD-Kandidaten wieder mal mit Rechtsdrall, den deren eigene Parteibasis nicht wollte und der für so manche soziale Unwucht verantwortlich ist, kann die Linke eine Erneuerung mit starken Frauen gut gebrauchen.
Prima wäre es natürlich auch, wenn Frau Wagenknecht wieder die politische Bühne betritt.

Pudel vor 37 Wochen

Hennig-Wellsow als Nachfolgerin. Da beiß ich mir auf die Zunge. Das war doch die, die keinen Anstand gegenüber Herrn Kemmerich bei der letzten MP-Wahl hatte.
Da fällt mir nichts mehr ein.

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